Fichtennadelsirup lässt sich aus den hellgrünen Triebspitzen junger Fichten herstellen, die von Mitte April bis Mitte Juni gesammelt werden können. Der Sirup schmeckt frisch und leicht harzig mit einer Zitrusnote und entsteht in zwei Schritten: Triebspitzen über Nacht in Wasser ziehen lassen, dann mit Zucker einkochen.
Der fertige Sirup ist vielseitig einsetzbar, etwa in Getränken, Joghurt oder als Topping, und hält sich kühl und dunkel gelagert bis zu einem Jahr. Beim Sammeln ist Vorsicht geboten, da die giftige Eibe ähnlich aussehen kann wie die Fichte.
Eine unserer beiden Dänemark-Reisen im letzten Jahr hat uns nach Blavand geführt. Und diese Reise hat uns ein kleines Küchenabenteuer beschert. Unser Ferienhaus stand am äußersten Rand des Ortes. Dahinter nur Büsche und niedrige Pflanzen. Eine totale Idylle. Aber direkt hinter dem Haus standen ganz viele Fichten mit leuchtenden, frischen und hellgrünen Triebspitzen. Da war für uns sofort klar: Daraus müssen wir etwas zubereiten. Geworden ist es ein Fichtennadelsirup. Die Küche im Ferienhaus war hell und großzügig, und zusammen mit unseren lieben Mitreisenden haben wir dort einige schöne Sachen gekocht. Dieser Sirup gehörte für uns zum Höhepunkt der Woche. Jetzt im Frühling ist genau die richtige Zeit, ihn anzusetzen, und deshalb zeigen wir euch heute, wie ihr euren Fichtennadelsirup selber machen könnt.
Inhaltsverzeichnis



So schmeckt unser Fichtennadelsirup
Der Sirup schmeckt frisch, grün und mit ein bisschen harzig, dazu kommt eine leise Zitrusnote, die die jungen Triebe mitbringen. Um die zu unterstützen, legen wir eine Bio-Zitrone in Scheiben mit in den Ansatz. Das hebt die Frische noch ein Stück. Die Süße bringt das Waldaroma gut heraus, ohne zu dominant zu sein. In der Farbe ist unser Sirup etwas zwischen hellem Gold bis zu warmem Bernstein, je nachdem, wie lange er gezogen hat. Für uns schmeckt er wie Frühling pur. Macht die Augen zu und ihr seid mitten drin.



Darum lohnt sich dieser Waldsirup
Das Schöne an diesem Rezept ist, dass ihr kaum etwas dafür benötigt. Junge Fichtennadeln samt zarter Triebspitzen, Wasser, Zucker, Zitrone und ein paar saubere Flaschen oder Gläser, mehr steckt nicht drin. Den Geschmack übernimmt der Wald. Aus den hellgrünen Trieben wird ein Sirup mit feiner Harznote und einem leichten Zitrushauch, der nach Frühling schmeckt. Besonders charmant ist seine Vielseitigkeit. Er macht jeden Spritz und Gin Tonic interessanter, schmeckt im Mineralwasser und im Tee, gibt Joghurt, Eis und Pancakes eine waldige Note. Im Glas hält er sich viele Monate, und ein hübsches Mitbringsel ist er obendrein.



Fichtennadeln sammeln – darauf solltet ihr achten
Bevor es ans Kochen geht, kommt der schönste Teil, das Sammeln. Die zarten Triebspitzen findet ihr von Mitte April bis Mitte Juni, je nach Wetter und Höhenlage. Gut sind nur die hellgrünen, weichen Spitzen, ältere Triebe werden holzig und schmecken bitter. Nehmt pro Baum nur wenig und lasst den obersten Haupttrieb stehen, dann nehmt ihr dem Baum nichts weg. Sammelt nicht direkt an viel befahrenen Straßen und nicht in Weihnachtsbaumkulturen, die oft gespritzt sind. Wichtig ist außerdem, dass ihr die Fichte sicher erkennt. Die giftige Eibe wächst ebenfalls in Wäldern und Gärten. Ihre Nadeln sind weich, flach und spitz nicht zu – die Nadeln der Fichte hingegen sind spitz und stechen beim Anfassen. Wenn ihr unsicher seid, lasst solche Triebe lieber hängen.


Fichtennadelsirup selber machen in zwei Schritten
Der Sirup entsteht in zwei Etappen. Zuerst kocht ihr die Triebspitzen mit Wasser kurz auf und lasst den Sud zugedeckt über Nacht ziehen, damit das Aroma vollständig ins Wasser übergeht. Am nächsten Tag seiht ihr alles ab, gebt den Zucker dazu und kocht den Sirup sanft ein, bis er leicht eindickt. Heiß in entkeimte Flaschen abfüllen, fertig. Aktive Arbeit braucht ihr insgesamt nur eine knappe halbe Stunde, den Rest übernimmt die Geduld.


Tipps und Fragen zum Fichtennadelsirup
Wann kann ich Fichtennadeln sammeln?
Die beste Zeit ist von Mitte April bis Mitte Juni. Sammelt nur die hellgrünen, weichen Spitzen. Sobald sie nachdunkeln und fester werden, schmecken sie bitter.
Kann ich statt Fichten- auch Tannenspitzen nehmen?
Ja, das funktioniert gut. Tannenspitzen schmecken etwas milder und weniger harzig. Wichtig ist nur, dass ihr den Baum sicher bestimmen könnt und die giftige Eibe ausschließt.
Wie lange ist Fichtennadelsirup haltbar?
Sauber abgefüllt und kühl sowie dunkel gelagert hält er sich gut mehrere Monate, oft bis zu einem Jahr. Nach dem Öffnen bewahrt ihr ihn am besten im Kühlschrank auf. Die beste Art, um die Haltbarkeit zu testen: SEHEN – RIECHEN – SCHMECKEN!
Fazit:
Fichtennadelsirup selber machen ist eines dieser kleinen Projekte, die im Verhältnis zum Aufwand nochmal so viel Freude machen. Einfach mal etwas ausprobieren, weil man gerade einen Gedanken hat. Ein Spaziergang, ein Glas, etwas Zucker, mehr braucht es nicht für ein Stück Frühling im Vorratsschrank. Probiert es unbedingt aus, solange die Triebe noch hellgrün sind. Verratet uns danach gern in den Kommentaren, wie euer Sirup geworden ist und wozu ihr ihn am liebsten verwendet.
Wir sind gespannt auf eure Ergebnisse und teilen eure Posts auf Instagram auch immer super gerne. Markiert uns einfach in eurem Beitrag. Und jetzt ganz viel Spaß beim Nachmachen.
Eure Jungs
Bärlauch Pasta mit Limburger – perfekt für den Frühling
Bärlauch Pasta mit Limburger
- Bärlauch Pasta mit Limburger Bärlauch ist für uns das Frühlingskraut zum Selbersammeln. Sobald sich in den Wäldern rund um Köln die ersten Teppiche aus glänzendem Grün ausbreiten, packen wir Schere und Korb und ziehen los. In der Pasta mit kräftigem Limburger wird daraus ein Gericht, das die ganze Würze des Frühlings auf den Teller bringt.
- Rhabarberkuchen: Wenn die Fichten ihre Spitzen treiben, stehen auf dem Markt längst die ersten rosa Rhabarberstangen. Beide Saisons überschneiden sich perfekt, und ein Stück Rhabarberkuchen mit einem Schuss Fichtennadelsirup obendrauf bringt zwei Frühlingsklassiker in einem Bissen zusammen.
- Pistazien-Tarte mit Rhabarber und Vermouth: Wer dem Frühling eine etwas elegantere Bühne geben möchte, ist hier richtig. Die Tarte verbindet säuerlichen Rhabarber mit kräuteriger Vermouth-Note und feiner Pistaziencreme. Mit ein paar Tropfen Fichtennadelsirup obendrauf wird daraus ein Dessert, das schmeckt wie ein milder Frühlingstag.



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Fichtennadelsirup selber machen aus jungen Triebspitzen
Zubereitung
- Schüttelt die jungen Fichtenspitzen nur vorsichtig aus und waschtsie bestenfalls nicht, damit möglichst viel Aroma erhalten bleibt.
- Gebt die Fichtenspitzen mit dem Wasser in einen Topf und legt die Zitronenscheiben mit hinein.
- Lasst alles einmal kurz aufkochen, nehmt den Topf dann vom Herd und lasst ihn abgedeckt etwa 24 Stunden ziehen lassen.
- Am nächsten Tag seiht ihr alles durch ein feines Sieb oder Tuch ab und fangt die Flüssigkeit auf.
- Den Sud gebt ihr mit dem Zucker zurück in den Topf und unter Rühren lasst ihr die Flüssigkeit aufkochen.
- Dann muss der Sirup für etwa 10 bis 15 Minuten sanft einkochen, bis er leicht eindickt.
- Füllt den Sirup heiß in keimfreie Flaschen ab, und verschließt sie direkt. Lasst sie darin vollständig auskühlen.
Private Notizen
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Torsten
Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des StudiosTorsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht. Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.
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