Es gibt diesen einen Duft, der für uns sofort nach Frühsommer riecht. Süß, blumig, ein bisschen nach Honig. Sobald die ersten Holunderdolden aufgehen, wissen wir, dass jetzt die Zeit gekommen ist, einen leckeren Holunderblütensirup selber zu machen. Tatsächlich haben wir genau diesen Moment jahrelang immer wieder verpasst. Wir hatten uns das immer vorgenommen, aber wenn wir dann daran gedacht hatten, war es meistens zu spät und die Blütezeit war längst vorüber. Dieses Jahr lief es anders und das Ergebnis hat uns so begeistert, dass wir ab sofort keinen gekauften Sirup mehr ins Glas lassen. In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie ihr Holunderblütensirup selber machen könnt. Das ist erstaunlich einfach, und ihr braucht dafür nur eine Handvoll Zutaten.
Inhaltsverzeichnis

Warum ihr Holunderblütensirup selber machen solltet
Der größte Pluspunkt ist, die einfache Zubereitung des Sirup. Ihr braucht Wasser, Zucker, Zitronen und frische Holunderdolden, mehr nicht. Spezielles Equipment ist nicht nötig, ein großer Topf und ein verschließbares Gefäß reichen völlig aus. Dazu kommt der Geschmack. Selbst gemacht schmeckt der Sirup so intensiv nach der weißen Blüte, dass die gekaufte Variante daneben ziemlich blass wirkt und oft etwas künstlich. Vielseitig ist er obendrein. Mit kaltem Wasser oder Sekt wird daraus eine Limo oder ein Spritzgetränk, im Dessert sorgt er für ein feines blumiges Aroma, und ein Löffel im Tee tut an kühlen Tagen richtig gut. Und weil eine Charge gleich mehrere Flaschen ergibt, habt ihr immer ein hübsches Mitbringsel parat.

So schmeckt unser Holunderblütensirup
Der Geruch haut euch wahrscheinlich als Erstes um. So intensiv und blumig riecht kaum etwas aus dem Supermarktregal. Im Glas ist der Sirup mild süß, mit einer feinen Zitronennote, die das Blumige schön frisch hält. Wer ihn das erste Mal probiert, denkt fast, hier wäre mit Aroma nachgeholfen worden. Genau andersherum wird ein Schuh draus. So schmeckt Holunderblüte eben wirklich, ganz ohne Zusätze.
Holunderblüten sammeln | Timing und gute Plätze
Viel Zeit für die Ernte habt ihr nicht. Je nach Region und Wetter blüht der Holunder von Mitte Mai bis in den Juli, das aktive Fenster sind meist nur zwei bis drei Wochen. Ihr findet die großen weißen Dolden an Waldrändern, unter Laubbäumen, an Bahndämmen und oft auch in windgeschützten Ecken nahe an Häusern. Sammelt am besten abseits viel befahrener Straßen und an einem trockenen Vormittag, dann ist das Aroma am kräftigsten. Wichtig! Spült die Dolden nach dem Sammeln nicht unter fließendem Wasser ab. Der gelbe Blütenstaub trägt einen Großteil des Geschmacks, und genau den wollt ihr behalten. Bei uns kam die erste Ernte übrigens aus dem Nachbargarten. Torstens Mutter hat gehütet, während die Nachbarn im Urlaub waren, und ein paar Dolden durften wir abschneiden.

Holunderblütensirup ansetzen: 20 Minuten Arbeit, 5 Tage Geduld
Der aktive Teil ist schnell erledigt. In rund 20 Minuten habt ihr das Zuckerwasser gekocht, die Dolden geschichtet und alles übergossen. Danach übernimmt die Zeit. Fünf Tage zieht der Ansatz bei Raumtemperatur durch. Abgefüllt in saubere Flaschen ergibt eine Charge etwa vier Liter, genug für die ganze Saison und ein paar Gläser zum Verschenken. Vermutlich ist das für Sascha die schwierigste Aufgabe – Abzuwarten.
So bleibt der Holunderblütensirup lange haltbar
Damit ihr möglichst lange etwas von eurer Ernte habt, kommt es vor allem auf saubere Arbeit und die richtige Lagerung an. Diese Punkte solltet ihr beachten:
- Flaschen gründlich sterilisieren: Kocht Flaschen und Verschlüsse vor dem Abfüllen aus, oder stellt die Flaschen 15 Minuten bei 150 Grad in den Backofen. Die Deckel kommen separat ins sprudelnde Wasser.
- Heiß abfüllen: Kocht den fertigen Sirup kurz auf und füllt ihn sofort heiß in die vorbereiteten Flaschen. Direkt verschließen, dann zieht sich beim Abkühlen ein leichtes Vakuum.
- Für extra lange Haltbarkeit einkochen: Stellt die verschlossenen Flaschen nach dem Abfüllen noch einmal für 20 bis 30 Minuten in ein heißes Wasserbad bei rund 85 bis 90 Grad. So hält der Sirup problemlos zwei Jahre.
- Nicht am Zucker sparen: Der Zucker ist das wichtigste Konservierungsmittel. Wer die Menge reduziert, sollte mit etwas zusätzlicher Zitronensäure gegensteuern.
- Kühl und dunkel lagern: Ein Platz im Keller oder in einer dunklen Speisekammer hält den Sirup länger frisch als das warme Küchenregal.
- Lieber kleine Flaschen wählen: In kleinere Flaschen abgefüllt, steht eine angebrochene Portion nicht so lange offen herum.
- Nach dem Öffnen in den Kühlschrank: Geöffnete Flaschen gehören gekühlt und sollten innerhalb von etwa zwei Wochen leer sein.
- Einfrieren als Alternative: Portionsweise in der Eiswürfelform eingefroren, hält sich der Sirup über Monate, und ihr taut immer nur so viel auf, wie ihr gerade braucht.
Tipps und Fragen zum Holunderblütensirup
Muss ich die Holunderblüten waschen?
Besser nicht. Ein gründliches Ausschütteln reicht, damit Insekten und Krümel rausfallen. Der feine Blütenstaub bringt das meiste Aroma, und der geht beim Abspülen verloren. Wer ganz sichergehen will, schwenkt die Dolden nur kurz in stehendem Wasser.
Wie lange hält sich der Holunderblütensirup?
Sauber gearbeitet, kühl und dunkel gelagert, hält er sich mindestens ein Jahr. Nach dem Öffnen kommt die Flasche in den Kühlschrank und sollte in etwa zwei Wochen aufgebraucht sein.
Warum wird mein Sirup trüb oder schimmelt?
Fast immer liegt es an der Hygiene. Kocht Gefäß und Flaschen wirklich gründlich aus und lagert den Ansatz nicht zu warm. Eine leichte Trübung ist normal, sichtbarer Schimmel dagegen nicht.
Fazit:
Holunderblütensirup selber machen kostet wenig Aufwand und belohnt euch mit einem Aroma, das gekaufter Sirup einfach nicht hinbekommt. Zieht schnell los, solange die Dolden blühen, und setzt euch eine Charge an. Spätestens beim ersten Glas Holunderblütenlimo wisst ihr, warum wir so schwärmen.
Habt ihr unser Rezept ausprobiert? Dann hinterlasst uns gern einen Kommentar und erzählt, wie es geworden ist. Teilt ihr ein Foto auf Instagram, verlinkt uns einfach. Wir zeigen eure Ergebnisse mit Freude in unserer Story.
Jetzt wünschen wir euch viel Spaß beim Sammeln, Zubereiten und beim Genießen von unserem selbstgerechten Holundersirup.
Eure Jungs
Was noch perfekt in euer Sommerglas passt?
Wenn der erste Holunderblütensirup steht, kommt fast automatisch Lust auf mehr Selbstgemachtes für die warme Jahreszeit. Besonders gut passt unser Kräuter-Spritz, der mit Prickelwein zum unkomplizierten Sommerdrink wird. Wer Holunder liebt, sollte sich außerdem an einem Holundergelee aus den späteren Beeren versuchen, und für laue Abende lohnt ein Blick auf unsere weiteren selbstgemachten Sirupe und Limonaden. So habt ihr für jeden Anlass etwas Frisches im Kühlschrank.

Zutaten
- 3 l Wasser
- 1,5 kg Zucker
- 600 ml Zitronensaft
- 20 Holunderdolden, von Insekten befreit
- 2 Zitronen, in Scheiben geschnitten
Zubereitung
- Erhitzt in einem großen Topf das Wasser mit dem Zucker, bis er sich darin aufgelöst hat. Lasst das Zuckerwasser nun leicht runterkühlen und gebt dann den Zitronensaft hinzu.
- Stellt euch nun einen großen verschließbaren Behälter bereit, den ihr mit kochendem Wasser entkeimt habt. Wascht die Dolden in stehendem Wasser und legt sie auf Küchenkrepp kurz zur Seite.
- Gebt nun Schichtweise die Dolden und Zitronenscheiben in den Behälter und gießt das Zucker-Zitronenwasser darüber, so dass der Behälter komplett gefüllt ist. Sollte der Behälter mehr Flüssigkeit fassen, erhöht einfach die Menge an Wasser und Zucker schon vor dem Erhitzen. Lieber etwas zuviel machen, als nachher zu wenig zu haben.
- Verschließt nun den Behälter und lasst ihn bei Raumtemperatur für 5 Tage ruhen.
- Filtriert nach den 5 Tagen den Sirup durch ein Passiertuch, kocht den Holundersirup kurz auf und füllt ihn in frisch entkeimte Flaschen ab, die ihr sofort verschließt.
Tipps
Private Notizen
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Torsten
Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des StudiosTorsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht. Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.
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