Ich weiß noch genau, vor ein paar Jahren waren Curds der „heiße Scheiß“ auf Foodblogs. Wie so oft waren wir mal wieder viel zu spät dran. Und nachdem es gefühlt eine Million Lemon-Curd-Rezepte gab, haben wir dieses Johannisbeer Curd entwickelt. Was für ein glorreicher Tag. Denn was bei Trendfoods nicht immer passiert, trifft auf dieses Rezept zu. Es wurde ein echter Dauerbrenner bei euch und wir freuen uns jedes Jahr zur Johannisbeersaison riesig darüber.
Süß-sauer, cremig wie Pudding und in 40 Minuten fertig. Mehr als Johannisbeeren, Zucker, Eier, Vanille und Butter braucht ihr dafür nicht. Aber lest selbst.
Inhaltsverzeichnis
Johannisbeeren. Kleine Beeren, großes Aroma
Ich liebe Johannisbeeren sehr. Nicht nur, weil sie eine wirklich wunderhübsche Frucht sind, ich steh auch total auf den süß-sauren Geschmack. Die pure Frucht ist bei uns beiden nicht gerade auf Platz 1, aber in verarbeiteter Form spielen die kleinen roten Beeren ihr ganzes Potential aus. Torsten und ich haben über die Jahre schon einige Leckereien mit Johannisbeeren gezaubert.
Und wie ihr schnell merken werdet, geht die Johannisbeere bei uns Hand in Hand mit Thymian. Ich war eine Zeit lang wirklich besessen von dieser genialen Aromenkombination. Das war 2016 eines unserer ersten Aromenexperimente über den eigenen Horizont hinaus. Kräuter und Obst kombinieren hielten wir damals für echten Quatsch. Heute zählt genau diese Kombination zu meinen All-Time-Favorites.
Johannisbeer Muffins mit Baiserhaube

Johannisbeergelee mit Thymian
Hier zum Rezept
Johannisbeer-Thymian Limonade

Johannisbeer Gelee mit grünem Tee





Was ist eigentlich ein Curd?
Viele reden ja immer wieder von der eigenen „Bubble“. Und dass man darin manchmal den Bezug verliert, was die Mehrheit da draußen eigentlich kennt. So sind wir immer wieder überrascht, dass uns viele Freunde beim Begriff Curd nur fragend angucken. „Na, ein Johannisbeer Curd!“ macht es dann auch nicht klarer.
Ein Curd ist ein Brotaufstrich, der vor allem in England und in den USA beliebt ist. Aus Eiern, Butter, Zucker und einer Frucht entsteht beim langsamen Erhitzen eine puddingartige, cremige Konsistenz. Der bekannteste Vertreter ist das Lemon Curd. Spätestens seit unserem Marmeladen-Kochbuch sind wir quasi Curd-Profis, denn neben einer Menge Marmeladen haben es auch einige Curd-Rezepte ins Buch geschafft.
Wir lieben Curds übrigens nicht nur auf dem Brot, sondern fast noch mehr zum Verfeinern von Cremes, Torten und Desserts. Dazu unten mehr.
Johannisbeer Curd kochen. Meine Gelingtipps
Ein Curd ist kein Hexenwerk, aber an zwei Stellen entscheidet sich, ob er seidig-cremig wird oder gerinnt. Damit euch das nicht passiert, hier meine wichtigsten Tipps aus vielen Curd-Kochsessions.
- Langsam erhitzen. Sobald die Eier im Spiel sind, darf die Masse nicht mehr kochen. Lasst sie bei kleiner bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren eindicken.
- Heißen Saft nur schluckweise angießen. Lasst den Johannisbeersaft unter ständigem Schlagen ganz langsam zur Eimasse laufen. So gleicht ihr die Temperatur an und nichts gerinnt.
- Butter in kleinen Stücken. Rührt die kalte Butter stückchenweise unter. Das bindet den Curd und macht ihn schön glänzend.
- Saubere Gläser. Spült die Gläser heiß aus und verschraubt sie sofort nach dem Abfüllen. So hält sich euer Curd am längsten.
So verwendet ihr euer Johannisbeer Curd
Klar, frisch aufs Frühstücksbrötchen ist der Klassiker. Aber euer Johannisbeer Curd kann noch viel mehr. Rührt ihn unter Naturjoghurt oder Quark, füllt Törtchen damit wie bei unseren Mascarpone-Crème Törtchen, verfeinert Buttercremes für Torten oder setzt ihn als fruchtige Schicht in Desserts im Glas ein. Auch zu Pancakes und Waffeln ist er ein Traum.
Wenn ihr solche Basics genauso liebt wie wir, schaut unbedingt in unsere Grundrezepte-Sammlung. Dort findet ihr noch mehr Rezepte, die ihr immer wieder braucht.




Haltbarkeit. So bleibt euer Curd lange frisch
Anders als klassische Marmelade wird ein Curd nicht heiß eingekocht und enthält Eier und Butter. Er gehört deshalb in den Kühlschrank. Dort hält er sich ungeöffnet einige Wochen. Ein geöffnetes Glas solltet ihr innerhalb von einigen Tagen aufbrauchen. Das ist bei uns aber ehrlicherweise noch nie ein Problem gewesen.

Zutaten
- 500 g Johannisbeeren
- 50 g brauner Zucker
- 130 g Zucker
- 1 Vanilleschote, Mark daraus
- 4 Eigelb
- 1 Ei
- 160 g Butter
Zubereitung
- Wascht due Beeren und entfernt sie von den Rispen. Erhitzt sie bei mittlerer Hitze und zerstoßt die Beeren mit einem großen Löffel, so dass der Saft austritt. Sobald die Beeren aufgekocht sind, streicht sie durch ein Sieb und fangt den Saft auf.
- Für den Curd benötigt ihr 200 ml vom frisch hergestellten Saft. Erhitzt ihn langsam, bis er leicht köchelt. In der Zwischenzeit schlagt ihr die Eigelbe und das Ei schaumig und streut nach und nach den mit dem Vanillemark vermischten Zucker unter den Eischaum. Sobald der Zucker komplett aufgelöst und der Saft aufgekocht ist, lasst ihr unter ständigem Schlagen den Saft ganz langsam zu der Eimasse laufen, bis sie eine Konsistenz, wie Pudding hat.
- Gebt diese Masse nun wieder in einen Topf und erhitzt wieder ganz langsam. Vorsicht! Diesmal darf nicht mehr aufgekocht werden. Rührt nun mit einem Schneebesen die Butter in kleinen Stückchen darunter. Wenn diese sich aufgelöst hat und der Curd fast beginnt zu köcheln, füllt ihr den Aufstrich in heiß ausgespülte Gläschen ab und verschraubt sie sofort.
Tipps
Hast Du das Rezept ausprobiert?
Lass uns wissen wie es war!FAQ. Eure Fragen zum Johannisbeer Curd
Kann ich das Curd auch mit TK-Johannisbeeren machen?
Ja, das klappt wunderbar. Lasst die Beeren kurz antauen und kocht sie dann wie im Rezept beschrieben auf. Da ihr den Saft ohnehin durch ein Sieb streicht, merkt ihr am Ende keinen Unterschied.
Warum wird mein Curd nicht fest?
Meistens war die Masse nicht lange genug auf dem Herd. Erhitzt sie langsam weiter und rührt dabei ständig, bis sie sichtbar eindickt. Bedenkt auch, dass der Curd im Kühlschrank noch deutlich nachdickt. Beurteilt die Konsistenz also erst nach ein paar Stunden Kühlzeit.
Was mache ich, wenn die Eimasse gerinnt?
Keine Panik. Nehmt den Topf sofort vom Herd und schlagt die Masse kräftig durch, notfalls streicht ihr sie durch ein feines Sieb. Damit es gar nicht erst so weit kommt, gießt den heißen Saft immer nur ganz langsam und unter ständigem Schlagen zur Eimasse.
Kann ich auch schwarze oder weiße Johannisbeeren verwenden?
Klar könnt ihr das. Schwarze Johannisbeeren machen den Curd intensiver und herber, weiße etwas milder. Die Zubereitung bleibt genau gleich, ihr braucht am Ende einfach 200 ml Saft.
Wohin mit den übrigen Eiweißen?
Bloß nicht wegwerfen! Eiweiße lassen sich super einfrieren. Oder ihr schlagt daraus Baiser, das passt sogar perfekt als knuspriges Topping zu einem Dessert mit eurem Johannisbeer Curd.
Kann ich das Curd einfrieren?
Ja, Curd lässt sich einfrieren. Füllt ihn dafür in ein gefriergeeignetes Gefäß und lasst ihn später langsam im Kühlschrank auftauen. Rührt ihn danach einmal kräftig durch, dann ist er wieder schön cremig.
Jetzt seid ihr dran!
Habt ihr unser Johannisbeer Curd ausprobiert? Dann lasst uns unbedingt einen Kommentar und eine Bewertung da. Wir freuen uns riesig über jede Rückmeldung und beantworten alle eure Fragen. Und wenn ihr euer Curd auf Instagram zeigt, markiert uns gerne mit @diejungskochenundbacken. Wir sind so gespannt auf eure Kreationen.
Eure Jungs
Kennt ihr schon unsere Agentur-Website?
Dann schaut doch mal hier vorbei: Oma Lore – Die Kreativagentur
Autor

Sascha
Fotograf, Zocker & Süßigkeiten-FanSascha sorgt für Bilder, Videos und eine gute Portion Kreativität auf dem Blog. Wenn er nicht fotografiert, findet man ihn beim Zocken oder beim Sport, um sich seine Liebe zu Süßem zu verdienen.








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