Vegetarische Frikadellen haben bei uns eine lange Geschichte. Dieses Rezept begleitet uns schon über zehn Jahre, und ehrlich gesagt hat es sich in der Zeit ganz schön gemausert. Ich habe die Mengen immer wieder angepasst, neue Fotos gemacht und so lange an der Masse gefeilt, bis sie genau so würzig und zart geworden ist, wie wir sie lieben. Herausgekommen sind vegetarische Frikadellen mit Walnüssen, würzigem Bergkäse und ein bisschen Wildreis. Warm ein herzhaftes Hauptgericht, kalt der heimliche Star auf jedem Partybuffet!
Das Schöne daran. Ihr braucht kein Fleisch und vermisst trotzdem nichts. Selbst mein Bruder Björn, der sich bei uns nur halb im Scherz „Frikadellen-Experte“ nennt, war von dieser Variante restlos überzeugt. Und Torsten fragt bei so einem Rezept immer als Erstes nach der Heißluftfritteuse. Diese Variante habe ich euch deshalb weiter unten gleich mit aufgeschrieben.
Inhaltsverzeichnis
Was diese vegetarischen Frikadellen so besonders macht
Der Geschmack kommt aus einer ganz einfachen Kombination. Gehackte Walnüsse bringen den herzhaften Biss und ein feines, nussiges Aroma. Würziger Bergkäse und Parmesan sorgen für ordentlich Umami. Und die eigentliche Geheimwaffe sind die altbackenen Semmelwürfel, die in heißer Milch einweichen. Sie machen die Frikadellen innen wunderbar saftig, während der Wildreis für eine schöne Struktur sorgt.
Genau dieses Zusammenspiel ist der Grund, warum die Frikadellen so oft auch Fleischesser überzeugen. Es geht uns nicht darum, Fleisch nachzuahmen. Die Frikadellen schmecken einfach für sich herzhaft und rund. Warm mit Beilage genauso gut wie kalt aus der Hand.


Die Zutaten für vegetarische Frikadellen. Das steckt drin
Die genauen Mengen findet ihr unten in der Rezeptkarte. Hier erkläre ich euch kurz, worauf es bei den wichtigsten Zutaten ankommt.
- Walnüsse. Sie geben Biss und das nussige Aroma. Am besten frische Walnüsse verwenden, ranzige Nüsse schmecken schnell bitter.
- Bergkäse und Parmesan. Die Würzbasis. Beide bringen von Natur aus viel Salz mit. Deshalb sparsam nachsalzen.
- Altbackene Semmelwürfel und Milch. Sie sorgen für die zarte, saftige Konsistenz. Frische Semmeln sind zu weich, altbacken ist hier ein Vorteil.
- Wildreis. Gibt Struktur und einen leicht nussigen Ton. Vollkornreis funktioniert genauso, das haben wir von einer Leserin bestätigt bekommen.
- Eier. Sie binden die Masse, damit die Frikadellen beim Braten zusammenhalten.
- Faschiert-Gewürz von Stay Spiced!, Senf und Pfeffer. Das gibt die typische, herzhafte Würze. Das Gewürz ist rein pflanzlich und trotzdem schön kräftig.
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Vegetarische Frikadellen zubereiten. So gelingt die Masse
Kocht zuerst den Wildreis in ungesalzenem Wasser und lasst ihn danach gut abkühlen. Das ist wichtiger, als es klingt. Kommt der Reis noch warm in die Masse, wird sie schnell zu weich. Übergießt parallel die Semmelwürfel mit heißer Milch und lasst sie durchziehen.
Vermengt anschließend alle Zutaten zu einer gleichmäßigen Masse. Jetzt kommt der Schritt, den ihr nicht überspringen solltet. Schmeckt die Masse vor dem Formen einmal ab. Über die Jahre haben wir gelernt, dass hier der Käse schon viel Würze mitbringt. Lieber vorsichtig salzen und nachjustieren. Wer mag, lässt die Masse noch zehn Minuten ruhen, dann lässt sie sich noch besser formen.
Formt etwa 14 Frikadellen zu je rund 70 Gramm und wälzt sie rundum in Semmelbröseln. So bekommen sie beim Braten eine feine, knusprige Hülle.


In der Pfanne oder Heißluftfritteuse braten
In der Pfanne erhitzt ihr eine Mischung aus Butter und Öl. Die Butter bringt Geschmack, das Öl verhindert, dass sie zu schnell verbrennt. Bratet die Frikadellen bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun, etwa fünf Minuten pro Seite. Nicht zu heiß und nicht zu voll, dann bleibt die Panade schön dran.
In der Heißluftfritteuse geht es genauso gut. Streicht die Frikadellen dafür beidseitig mit etwas Öl ein und gart sie bei 200 °C für rund 10 Minuten. Sie werden nicht ganz so braun wie in der Pfanne, schmecken aber mindestens genauso gut. Das funktioniert übrigens in jeder Heißluftfritteuse. Wenn ihr euer Gerät so liebt wie wir, schaut mal in unsere Sammlung Rezepte für die Heißluftfritteuse. Da findet ihr noch viele weitere Ideen für schnelle Feierabendküche.



Was kann bei vegetarischen Frikadellen schiefgehen?
Ein paar typische Stolperfallen kennen wir aus eigener Küche und aus euren Rückmeldungen. Hier kommen die häufigsten und wie ihr sie löst.
Die Masse ist zu weich und lässt sich nicht formen
Meist ist die Masse zu feucht. Entweder waren die Semmelwürfel noch zu nass oder der Reis noch warm. Drückt die Semmelwürfel vor dem Vermengen leicht aus, lasst den Reis vollständig abkühlen und gebt der Masse zehn Minuten Ruhe. Ist sie dann immer noch zu weich, arbeitet ein bis zwei Esslöffel Semmelbrösel unter.
Die Frikadellen schmecken zu salzig
Das ist der Klassiker. Bergkäse und Parmesan bringen schon ordentlich Salz mit. Genau darauf hat uns damals eine Leserin gebracht, seitdem steht im Rezept nur noch ein halber Teelöffel Salz. Salzt also lieber sparsam und schmeckt die Masse vor dem Formen ab.
Die Panade löst sich beim Braten
Das passiert, wenn die Pfanne zu voll ist oder ihr zu früh wendet. Bratet nicht zu heiß, gebt den Frikadellen Zeit und wendet erst, wenn die Unterseite goldbraun ist. Dann bleibt die Hülle dran.
In der Heißluftfritteuse werden sie blass und trocken
Ohne Fett fehlt die Bräunung. Streicht die Frikadellen vor dem Garen beidseitig mit etwas Öl ein. Bei 200 °C brauchen sie rund zehn Minuten, bei Bedarf ein bis zwei Minuten länger. Weniger Farbe als in der Pfanne ist hier ganz normal.
Die Walnüsse schmecken bitter
Dann waren die Nüsse vermutlich schon etwas alt. Walnüsse werden mit der Zeit ranzig. Nehmt möglichst frische Nüsse. Wer mag, röstet sie vorher kurz ohne Fett an, das verstärkt das Aroma zusätzlich.
Variationen und Zutaten austauschen
Das Rezept verträgt ein paar Spielereien. Statt Wildreis könnt ihr Vollkornreis nehmen. Eine besonders schöne Idee kam von einer Leserin. Eine Prise gemahlene Steinpilze als Umami-Booster. Das haben wir ausprobiert und finden es klasse. Beim Käse dürft ihr variieren, solange er kräftig genug ist. Und wer es frischer mag, hebt noch etwas mehr Petersilie oder andere Kräuter unter. Wichtig nur. Ganz vegan wird das Rezept so nicht, dafür sorgen Käse und Eier. Für eine vegane Version bräuchtet ihr größere Umbauten.



Aufbewahren, einfrieren und aufwärmen
Die Frikadellen halten sich abgedeckt im Kühlschrank problemlos drei bis vier Tage. Kalt schmecken sie fast noch würziger, das macht sie zum perfekten Meal-Prep-Snack. Ihr könnt sie außerdem einfrieren. Zum Genießen einfach auftauen und in der Heißluftfritteuse kurz aufwärmen, dann werden sie außen wieder schön knusprig.
Wozu ihr vegetarische Frikadellen servieren könnt
Warm sind die Frikadellen ein vollwertiges Hauptgericht, zum Beispiel mit Kartoffelpüree und Gemüse. Besonders gut passt eine kräftige Sauce dazu. Wir empfehlen euch unsere vegane Bratensauce. Kalt macht ihr damit jedes Partybuffet, Picknick oder Grillfest glücklich.

Zutaten
- 100 g Wildreis, gekocht (ohne Salz)
- 80 g altbackene Semmelwürfel
- 160 ml Milch, heiß
- 150 g Walnüsse, gehackt
- 150 g Zwiebeln, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, gerieben
- 2 TL Petersilie, gehackt
- 70 g Bergkäse
- 70 g Parmesan
- 3 Eier, M
- ½ TL Meersalz
- 2 TL Fleischgewürz, z.B. "Faschiert" von Stay Spiced
- 2 TL scharfer Senf
- 2 Msp. weißer Pfeffer, gemahlen
- Semmelbrösel
- Butter und Öl, zum Anbraten
Zubereitung
- Während ihr den Reis in ungesalzenem Wasser kocht, übergießt die Semmelwürfel in einer Schale mit der heißen Milch und lasst sie durchzeihen. Bereitet dann alle übrigen Zutaten, wie oben angegeben vor, bzw. stellt sie euch bereit.
- Sobald der Reis gekocht und leicht abgekühlt ist, vermengt ihr alles (außer den Bröseln, Butter und Öl) miteinander, schmeckt noch einmal evtl. mit Salz ab und formt ca. 14 Frikadellen daraus (ca. 70 g). Mit Semmelbröseln "bemehlt" ihr sie von beiden Seiten.

- Erhitzt in einer Pfanne Butter und Öl und bratet die Walnuss-Frikadellen von beiden Seiten goldbraun aus. Das dauert je Seite ca. 5 Minuten.

- Lasst sie auf Küchenpapier auskühlen.
Nährwerte
Hast Du das Rezept ausprobiert?
Lass uns wissen wie es war!Häufige Fragen zu vegetarischen Frikadellen
Kann ich die vegetarischen Frikadellen einfrieren?
Ja, das klappt prima. Friert die fertig gebratenen Frikadellen ein, taut sie auf und wärmt sie kurz in der Heißluftfritteuse auf. So werden sie außen wieder schön knusprig.
Funktioniert das Rezept auch mit Vollkornreis?
Ja. Statt Wildreis könnt ihr genauso gut Vollkornreis nehmen, das wurde uns von euch schon mehrfach bestätigt. Der Geschmack bleibt herzhaft, die Struktur etwas kerniger.
Kann ich die Frikadellen schon am Vortag vorbereiten?
Klar. Ihr könnt entweder die fertige Masse abgedeckt im Kühlschrank durchziehen lassen oder die Frikadellen schon braten. Kalt schmecken sie fast noch besser.
Schmecken die Frikadellen auch kalt?
Unbedingt. Kalt sind sie sogar unser Favorit fürs Buffet, Picknick oder die Lunchbox. Die Würze kommt dann besonders schön durch.
Kann ich die Frikadellen vegan zubereiten?
So wie hier nicht, denn Käse und Eier gehören zum Kern des Rezepts. Für eine vegane Variante müsstet ihr Bindung und Würze deutlich umbauen.
Jetzt seid ihr dran!
Habt ihr die vegetarischen Frikadellen ausprobiert? Dann freuen wir uns riesig über eure Sternebewertung und einen Kommentar hier unter dem Beitrag. Erzählt uns gern, wie ihr sie serviert habt oder welche Variante bei euch am besten ankommt. Und wenn ihr sie nachmacht, markiert uns doch auf Instagram @diejungskochenundbacken. Wir schauen bei euren Bildern immer gern vorbei!
Eure Jungs
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Autor

Sascha
Fotograf, Zocker & Süßigkeiten-FanSascha sorgt für Bilder, Videos und eine gute Portion Kreativität auf dem Blog. Wenn er nicht fotografiert, findet man ihn beim Zocken oder beim Sport, um sich seine Liebe zu Süßem zu verdienen.








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