Brot mit Zwetschgenmus und Gläsern

Zwetschgenmus von Oma Lore. Ihr Geheimrezept aus dem Ofen

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Keine Zwetschgensaison kommt bei uns ohne das weltbeste Zwetschgenmus von Oma Lore aus. Schließlich ist Torsten damit groß geworden! Ganz im Omi-Style hat seine Oma immer Unmengen an Gläsern davon zubereitet, nachdem Opa Günter zum Zwetschgenpflücken die Leiter hoch und runter gestiegen ist. Das war bei meiner Oma nicht anders. Aber Torsten hat nicht lockergelassen, bis er ihr Geheimrezept bekommen hat. Bis ins späte Alter der 80er kochte sie es noch selber. Seither bekam sie jedes Jahr einige Gläser davon von uns.

Das Besondere an diesem Zwetschgenmus? Es wird nicht im Topf gekocht, sondern es backt ganz entspannt im Ofen. Genau wie bei vielen Klassikern aus Oma Lores Küche steckt hinter der Methode jede Menge Erfahrung und ein Ergebnis, auf das ihr euch verlassen könnt.

Zwetschgenmus, das Generationen überdauert

Das Rezept für das leckere Zwetschgenmus hat sich aber auch Oma Lore nicht ausgedacht. Dieses Rezept wird in Torstens Familie von Generation zu Generation weitergegeben. So viel zum Thema Geheimrezept! Aber auch Oma Lore hat es eben nur in der Familie geteilt und nicht mit jedem. Schon die Urgroßmutter hat Zwetschgen verarbeitet und Torsten erinnert sich immer gerne an den Duft in ihrer kleinen Wohnung, wenn die Zwetschgen im Ofen karamellisierten.

Oh ja! Dieser Duft ist auch für mich in jedem Jahr ein Highlight. Dann freue ich mich auf die letzten Sommertage und die gemütliche Herbstsaison. Wir lieben die Tatsache, dass Gerüche so viel in einem auslösen können, über alles. Gerade diese Rezepte liegen einem dann so richtig am Herzen, oder?! Da dieses Zwetschgenmus für uns einfach ein absolutes Muss ist, freuen wir uns, unser altes Familienrezept mit euch allen zu teilen. Oma Lore hat schon vor Jahren dazu ihr Ok gegeben! Schließlich sollen Rezepte, die schon so lange überlebt haben, nicht einfach vergessen werden.

Zwetschgenmus oder Pflaumenmus. Wo liegt der Unterschied?

Die beiden Begriffe werden gerne durcheinandergeworfen und ehrlich gesagt meinen die meisten damit dasselbe. Streng genommen sind Zwetschgen eine Unterart der Pflaume. Sie sind kleiner, länglicher, haben festeres Fruchtfleisch und lassen sich viel leichter entsteinen. Genau deshalb sind sie perfekt fürs Mus. Sie bringen weniger Wasser mit und das Mus wird beim langsamen Garen schön dickflüssig und dunkel. Bei runden saftigeren Pflaumen dauert das viel länger. In Österreich kennt ihr das Ganze vielleicht auch als Powidl. Dort wird es traditionell sogar ganz ohne Zucker stundenlang eingekocht. Für unser Rezept nehmt ihr am besten echte Zwetschgen. Reif, aber nicht matschig.

Diese Zutaten machen Oma Lores Zwetschgenmus so besonders

Neben den Zwetschgen und braunem Zucker kommen ein paar Zutaten ins Spiel, die ihr in einem klassischen Pflaumenmus-Rezept nicht unbedingt findet. Der Rotweinessig bringt eine feine Säure mit, die das süße Mus perfekt ausbalanciert. Der Portwein sorgt für Tiefe und eine dunkle, fast schokoladige Note. Zimt, Nelken und Vanille sind die klassischen Gewürze, die ihr auch aus dem Weihnachtsgebäck kennt. Und ganz zum Schluss kommt ein Schuss Slivovic dazu, also Zwetschgenschnaps. Der rundet das Mus ab und unterstützt ganz nebenbei die Haltbarkeit. Keine Sorge, der Alkohol verkocht zum größten Teil. Wer mag, lässt ihn einfach weg. Dazu weiter unten mehr.

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Zwetschgenmus aus dem Ofen. So funktioniert Omas Methode

Das Geniale an diesem Rezept ist der Backofen. Ihr müsst nicht stundenlang am Herd stehen und rühren und es brennt auch nichts an. Die Zwetschgen ziehen erst etwa 8 Stunden mit Zucker, Essig, Portwein und den Gewürzen. In dieser Zeit ziehen sie Saft und nehmen die Aromen auf. Danach garen sie erst eine Stunde bei geschlossener Ofentür und rösten anschließend drei Stunden bei spaltbreit geöffneter Tür. Der Kochlöffel in der Tür ist dabei kein Hausfrauen-Mythos, sondern der wichtigste Trick am ganzen Rezept. Durch den Spalt kann die Feuchtigkeit entweichen und das Mus dickt ein, ganz ohne Gelierzucker. Gleichzeitig entstehen im Ofen diese wunderbaren Röstaromen, die das Mus so dunkel und intensiv machen. Genau danach duftet dann die ganze Wohnung!

Was kann beim Zwetschgenmus schiefgehen?

Dieses Rezept kochen wir jedes Jahr wieder und ein paar Stolperfallen kennen wir mittlerweile ganz genau. Auch aus euren Kommentaren wissen wir, wo es manchmal hakt. Hier kommen die häufigsten Probleme samt Lösung.

Das Mus bleibt zu flüssig. Die häufigste Ursache sind sehr saftige Früchte. Zwetschgen speichern je nach Wetter und Sorte unterschiedlich viel Wasser, das war bei uns auch schon so. Prüft außerdem, ob die Ofentür in den letzten drei Stunden wirklich einen Spalt offen stand. Nur so kann die Flüssigkeit verdampfen. Ist das Mus am Ende trotzdem zu dünn, lasst es nach dem Pürieren einfach länger als 10 Minuten offen köcheln, bis es die gewünschte Konsistenz hat. Geschmacklich verliert ihr dabei nichts.

Das Mus ist zu sauer oder zu süß. Die Süße der Früchte schwankt von Jahr zu Jahr. Probiert das Mus nach dem Pürieren und gleicht mit etwas Zucker aus, wenn eure Zwetschgen sehr sauer waren. Gelierzucker braucht ihr dafür nicht.

Die Gläser schimmeln nach ein paar Wochen. Dann waren die Gläser oder Deckel nicht richtig keimfrei oder das Mus wurde nicht heiß genug abgefüllt. Füllt das Mus immer noch heiß und frisch aus dem Topf in die vorbereiteten Gläser und verschließt sie sofort fest. Wie ihr die Gläser keimfrei bekommt, lest ihr im nächsten Abschnitt.

Das Mus brennt im Ofen an. Bei 160 °C Ober-/Unterhitze passiert das eigentlich nicht. Kontrolliert, ob euer Ofen zu heiß läuft, und nehmt ein ausreichend großes Gefäß, damit die Fruchtschicht nicht zu dünn ist. Und ganz wichtig. In den letzten drei Stunden nicht umrühren, die dunkle Oberfläche gehört genau so!

Gläser vorbereiten und Zwetschgenmus haltbar machen

Damit sich euer Zwetschgenmus lange hält, müssen die Gläser keimfrei sein. Wir füllen sie dafür mit kochend heißem Wasser und legen die Deckel in kochendes Wasser. Genauso gut könnt ihr die Gläser im Dampfgarer entkeimen oder für etwa 10 Minuten bei 140 °C in den Backofen stellen. Danach füllt ihr das noch heiß köchelnde Mus randvoll ein und verschließt die Gläser sofort. Ein zusätzliches Einkochen ist dann nicht nötig, das werden wir in den Kommentaren oft gefragt. Durch das heiße Abfüllen in keimfreie Gläser zieht der Deckel beim Abkühlen ein Vakuum. Kühl und dunkel gelagert hält sich das Mus locker ein Jahr. Unsere Gläser aus der letzten Saison schmecken bis heute wie am ersten Tag.

Was ihr mit Zwetschgenmus alles machen könnt

Frisch aufs Brot ist das Zwetschgenmus für uns der perfekte Start in den Tag. Man startet einfach besser damit! Aber auch zum Backen ist es wunderbar geeignet. Ihr könnt damit Gebäck füllen, es als Fruchtschicht in einer Torte nehmen oder in einer Creme verarbeiten. Unsere Buchteln mit Zwetschgenmus sind dafür das beste Beispiel. Und in der Adventszeit passt das würzige Mus großartig zu Früchtebrot. Das hat uns ein Leser verraten, der es mit etwas mehr Sternanis extra dafür einkocht. Tolle Idee!

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Spätestens seit wir „Das Marmeladen-Kochbuch” herausgebracht haben, sind wir ganz tief in die Marmeladen-, Mus-, Aufstrich- und Gelee-Produktion eingestiegen. Wir lieben es, in den jeweiligen Saisons die Früchte haltbar zu machen und das ganze Jahr über zu genießen. Dort findet ihr übrigens auch Oma Lores Zwetschgenmus wieder, aber eben auch noch ganz viel mehr leckere Rezepte für aufs Brot. Mein persönliches Lieblingsrezept ist das Apfel-Gin-Gelee. Davon kann ich einfach nicht genug bekommen!

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Kochbuch | Oma Lores Zwetschgenmus ist ein Familienrezept, das seit Generationen weitergegeben wird und im Ofen statt auf dem Herd entsteht. Mit Portwein, Rotweinessig, Zimt, Nelken und einem Schuss Slivovic bekommt das Mus seine besondere Tiefe. Der entscheidende Trick: die spaltbreit geöffnete Ofentür, durch die Feuchtigkeit entweicht und das Mus wunderbar dickflüssig wird.
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Weitere Rezepte mit Zwetschgen und Pflaumen

Wenn ihr gerade in der Zwetschgenschwemme steckt, haben wir noch mehr für euch. In unserer Sammlung Pflaumen- und Zwetschgenrezepte findet ihr zehn Lieblingsrezepte für den Spätsommer. Und diese drei solltet ihr euch direkt merken.

Unser Bester Zwetschgen-Crumble | Euer schneller Spätsommer-Klassiker mit Frucht & Crunch

Unser bester Zwetschgen-Crumble. Fruchtig, knusprig und schnell. Mit Haferflocken, Zimt und Kardamom perfekt für die Zwetschgenzeit.
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Zwetschgen-Crumble frisch aus dem Ofen in Auflaufform

Pflaumenkuchen mit Streuseln

Der Klassiker
Hier zum Rezept
Pflaumenkuchen mit Streusel im Blech

Buchteln mit Zwetschgenmus

Oma Lores Rezept für fluffige Buchteln gefüllt mit Zwetschgenmus. Ein Traum zu jeder Tageszeit!
Hier zum Rezept
Buchtel mit Zwetschgenmus auf dem Teller

Eure Fragen zu Oma Lores Zwetschgenmus

Wie viele Gläser ergibt das Rezept?

Bei uns werden es in der Regel 9 Gläser à 140 ml. Das kann aber immer etwas variieren, je nachdem, wie viel Wasser die Zwetschgen gespeichert haben. Plant am besten ein bis zwei Gläser Spielraum ein.

Was mache ich, wenn das Mus zu flüssig bleibt?

Lasst es nach dem Pürieren einfach länger offen köcheln, bis es dick genug ist. Meist waren die Früchte sehr saftig oder die Ofentür stand nicht weit genug offen. Gelierzucker braucht ihr nicht, das macht das Mus nur unnötig süß.

Muss ich das Zwetschgenmus zusätzlich einkochen?

Nein. Füllt das Mus heiß köchelnd in keimfreie Gläser und verschließt sie sofort. Beim Abkühlen zieht der Deckel ein Vakuum und das Mus ist lange haltbar. Nur wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, könnt ihr die verschlossenen Gläser zusätzlich einkochen. Stellt sie dabei so dicht nebeneinander, dass keines umkippen kann.

Kann ich das Zwetschgenmus ohne Alkohol machen?

Ihr könnt den Slivovic einfach weglassen und den Portwein durch dunklen Traubensaft ersetzen. Das Mus schmeckt dann etwas weniger tief, funktioniert aber genauso. Füllt es dann besonders sorgfältig heiß ab, denn der Schnaps unterstützt sonst die Haltbarkeit.

Welche Gewürze passen noch ins Mus?

Sternanis passt wunderbar, gerade wenn ihr das Mus Richtung Advent einkocht. Auch etwas Kardamom oder Orangenschale können wir uns gut vorstellen. Gebt ganze Gewürze mit in die Ziehzeit und entfernt sie vor dem Pürieren.

Wie lange ist das Zwetschgenmus haltbar?

Kühl und dunkel gelagert hält es sich in sauber abgefüllten Gläsern mindestens ein Jahr. Ein angebrochenes Glas bewahrt ihr im Kühlschrank auf und braucht es innerhalb von zwei bis drei Wochen auf.

Jetzt seid ihr dran!

Also, beim nächsten Besuch auf dem Markt vergesst die Zwetschgen nicht. Oder plündert euren eigenen Baum! Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachkochen, genießt den Duft und lasst es euch schmecken. Habt ihr Oma Lores Zwetschgenmus ausprobiert? Dann lasst uns unbedingt einen Kommentar und eine Bewertung da, wir freuen uns riesig über eure Erfahrungen! Und wenn ihr eure Gläser fotografiert, markiert uns gerne auf Instagram.

Eure Jungs

Rezept für das weltbeste Zwetschgenmus nach Oma Lores Geheimrezept. Alleine der Duft wird euch schon begeistern und dann heißt es nur noch Genießen!

Zwetschgenmus von Oma Lore

550kcal
5 aus 2 Bewertungen
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Prep 20 Minuten
Cook 4 Stunden
Ruhezeit 8 Stunden
Total 12 Stunden 20 Minuten
Rezept für das weltbeste Zwetschgenmus nach Oma Lores Geheimrezept. Alleine der Duft wird euch schon begeistern und dann heißt es nur noch Genießen!
Portionen 9 Gläser à 140 ml
Gericht Brotaufstrich, Marmelade
Küche Deutschland

Zutaten
 

  • 3 kg Zwetschgen
  • 6 EL Rotweinessig
  • 12 cl Portwein
  • 800 g brauner Zucker
  • 1 Zimtstange, alternativ 2 TL Zimt
  • 5 Nelken
  • 1 Vanilleschote, alternativ 1/2 TL Vanillepaste
  • 12 cl Slivovic, oder Zwetschgenschnaps

Kochutensilien

  • Einmachgläser 140 ml
  • Bräter oder Fettpfanne
  • Stabmixer

Zubereitung

  1. Um das Mus zu kochen, solltet ihr ca. 8 Stunden zuvor alle Zutaten, bis auf den Slivovic, miteinander in einem Bräter oder einem anderen ofenfesten Gefäß (z.B. Fettpfanne) vermischen und für diesen Zeitraum ziehen lassen.
  2. Heizt dann euren Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze auf, rührt die Fruchtmischung noch einmal auf und lasst die Zwetschgen für 1 Stunde langsam garen. Danach öffnet ihr den Ofen einen Spalt breit (z.B. mit einem Kochlöffel) und lasst die Zwetschgen weitere 3 Stunden rösten. Nicht umrühren!
  3. Danach entfernt ihr die Gewürze, die ihr im Ganzen dazugegeben habt und gebt den Rest in einen Topf, püriert alles mit einem Zauberstab und lasst das Mus noch einmal für 10 Minuten köcheln. Rührt nun den Slivovic unter.
  4. Währenddessen bereitet ihr die Gläser vor, indem ihr sie mit heißem Wasser befüllt und damit keimfrei macht. Die Deckel legt ihr dafür in kochendes Wasser.
  5. Nach der Vorbereitung füllt ihr das Mus in die Gläser, verschließt sie fest mit den Deckeln und lasst sie komplett auskühlen.

Nährwerte

Kalorien550kcalKohlenhydrate130gEiweiß3gFett1gBallaststoffe8gZucker120g

Hast Du das Rezept ausprobiert?

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Autor

Portrait von Sascha Wett. Food Fotograf und Autor bei Die Jungs kochen und backen.

Sascha

Fotograf, Zocker & Süßigkeiten-Fan

Sascha sorgt für Bilder, Videos und eine gute Portion Kreativität auf dem Blog. Wenn er nicht fotografiert, findet man ihn beim Zocken oder beim Sport, um sich seine Liebe zu Süßem zu verdienen.