Manchmal sind es die einfachen Dinge, die bleiben. Bei uns ist es Oma Lores Brathähnchen. Der Duft von Paprika, Raucharoma und knuspriger Haut, die im Ofen goldbraun wird, war für uns immer das Signal, dass gleich alle zusammen am Esstisch sitzen. Und das Beste ist, das Rezept ist herrlich unkompliziert und gelingt immer. Versprochen!
Ein Brathähnchen im Backofen mit rund 1,5 kg braucht etwa eine Stunde. Erst 35 Minuten bei 200 °C Ober-/Unterhitze, dann rund 25 Minuten bei 180 °C. Das Hähnchen liegt dabei direkt auf dem Rost, ein Blech darunter fängt das Fett auf, und zwischendurch pinselt ihr es immer wieder mit Oma Lores Würzöl aus edelsüßem und geräuchertem Paprika, Salz, braunem Zucker und Rapsöl ein. Gar ist es, wenn an der dicksten Stelle der Keule mindestens 75 °C erreicht sind. Knusprig außen, saftig innen und voller Geschmack.
Inhaltsverzeichnis
Oma Lores Hähnchen-Ofen und unser #Brathähnchenfreitag
Oma Lore und Opa Günter haben in den späten 1940ern geheiratet. Damals waren fast alle Hochzeitsgeschenke für die Küche und den Haushalt gedacht. Darunter war auch ein Gerät, das Oma nur für eine einzige Sache benutzt hat, ihr legendäres Brathähnchen. Der Hähnchen-Ofen bestand aus einer runden Pfanne, einem runden Aufsatz als Außenwand und einer kegelförmigen Abdeckung mit integrierter Hitzespirale.



Und weil es bei ihr ja immer ganz schnell gehen musste, hat sie sich keine großen Umstände gemacht. Sie hat ihr eigenes Hähnchengewürz mit einem hitzebeständigen Öl angerührt, das Hähnchen in zwei Hälften geteilt und mit dem Würzöl bestrichen. Während der Stunde Bratzeit wurde es dann noch ein paarmal eingepinselt, bis es goldbraun und knusprig war.
Leider gibt es dieses Gerät nicht mehr. Ich habe schon das ganze Internet danach durchsucht, aber ich kann es einfach nicht finden. Deshalb haben wir uns lange nicht an ihr Brathähnchen getraut, aus Angst, einfach nicht an Oma Lores Original heranzukommen. Bis wir den #Brathähnchenfreitag ins Leben gerufen haben. Um die Ecke von unserem Foodstudio steht jeden Freitag ein Brathähnchen-Wagen, und der Duft zieht die ganze Straße hoch und runter. Das war der Auslöser.


Wir haben einige Anläufe im Backofen gebraucht, die wir euch nicht als Rezept zeigen wollten. Aber jetzt werden wir ihrem legendären Brathähnchen gerecht! Die lieben Mitarbeiter der Metzgerei Werner’s bei uns ums Eck könnten unser Kikok-Hähnchen eigentlich als Dauerauftrag für Freitagmorgen abspeichern. Sascha holt es ab, und mittags steht es auf dem Tisch. Das Rezept braucht nämlich kaum Zeit in der Küche, das Brathähnchen flattert fast von selbst auf den gedeckten Tisch.
Brathähnchen im Backofen. So wird die Haut richtig knusprig
Fangt beim Einkauf an. Ein gutes Hähnchen hat mehr Geschmack und bleibt saftiger. Wir holen unser Kikok-Hähnchen beim Metzger, aber auch mit einem Bio-Hähnchen aus dem Supermarkt klappt das Rezept, das haben wir im Airfryer schon ausprobiert. Waschen müsst ihr das Hähnchen übrigens nicht, tupft es einfach gründlich mit Küchenpapier trocken. Trockene Haut ist die halbe Miete.
Das Wichtigste ist der Rost. Legt das Hähnchen direkt auf den Grillrost und schiebt ein Backblech darunter, das fängt das Fett auf. So kommt die heiße Luft von allen Seiten an die Haut und nichts weicht auf. Beim Würzöl dürft ihr großzügig sein, das Aroma steckt in der Würze.
Wir legen das Hähnchen zuerst mit der Brustseite nach unten in den Ofen, drehen es nach 15 Minuten um und pinseln es jedes Mal großzügig mit dem Würzöl ein. Ihr könnt es auch die ganze Zeit mit der Brust nach oben lassen und dafür öfter einpinseln. Durch das Drehen bräunt es aber gleichmäßiger. Ganz zum Schluss schalten wir für 2 bis 4 Minuten die Grillfunktion zu. Bleibt dabei unbedingt vor dem Ofen stehen, denn Paprika wird schnell zu dunkel.
Wie lange braucht ein Brathähnchen im Backofen?
Ein Hähnchen mit rund 1,5 kg braucht bei uns etwa eine Stunde bei Ober-/Unterhitze. Erst 35 Minuten bei 200 °C, dann noch rund 25 Minuten bei 180 °C. Ob es gar ist, verrät euch die Kerntemperatur. An der dicksten Stelle der Keule sollten es mindestens 75 °C sein. Stecht ihr hinein, muss klarer Fleischsaft austreten, nicht rosa. Unser Kikok-Hähnchen hat sogar ein kleines Einmalthermometer in der Brust, das herausspringt, sobald das Fleisch gar ist.
Ist euer Hähnchen deutlich kleiner oder größer, verlasst euch auf ein Bratenthermometer statt auf die Uhr. Steckt es in die dickste Stelle der Keule, ohne den Knochen zu berühren, sonst zeigt es zu viel an. Oma Lore hat ihr Hähnchen übrigens immer halbiert. Das haben wir selbst noch nicht ausprobiert. Wenn ihr es macht, ist es schneller gar, also messt auch hier lieber nach. Nach dem Braten lasst ihr es 5 Minuten ruhen, dann bleibt der Saft im Fleisch.
Was kann beim Brathähnchen schiefgehen?
Die Haut bleibt weich. Meist war das Hähnchen nicht trocken genug oder es lag im eigenen Fett. Tupft es rundum gründlich trocken, legt es auf den Rost statt aufs Blech und heizt den Ofen vollständig vor. Wenn die Haut am Ende noch nicht kross ist, helfen die 2 bis 4 Minuten Grillfunktion.
Das Paprika wird zu dunkel oder bitter. Paprikapulver und brauner Zucker verbrennen unter starker Oberhitze schnell. Bleibt bei der Grillfunktion vor dem Ofen und hört auf, sobald die Haut goldbraun ist. Bräunt das Hähnchen schon vorher zu stark, legt ihr locker ein Stück Alufolie darüber.
Die Brust ist trocken, die Keule noch nicht gar. Die Brust gart schneller als die Keulen. Deshalb liegt das Hähnchen bei uns zuerst mit der Brust nach unten. Messt die Kerntemperatur an der Keule, nicht an der Brust, und lasst das Hähnchen nach dem Braten 5 Minuten ruhen, bevor ihr es tranchiert.
Am Knochen ist das Fleisch rosa, obwohl die Temperatur stimmt. Bei jungen Hähnchen kann sich das Fleisch direkt am Knochen rosa verfärben, auch wenn es durchgegart ist. Das kommt vom Knochenmark. Entscheidend sind die Kerntemperatur und klarer Fleischsaft.
Der Ofen qualmt. Das Fett tropft auf das heiße Blech und verbrennt. Gießt etwas Wasser in das Blech unter dem Rost. Dann verbrennt nichts, und der Bratensaft bleibt euch sogar für eine schnelle Soße.
Das Hähnchen ist innen noch kalt. Ein gefrorenes Hähnchen muss komplett aufgetaut sein, am besten über Nacht im Kühlschrank. Danach gründlich trocken tupfen. Halb gefroren gart es ungleichmäßig, außen ist es dann schon dunkel und innen noch roh.
Brathähnchen aus dem Airfryer mit Dampf. Unser neues Lieblingslevel
Wir müssen euch was gestehen. Das beste Brathähnchen, das wir je gemacht haben, kam nicht aus dem Backofen, sondern aus unserem neuen Philips Steam Airfryer. Der kann nämlich nicht nur Heißluft, sondern auch Dampf, und genau diese Kombination macht den Unterschied. Die Haut wird super knusprig und das Fleisch bleibt innen richtig saftig. Dazu geht es schneller als im Ofen und spart jede Menge Platz.
Wir haben ein ganz normales Bio-Hähnchen aus dem Supermarkt genommen, rundum mit Oma Lores Würzöl eingepinselt und uns an die Angaben von Philips gehalten. Füllt den Wassertank, wählt die Kombi aus Dampf und Heißluft (SteamFry) und gart das Hähnchen bei 180 °C etwa 50 Minuten. Das gilt für ein Hähnchen mit rund 1,2 kg, ist eures schwerer, braucht es ein paar Minuten mehr. Nach der Hälfte der Zeit haben wir es einmal gewendet, so wie Philips es empfiehlt. Checkt am Ende auch hier die Kerntemperatur von mindestens 75 °C an der Keule. Noch mehr Ideen für euer Gerät findet ihr in unseren Rezepten für die Heißluftfritteuse.

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Wir nutzen den Philips Steam Airfryer 5000 Serie mit 7,2 Litern. Da passt ein ganzes Hähnchen gut hinein. Hier findet ihr ihn bei Amazon.
Eure Ideen aus den Kommentaren
Andrea macht ihr Brathähnchen im Airfryer XXL bei 180 °C in 60 Minuten und schwört darauf, dass es außen knusprig und innen zart wird. Reni nutzt einen Brathähnchenständer, auf dem das Hähnchen aufrecht steht. Ihre Mutter hielt ihn übrigens für einen Küchenrollenhalter und versuchte fluchend, die Rolle draufzudrücken. Und Laura hat uns gefragt, ob ein Drehspieß die Haut noch knuspriger macht. Wir finden, einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, weil das Hähnchen damit rundum gleichmäßig bräunt.

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Was passt zu Brathähnchen?
Klassisch passen Kartoffeln, frisches Bauernbrot mit etwas Butter und Salz, ein knackiger Krautsalat oder ein grüner Salat. Ehrlicherweise gibt es bei uns aber fast immer eine ordentliche Portion Pommes aus der Heißluftfritteuse dazu. Und wer den Ofen sowieso anhat, schiebt Kartoffelecken oder Ofengemüse aus Paprika, Zucchini und Karotten einfach mit hinein.
Selbstgemachte Pommes aus frischen Kartoffeln
Hier zum Rezept

Torstens “neuer” Kartoffelsalat ohne Mayo

Und falls doch mal etwas übrig bleibt, macht Oma Lore es euch vor. Aus Resten vom Brathähnchen wird ein cremiges Hühnerfrikassee oder eine kräftige Hühnersuppe. Alle Familienklassiker findet ihr in Oma Lores Rezepten.
Hühnerfrikassee wie bei Oma

Oma Lores Hühnersuppe


Zutaten
- 1 Kikokhähnchen, ca. 1,5 kg
- 2 TL Paprikapulver edelsüß
- 2 TL Paprikapulver geräuchert
- 2 1/2 TL Salz
- 1 TL brauner Zucker
- 6 EL Rapsöl, evtl. ein wenig mehr
Zubereitung
- Heizt euren Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vor und schiebt einen Grillrost ein, darunter ein Backblech, damit das Fett dort hineintropfen kann. Tupft das Kikokhähnchen gründlich mit Küchenpapier trocken.
- Vermischt in einer Schale die übrigen Zutaten gründlich.

- Streicht das Hähnchen mit einem Pinsel ein. Legt es auf den Backrost im vorgeheizten Ofen auf die Brustseite und lasst es für 15 Minuten braten.

- Streicht das Hähnchen erneut ein und dreht es auf die Rückenseite, die ihr ebenfalls einpinselt. Bratet es weiter für ca. 20 Minuten. Wer möchte, kann auch ein weiteres Mal einpinseln. Reduziert die Temperatur auf 180 °C und bratet das Hähnchen für weitere 25 Minuten gar.

- Das Schöne beim Kikokhähnchen ist, dass es ein Einmalthermometer in der Brust stecken hat, das herauskommt, sobald das Fleisch gar ist. Mit 1 Stunde Gesamtbratzeit kommt ihr aber super hin. Wer mag, schaltet zum Schluss für 2 bis 4 Minuten die Grillfunktion zu und bleibt dabei vor dem Ofen. Lasst das Hähnchen vor dem Tranchieren 5 Minuten ruhen.

Nährwerte
Tipps
Habt ihr das Rezept ausprobiert?
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❤️ Schmeckt nach Zuhause? Alle Klassiker aus Oma Lores Küche findet ihr hier gesammelt.
Eure Fragen zum Brathähnchen
Wie lange braucht ein Brathähnchen im Ofen?
Ein Hähnchen mit rund 1,5 kg braucht etwa 60 Minuten bei Ober-/Unterhitze, erst 35 Minuten bei 200 °C, dann rund 25 Minuten bei 180 °C. Im Airfryer mit Dampffunktion sind es bei einem Hähnchen mit etwa 1,2 kg rund 50 Minuten bei 180 °C.
Wie bekomme ich die Haut extra knusprig?
Tupft das Hähnchen vorher gründlich trocken, legt es auf den Rost, pinselt es großzügig mit dem Würzöl ein und schaltet am Ende für 2 bis 4 Minuten die Grillfunktion zu. Bleibt dabei vor dem Ofen, damit das Paprika nicht zu dunkel wird.
Muss ich das Hähnchen im Ofen drehen?
Nein, ihr könnt es auch die ganze Zeit mit der Brustseite nach oben lassen und dafür öfter einpinseln. Wir drehen es trotzdem gern, weil es so gleichmäßiger bräunt und die Haut insgesamt knuspriger wird.
Kann ich Brathähnchen in der Heißluftfritteuse machen?
Ja, bei uns ist das inzwischen sogar die Lieblingsvariante. Im Philips Steam Airfryer mit Dampffunktion gart ein Hähnchen mit rund 1,2 kg bei 180 °C in etwa 50 Minuten, zwischendurch einmal wenden.
Wie lange hält sich Brathähnchen?
Abgedeckt im Kühlschrank hält es sich zwei bis drei Tage. Lasst es nach dem Essen zügig abkühlen und nicht lange bei Raumtemperatur stehen. In luftdichten Behältern könnt ihr es drei bis vier Monate einfrieren.
Wie wärme ich Brathähnchen auf, ohne dass es trocken wird?
Am besten im Ofen bei etwa 150 °C. Gebt einen Schuss Wasser oder Brühe in die Form und deckt das Hähnchen mit Alufolie ab. Zum Schluss nehmt ihr die Folie ab, damit die Haut wieder etwas knuspriger wird.
Jetzt seid ihr dran!
Seid ihr Team Backofen oder Team Airfryer? Und habt ihr auch so einen Brathähnchen-Wagen in eurer Straße, der euch jeden Freitag schwach werden lässt? Schreibt es uns in die Kommentare! Wenn ihr Oma Lores Brathähnchen nachmacht, lasst uns gern eine Bewertung da und markiert uns auf Instagram mit #brathähnchenfreitag und @diejungskochenundbacken. Viel Spaß beim Ausprobieren und lasst es euch schmecken.
Eure Jungs
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Dann schaut doch mal hier vorbei: Oma Lore – Die Kreativagentur
Autor

Torsten
Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des StudiosTorsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht. Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.






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