Tilburg und Breda liegen nur gut zwei Stunden von Köln entfernt, mitten in Brabant, der Region, die als Foodie-Paradies der Niederlande gilt. Wir wollten wissen, ob da was dran ist, und haben uns zwei Tage lang mit dem Rad durch beide Städte gegessen: Sterneküche in einem alten Kloster, persisches Eis, Kartoffel-Sushi, eine Markthalle in einem alten Kino und ein Hotel in einer Kapelle. Hier ist unser Foodguide für Tilburg und Breda.
Aktualisiert im Oktober 2026
Wir waren im Sommer 2019 in Tilburg und Breda und haben für dieses Update alle Orte neu geprüft. Die Villa Pastorie heißt heute Villa la Vida, die Bar Eve hat 2020 geschlossen, und im De Beyerd gibt es kein Restaurant mehr, nur noch das Café. Monarh trägt weiterhin einen Michelin-Stern.
Tilburg und Breda auf einen Blick
- Region: Provinz Noord-Brabant im Süden der Niederlande
- Anfahrt ab Köln: gut zwei Stunden mit dem Auto
- Unterwegs vor Ort: am besten mit dem Fahrrad, beide Städte haben exzellente Radwege
- Tilburg in einem Satz: kreative Spots in alten Industriegebäuden rund um Spoorzone und Piushaven
- Breda in einem Satz: urbaner, mit Grachten, Foodhall und einem Hotel in einer alten Kapelle
- Sterneküche: Restaurant Monarh in Tilburg, ein Michelin-Stern
- Für Bierfans: Trappistenbrauerei La Trappe bei Tilburg und Café De Beyerd in Breda
In diesem Guide
Mehr als Frikandeln und Saté-Sauce
Ehrlich gesagt, war Holland für uns bisher nie eine kulinarische Hochburg. Sascha dachte an Frikandeln, Saté-Sauce und eine Menge Frittiertes. Wie falsch er damit lag! Torstens Firma hat eine Filiale in Brabant, und Torsten schwärmte nach jeder Dienstreise, wie gut und vielfältig das Essen dort war. Bevor er Sascha mitnehmen konnte, kamen uns die liebe Myra, eine bekannte Foodbloggerin aus den Niederlanden, und Visit Brabant zuvor. Sie luden uns zu zwei Tagen voller kulinarischer Highlights ein, und mit dabei war auch Maja von Moey’s Kitchen.



Mehr zur Region findet ihr bei Visit Brabant. Den zweiten Teil unserer Brabant-Reise findet ihr im Foodguide Den Bosch.
Foodguide Tilburg
Tilburg ist ein echtes Kleinod, in das wir uns sofort verliebt haben. Die Innenstadt ist schön und überschaubar, rund um den Kanal am Piushaven findet ihr an jeder Ecke hübsche Cafés, Restaurants und Bars. Erkundet haben wir alles stilecht mit dem Fahrrad, die Stadt ist voll mit Radwegen und Fahrradstraßen. Als Kölnern schießen einem da ein wenig die Tränen in die Augen.


Übernachten: Mercure Hotel Tilburg Centrum
Ein Mercure wäre normalerweise nicht unsere erste Wahl, bei großen Ketten schwankt die Qualität oft. Dieses Hotel legen wir euch trotzdem ans Herz: Ein Parkhaus ist direkt angeschlossen, das Haus ist stylisch eingerichtet, das Personal super freundlich, und in der Lobby gibt es Wasser und Kaffee ohne Ende. Vor allem fallt ihr quasi aus der Tür mitten ins Zentrum.



Übernachten in Tilburg
Mercure Hotel Tilburg Centrum
Heuvel 37, 5038 CP Tilburg
Vier-Sterne-Hotel mitten in der Innenstadt mit angeschlossenem Parkhaus. Perfekte Basis für Tilburg mit dem Rad.
Villa la Vida am Piushaven, früher Villa Pastorie
Bei unserem Besuch hieß dieser Ort noch Villa Pastorie: Restaurant, Café, Bed & Breakfast und Bootsverleih in einem, und ein bisschen wie ein zweites Wohnzimmer. Gastgeber Michel wollte nie eine klassische Gastronomie mit Stress und Druck, er setzte auf lokale Anbieter, Nachbarn und soziale Projekte. Diese Vibes haben wir sofort gespürt.



Seit November 2022 gibt es in derselben Villa ein neues Konzept: Die Villa la Vida serviert Gerichte aus aller Welt zum Teilen und Cocktails, dazu gibt es eine Terrasse direkt am Wasser und ein paar Hotelzimmer. Wir waren selbst noch nicht dort, die Lage ist aber nach wie vor traumhaft.
Restaurant in Tilburg
Villa la Vida
Hoevenseweg 2, 5017 AE Tilburg
Weltküche zum Teilen, Cocktails und Terrasse am Piushaven, dazu einige Zimmer. Montags geschlossen.
Trappistenbrauerei La Trappe
Die Brauerei und Abtei La Trappe liegt streng genommen nicht mehr in Tilburg, ist über einen Radweg aber schnell erreicht. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Trappistenbrauereien, in Deutschland keine einzige. Das Besondere: Die Biere werden unter Aufsicht von Trappistenmönchen im oder direkt am Kloster gebraut, und ein Großteil der Gewinne geht an soziale Projekte. Die Brauerei gibt es seit 1884, eine Führung lohnt sich wirklich. Danach sitzt ihr gemütlich im großen Biergarten, wo es auch eine ganze Reihe Gerichte gibt.



Brauerei bei Tilburg
La Trappe Trappist (Brouwerij De Koningshoeven)
Eindhovenseweg 3, 5056 RP Berkel-Enschot
Trappistenbrauerei im Kloster Koningshoeven mit Proeflokaal und Biergarten. Führungen täglich, am besten vorher online buchen.
Vittorio Perzisch IJs: Eis wie aus Tausendundeiner Nacht
Ein absolutes Highlight unseres Tilburg-Trips war der Besuch bei Vittorio. Er kam als Geflüchteter nach Tilburg und wollte etwas für die Gemeinschaft tun, also fing er an, Eis zu verkaufen. Aber nicht irgendein Eis: Er lässt seine persischen Wurzeln in jede Kreation einfließen. Safran-Eis mit Rosenwasser, Pistazie und Kardamom? Unglaublich lecker! Vittorio sagt, er habe keine Gäste, sondern Freunde zu Besuch, und seine Geschichten sind es wert, gehört zu werden.



Eis in Tilburg
Vittorio Perzisch IJs
Havendijk 35, 5017 AL Tilburg
Persisches Eis und Tee am Piushaven. Saisonal geöffnet, schaut vorher auf Facebook, ob Vittorio gerade da ist.
Doloris und Strøming: Rooftop über der Spoorzone
Mit einem Lastenaufzug ging es damals hoch über die Dächer der Stadt, wo sich ein urbaner, super cooler Raum auftat. Drinnen wie draußen beeindruckend, dazu streetfoodige Gerichte im Tapas-Stil, zwei bis drei pro Person. Das Ceviche war der absolute Knaller. Im selben Gebäude liegt das Doloris Meta Maze, ein riesiges begehbares Kunsterlebnis, das die Locals lieben.



Heute läuft die Dachterrasse unter dem Namen Strøming. Wir waren noch nicht wieder dort, werfen aber beim nächsten Tilburg-Besuch sicher einen Blick hinein.
Bar und Kunst in Tilburg
Strøming und Doloris Meta Maze
Spoorlaan 21, 5038 CB Tilburg
Rooftop-Bar Strøming auf dem Dach, darunter das Kunsterlebnis Doloris Meta Maze. Direkt am Bahnhof.
De Wagon und De Houtloods: essen in der Spoorzone
Zwei Restaurants, die zusammengehören, beide mit einem Charme, der einen sofort packt. Die Eetbar De Wagon steckt in einem alten Zugwaggon von 1930, schick umgebaut mit Terrasse, ideal für Lunch oder ein entspanntes Abendessen. Der große Bruder De Houtloods war ursprünglich ein Holzlager von 1867. Die Betreiber haben daraus ein stylisches Restaurant gemacht und dabei so viel Original wie möglich erhalten. Die Küche hat uns schon beim kurzen Einblick umgehauen, genau deshalb wollen wir bald für das volle Programm wiederkommen.



Restaurants in Tilburg
De Houtloods und Eetbar De Wagon
Burgemeester Brokxlaan 1041, 5041 RP Tilburg
Fine Dining im historischen Holzlager, gerade frisch renoviert, und nebenan entspannte Küche im Zugwaggon. Im Guide Michelin gelistet.
Restaurant Monarh: Sterneküche mit Wow-Faktor
Zum Abschluss des Tages ging es ins Sternerestaurant Monarh, untergebracht in einem ehemaligen Kloster. Hier gab es jede Menge Wow-Momente, von schwebenden Gängen bis zum Dessert in Minznebel. Das Essen war unfassbar gut, clever inszeniert und kombiniert. Preislich liegt man für ein Sternerestaurant in einem fairen Rahmen. Wer sich und seine Liebsten einmal rundum verwöhnen will, ist hier genau richtig.



Sterneküche in Tilburg
Restaurant Monarh
Bredaseweg 204, 5038 NK Tilburg
Ein Michelin-Stern, Küchenchef Paul Kappé, in einem über 125 Jahre alten Kloster. Sonntag, Montag und Mittwoch geschlossen, Reservierung nötig.
Foodguide Breda
Am zweiten Tag ging es nach Breda. Die Stadt ist spürbar größer als Tilburg und urbaner, hat aber denselben gemütlichen, entspannten Charme. Schon in Tilburg haben wir gesehen, wie clever die Brabanter mit alten Gebäuden umgehen, und unser Hotel in Breda hat das auf ein neues Level gehoben. Zum Start haben wir uns die Füße vertreten und die viele Street Art bewundert, die oft einen kulinarischen Bezug hat.
Übernachten: Hotel Nassau in der alten Kapelle
Das Hotel Nassau steckt in einer ehemaligen Kapelle und einem alten Gerichtsgebäude, und das Thema wird konsequent durchgezogen. Dass wir einmal in einem Zimmer mit einem Hochglanzfoto einer, sagen wir, freizügigen Nonne schlafen würden, war eine lustige Erfahrung. Den Vogel abgeschossen hat aber der Frühstücksraum: Er liegt auf der alten Empore, durch eine riesige Glasfront blickt ihr direkt in den Altarraum. Seit unserem Besuch gehört das Hotel zur Autograph Collection von Marriott. Für uns bis heute eines der Top-3-Hotels unseres Lebens.



Übernachten in Breda
Hotel Nassau Breda
Nieuwstraat 23, 4811 WV Breda
Designhotel in einer ehemaligen Kapelle, Teil der Autograph Collection, mit Restaurant Bar Belle. Ein Erlebnis für sich.
BAAI und Bootje Varen: Breda vom Wasser aus
Was in Breda auf keinen Fall fehlen darf, ist eine Bootsfahrt. Startpunkt ist das BAAI, eine richtig coole Strandbar mit Snacks, Drinks und Liegestühlen direkt am Wasser. Unser Bootsführer hat uns unterwegs mit spannenden Infos versorgt, ganz ohne den üblichen Touri-Vibe. Und damit wir nach dem Tag in Tilburg nicht „verhungern“, gab es von Myra noch typisches Gebäck und Törtchen aus der Region.



Bar und Bootstour in Breda
BAAI Breda
Markkade 1, 4815 HJ Breda
Café mit Terrasse am Wasser, Startpunkt aller Grachtenfahrten von Bootje Varen Breda. Im Winter nur für Gruppen.
De Jongens van Zand en Klei: die Kartoffel in Bestform
Übersetzt heißt der Laden „Die Jungs aus Sand und Lehm“, und hier dreht sich alles um die Kartoffel, aus eigenem Anbau von drei Kartoffelbauern. Es gibt Kartoffel-Tapas, und so konnten wir uns durch ein kleines Best-of probieren. Umgehauen hat uns das Kartoffel-Sushi, das dank einer geheimen Würzung tatsächlich nach frischem Fisch schmeckte. Auch Pommes, Wraps und Salate in der Kartoffelschale waren großartig. Eine Empfehlung von Herzen.



Restaurant in Breda
De Jongens van Zand en Klei
Veemarktstraat 76, 4811 ZJ Breda
Kartoffelrestaurant mit eigenem Anbau und Kartoffel-Tapas. Sonntags und montags geschlossen.
Foodhall Breda: Paradies für Foodies
Die Foodhall steckt in einem alten Kino und ist wunderschön inszeniert. Stellt euch ein fest installiertes Streetfood-Festival vor: Tex-Mex, Burger, Asiatisch, Fisch und Austern, Süßes, Streetfood aus Brasilien, Poffertjes und mehr. Wir durften uns durchprobieren und es war nichts dabei, das nicht lecker und mit Herzblut zubereitet war. Das Schönste: Ihr kommt mit Freunden, jeder findet etwas, oder ihr stellt alles in die Mitte und alle greifen zu.



Markthalle in Breda
Foodhall Breda
Reigerstraat 24, 4811 XB Breda
Rund 14 Küchen in einem ehemaligen Kino. Dienstag bis Sonntag ab 12 Uhr, montags geschlossen.
Café De Beyerd: Brauerei mit Geschichte
Im De Beyerd wird vor Ort in kleinem Stil Bier gebraut, dazu gibt es eine riesige Auswahl an Bieren aus der Flasche und vom Fass. Genau dafür waren wir da, und jeder mit einem Faible für Bier sollte sich dieses Schmuckstück nicht entgehen lassen. Das Restaurant, das es damals gab, ist inzwischen einem Raum für Events und Tastings gewichen. Mittags bekommt ihr im Café aber weiterhin etwas zu essen.



Brauerei-Café in Breda
Café & Brouwerij De Beyerd
Boschstraat 26, 4811 GH Breda
Brauerei-Café mit rund 200 Flaschenbieren und 14 Fassbieren, mittags Lunch. Mittwochs geschlossen.
Unser Fazit: zwei fantastische kulinarische Tage
Selten haben wir in so kurzer Zeit so viele kulinarische Highlights entdeckt. Dass Brabant als Foodie-Paradies der Niederlande gilt, können wir nur bestätigen. Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ist etwas dabei, und fast jeder Ort hat eine Geschichte oder eine besondere Idee.



Besonders gemacht hat die Reise auch die Gesellschaft. Schaut unbedingt bei unseren Mitreisenden vorbei: @moeyskitchen aus Deutschland, @myramadeleine und @bijzonderplekje aus den Niederlanden sowie @kokerellen aus Belgien. Danke an Myra und Visit Brabant für die Einladung!
Welchen Spot wollt ihr als Erstes ausprobieren? Schreibt es uns in die Kommentare!
Eure Jungs
Häufige Fragen zu Tilburg und Breda
Lohnt sich Tilburg für Foodies?
Ja. Tilburg hat mit Monarh ein Sternerestaurant, mit De Houtloods Fine Dining in einem historischen Holzlager, persisches Eis bei Vittorio und die Trappistenbrauerei La Trappe direkt vor der Stadt. Viele Spots liegen in umgebauten Industriegebäuden rund um Spoorzone und Piushaven.
Was sollte man in Breda essen und trinken?
Probiert euch durch die Foodhall Breda im alten Kino, esst Kartoffel-Tapas bei De Jongens van Zand en Klei und trinkt ein Bier im Café De Beyerd mit rund 200 Sorten.
Wie weit sind Tilburg und Breda von Köln entfernt?
Mit dem Auto braucht ihr von Köln gut zwei Stunden. Tilburg und Breda liegen nur rund 25 Kilometer auseinander und lassen sich gut an einem Wochenende kombinieren.
Wo übernachtet man in Breda besonders?
Im Hotel Nassau, das in einer ehemaligen Kapelle untergebracht ist. Der Frühstücksraum liegt auf der alten Empore mit Blick in den Altarraum.
Kann man die Brauerei La Trappe besichtigen?
Ja, die Trappistenbrauerei im Kloster Koningshoeven in Berkel-Enschot bietet täglich Führungen an. Danach könnt ihr im Proeflokaal und im Biergarten einkehren.
Transparenz
Wir waren auf Einladung von Myra und Visit Brabant unterwegs. Wie immer spiegelt alles Geschriebene nur unsere eigene Meinung wider und wurde von unseren Gastgebern nicht beeinflusst.






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