Heute gibt es einen besonderen Reisebericht, denn wir hatten eine echte Premiere: Urlaub mit dem Wohnmobil! Fünf Tage waren wir im Mai 2019 unterwegs, und unser Ziel war die wunderschöne Smaragdküste in der Bretagne. Wir haben Austern direkt am Hafen geschlürft, Galettes gegessen, Käse und Butter gehamstert und unser rollendes Zuhause von Etrusco ausgiebig getestet. Hier kommt unsere Route mit allen Stellplätzen, Foodspots und Tipps.
Aktualisiert im Oktober 2026
Unsere Tour war im Mai 2019. Für dieses Update haben wir Campingplätze, Preise und Links neu geprüft: Die Campingplätze in Cancale und Saint-Malo gibt es weiterhin, sie sind aber teurer geworden. Am Mont-Saint-Michel kosten Abtei und Parkplatz inzwischen mehr, der Shuttle ist weiterhin kostenlos. Ein paar kleine Fehler haben wir auch korrigiert, zum Beispiel heißt die berühmte Butter Bordier und nicht Boudier.
Unsere Bretagne-Tour auf einen Blick
- Dauer: 5 Tage, für die Strecke würden wir heute eher zwei Wochen einplanen
- Route: Étoutteville, Mont-Saint-Michel, Cancale, Saint-Lunaire, Dinard, Saint-Malo, Dinan
- Fahrzeit: rund 8,5 Stunden ab dem Rheinland, mit dem Wohnmobil eher 10
- Beste Reisezeit: Mai bis September, in der Vor- und Nachsaison deutlich ruhiger
- Must-eat: Austern am Hafen von Cancale und eine Galette complète
- Unser Tipp: Fahrräder mitnehmen, in den Badeorten ist Parken mit dem Wohnmobil schwierig
In diesem Guide
Mit dem Wohnmobil durch die Bretagne
Gemeinsam hatten wir noch nie einen Urlaub gemacht, der auch nur entfernt etwas mit Camping zu tun hatte. Torsten war als Kind ein paar Mal mit dem Wohnwagen unterwegs, das war es dann auch. Meine einzige Camping-Geschichte: Mit drei Jahren hat mich mal ein halber Campingplatz gesucht, weil ich verschwunden war. Wohin? Ich bin einem Eiswagen hinterhergelaufen. Jepp, das könnte mir auch heute noch passieren.
Wir sind also ziemlich unbedarft an die Sache rangegangen, haben den halben Hausstand eingeladen und waren einfach happy, wie unfassbar viel in so ein Wohnmobil passt. Sogar unsere Fahrräder passten in die Heckgarage, und das war die beste Entscheidung der ganzen Reise.
Tag 1: Anreise und erster Stellplatz
Vollgepackt mit allem, was uns irgendwie sinnvoll erschien, sind wir am späten Nachmittag Richtung Frankreich aufgebrochen. Torstens Plan: so lange fahren wie möglich, dann einen Stellplatz suchen, ein paar Stunden schlafen und weiter. Das Navi meinte 8 Stunden und 30 Minuten. Mit Pausen und einem nicht gerade kleinen Wohnmobil haben wir mit rund 10 Stunden gerechnet.
Ich habe ungefähr zwei Millionen Mal den Wetterbericht gecheckt. Völlig umsonst, denn jeden Tag sah es anders aus. Und kurz vor der belgischen Grenze fing es natürlich an zu schütten. Was uns aber entspannt hat: Mit dem Wohnmobil sind wir flexibel. Wäre es dauerhaft verregnet gewesen, wären wir eben weiter nach Süden gefahren.
Ich werde Torsten auf ewig dankbar sein, dass er unser Wohnmobil fünf Tage lang wie ein Profi durch alle Unwegsamkeiten manövriert hat.

Gegen Abend ging es dann an die Stellplatzsuche. Und die Websites vieler Campingplätze waren damals, sagen wir mal, eine Zeitreise in die Ära der 56k-Modems. Also haben wir uns eine App gesucht, nach automatisierten Stellplätzen gefiltert und schnell etwas gefunden. Angekommen bei strömendem Regen, nachts mit Taschenlampe den Strom angeschlossen und ab ins Bett. Tag 1 war vorbei!
Unser erster Stellplatz
Aire de camping-car Espace du Beau Soleil
Espace du Beau Soleil, 76190 Étoutteville (Normandie)
Kleiner Stellplatz mit rund sechs Plätzen und Ver- und Entsorgung für Wasser, Abwasser und Toilette, dazu Strom. Ideal als Zwischenstopp auf dem Weg in die Bretagne. Aktuelle Preise für Stellplatz und Strom stehen leider nirgends, die haben wir nicht neu bestätigen können.
Tag 2: Mont-Saint-Michel und das Austern-Paradies Cancale
Nach einer verregneten Nacht sind wir um 7 Uhr direkt weiter. Und die erste Nacht im Wohnmobil war überraschend bequem! Camping hieß in meinem Kopf immer: fröstelnd im Schlafsack auf dem Boden liegen und morgens mit Rückenschmerzen aufwachen. Niemand bekommt mich mehr auf eine Isomatte in einem kalten Zelt, aber das hier war etwas ganz anderes.



Der Mont-Saint-Michel ist für mich das Wahrzeichen dieser Region, auch wenn er streng genommen noch in der Normandie liegt. Seit mein Bruder mir einmal ein Bild davon gezeigt hat, wollte ich unbedingt hin. Ich dachte, diesen Anblick kennt wirklich jeder, und war ziemlich überrascht, dass Torsten keine Ahnung hatte, wohin wir da eigentlich fahren.
Nach knapp zwei Stunden waren wir am Besucherzentrum, und dort gibt es einen eigenen Parkplatz für Wohnmobile. Bis zum Mont sind es noch knapp drei Kilometer. Ihr könnt den kostenlosen Shuttle nehmen, wir sind aber gelaufen, weil wir den Anblick genießen wollten. Und weil ich wusste, dass wir vor 500 Fotos sowieso nicht ankommen würden.

Die Abtei auf dem Berg
Wir konnten uns gar nicht sattsehen. Das Watt vor uns, und daraus erhebt sich dieser Berg, gekrönt von einer Abtei. Wer in diese Ecke Europas reist, sollte das gesehen haben. Im Mai, in der Vorsaison und bei durchwachsenem Wetter, war es recht entspannt. Im Hochsommer ist hier bestimmt die Hölle los.

Der Besuch der Abtei hat sich für uns gelohnt, das Gelände ist riesig und die Ausblicke aufs Watt sind atemberaubend. Das Örtchen selbst hat uns ein bisschen an die Winkelgasse aus Harry Potter erinnert. ABER: Es ist auch eine der größten Touristenfallen, in denen wir seit Langem waren. Restaurants mit Massenabfertigung, dazwischen ein Souvenirladen nach dem anderen, und Hauptgerichte für 30 bis 45 Euro. Unser Tipp: Packt euch ein paar Brote und Getränke ein, und wenn es richtig voll ist, spart euch das Städtchen.
Mont-Saint-Michel mit dem Wohnmobil: Preise 2026
- Parken: Wohnmobile stehen auf Parkplatz P8 (bis 8 Meter), das Ticket gilt 24 Stunden
- Wohnmobil pro 24 Stunden: 18 € im Winter, 25 € in der Zwischensaison (März bis Juni, September bis Anfang November), 30 € im Juli und August
- Abends: von 18:30 bis 3 Uhr von September bis Juni kostenlos, im Juli und August 16 €
- Shuttle Le Passeur: weiterhin kostenlos
- Abtei: 13 € Eintritt, für EU-Bürger unter 26 Jahren frei
- Übernachten: auf dem Parkplatz geduldet, aber ohne Wasser und Strom
Alle Infos zur Anreise mit dem Wohnmobil beim Tourismusbüro Mont-Saint-Michel
Cancale: Stellplatz mit Meerblick
Gegen 16 Uhr ging es weiter nach Cancale, wo wir uns einen Campingplatz direkt über dem Meer ausgesucht hatten. Wir wurden freundlich begrüßt und durften uns unseren Platz selbst aussuchen. Sofort fiel unser Blick auf das Meer und die raue Atlantikküste. Wir standen erst mal ein paar Minuten einfach da und waren überwältigt. Die Plätze direkt am Wasser waren leider schon weg, manche waren auch zu uneben für unser fahrendes Haus, aber am Ende haben wir einen tollen Platz ergattert.



Campingplatz in Cancale
Camping municipal du Grouin
Pointe du Grouin, Avenue de la Côte d’Émeraude, 35260 Cancale
Städtischer Campingplatz mit 199 Plätzen hoch über dem Meer, 2026 geöffnet vom 23. März bis 23. Oktober. Ein Stellplatz mit einer Person kostet rund 16,60 € in der Nebensaison und 20,60 € in der Hauptsaison, jede weitere Person extra, Strom 6,60 € pro Nacht. Mit kleinem Laden und Snackbar.
Austern am Hafen von Cancale
Wir haben gar nicht lange gefackelt, die Räder rausgeholt und sind in der Nachmittagssonne Richtung Hafen geradelt. Cancale hat etwas Malerisches, vor allem im Abendlicht. Dass der Ort DER Anlaufpunkt für frische Austern ist, wussten wir tatsächlich gar nicht.
Spätestens als wir die kleinen Stände direkt am Wasser entdeckt haben, war klar: Um ein Dutzend Austern kommen wir nicht herum. An Austern scheiden sich ja die Geister, aber diese waren mit Abstand die besten, die wir je gegessen haben. 12 Austern für 6 Euro, so war es zumindest 2019, wie bei uns mal eben an der Frittenbude. Überall saßen Leute mit Tabletts voller Austern auf der Kaimauer, und einer unserer Sitznachbarn hat uns direkt ein Glas Wein angeboten.

Genau das sind die Momente auf Reisen, die wir über alles lieben. Die unerwarteten, die puren. Momente, in denen man mit Menschen in Kontakt kommt und sich wünscht, dass sie nie enden.
Austern in Cancale
Marché aux huîtres
Cale de la Fenêtre, Port de la Houle, 35260 Cancale
Der kleine Austernmarkt am Ende des Hafens unter dem Leuchtturm hat das ganze Jahr täglich geöffnet. Ihr kauft direkt bei den Züchtern und esst die Austern gleich vor Ort.
Zum Abschluss waren wir noch im Le Phare an der Promenade essen und haben uns durch noch mehr Köstlichkeiten aus dem Meer probiert. Es gibt in Cancale etliche Restaurants, und fast alle drehen sich um Austern und Meeresfrüchte. Wer das liebt, kommt um diesen Ort nicht herum.



Restaurant in Cancale
Le Phare
6 quai Administrateur Thomas, 35260 Cancale
Restaurant und Hotel an der Hafenpromenade mit Fisch und Meeresfrüchten, täglich geöffnet. Menüs gibt es ab rund 23,50 €.
Tag 3: Saint-Lunaire, Dinard und Villen gucken
Nach einer weiteren bequemen Nacht klingelte um 7 Uhr der Wecker. Der Weg zu den Waschräumen war erneut der Wahnsinn, denn wann hat man schon das Meer und den Sonnenaufgang direkt vor der Nase? Danach gab es Spiegelei mit Baguette und gutem Käse. So startet man doch in den Tag, oder?


Im Camper kochen und backen
Verrückt wie Torsten ist, hatte er am Vorabend noch einen Hefeteig angesetzt, und so gab es frisches Brot für unseren Trip. Genau das ist für uns der große Pluspunkt eines Campers: Ihr habt immer eine Küche dabei und könnt die lokalen Produkte direkt verarbeiten. Auf Märkten und in Supermärkten im Ausland könnten wir Stunden verbringen, und im Hotel macht es uns immer ein bisschen traurig, dass wir all die tollen Sachen nicht verwenden können. So wie das wunderbare Stück Entrecôte, das einfach mitmusste.


Weiter ging es zum nächsten Campingplatz am Rand von Saint-Malo, der größten Stadt an der Smaragdküste. Auch hier wurden wir super freundlich empfangen, bekamen einen großen Platz und jede Menge Tipps für die Umgebung. Das optische Highlight: ein kleines Schloss mitten zwischen Zelten, Häuschen und Wohnwagen. Schnell den Grill ausgepackt und das Entrecôte zum Mittag geschlemmt.

Campingplatz in Saint-Malo
Camping Domaine de la Ville Huchet
Rue de la Passagère, 35400 Saint-Malo
Vier-Sterne-Campingplatz rund um ein kleines Schloss. Stellplätze ab 20 € ohne und ab 27 € mit Strom, dazu Kurtaxe und Umweltabgabe. Wohnmobile bis 9 Meter. Mit Hallenbad, Wasserpark im Sommer, Crêperie und kleinem Laden. Der Bus Linie 1 fährt in die Altstadt, die Haltestelle Croix Ruaux liegt rund 450 Meter entfernt.
Saint-Lunaire: Belle Époque am Strand
Nachmittags ging es in die Badeorte Saint-Lunaire und Dinard. Mit einem fast acht Meter langen Gefährt parkt man in so einem kleinen Ort allerdings nicht mal eben. Also haben wir etwas außerhalb geparkt und sind mit den Rädern weiter. Ihr merkt schon: Die Räder waren wirklich die beste Idee überhaupt.



Saint-Lunaire liegt direkt westlich vom bekannteren Dinard, und sofort fielen uns die vielen wunderschönen Villen aus der Belle Époque direkt am Strand auf. Wir haben in einer kleinen Bucht einen Kaffee getrunken und dem Treiben zugeschaut: Familien mit Kindern, Drachen am Himmel, und alles gesäumt von imposanten Häusern und dem Meer. Im Sommer wird es hier sicher voller, dann ist es aber auch der perfekte Ort für einen Badetag.

Dinard
Auch in Dinard mussten wir etwas außerhalb parken, die Strandpromenade war aber gut zu Fuß erreichbar. Dinard ist größer und touristischer, mit vielen Läden und Restaurants. Die Villen hier sind sogar noch beeindruckender, und Torsten hat eine, die leicht ins Meer ragt, kurzerhand zu unserem Zweitwohnsitz erklärt. Da sag ich nicht nein! Schlendert einfach die Promenade entlang und schaut euch an der Architektur satt.

Abends waren wir im kleinen Restaurant Au Bouchon Breton. Hier wurde nur mit Produkten aus der Region gekocht, und eine Tafel an der Wand zeigte, woher die Zutaten gerade kamen. Allein das Konzept hat uns begeistert, das Essen hat uns dann komplett umgehauen. Wir hatten das Vier-Gänge-Menü, damals für 39 €. Gerade im Sommer solltet ihr unbedingt reservieren.




Gut zu wissen
Ob das Au Bouchon Breton heute noch mit demselben Konzept und denselben Preisen kocht, konnten wir für dieses Update nicht sicher klären. Schaut vor eurem Besuch kurz auf Instagram vorbei.
So sind wir auch am dritten Tag satt und glücklich ins Bett gefallen.
Tag 4: Saint-Malo und eine Bootsfahrt zum Cap Fréhel
Der vierte Tag begann mit einem Porridge mit Kürbiskernen und Trockenobst, die gab es im Supermarkt zum Selbstabfüllen. Weil uns der Campingplatz so gut gefiel, haben wir direkt eine Nacht verlängert und sind mit dem Rad in die Altstadt von Saint-Malo gefahren. Erster Stopp war eine Markthalle, wo wir uns einen Vormittagssnack aus Erdbeeren und Gebäck geholt haben.



Vor den Toren der Altstadt waren wir schon enorm beeindruckt. Die Stadt ist von riesigen Wehrmauern umgeben, auf denen ihr die Altstadt in rund einer Stunde komplett umrunden könnt. Der im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstörte Kern wurde nach historischem Vorbild wieder aufgebaut, und das, wie wir finden, sehr gelungen. Hier gab es endlich unseren ersten Crêpe in Frankreich, und ich konnte einem Beignet nicht widerstehen. Bei Ebbe könnt ihr übrigens einige vorgelagerte Inseln wie den Grand Bé zu Fuß erreichen. Behaltet aber unbedingt die Gezeiten im Blick!


Gut zu wissen
In der Bretagne ist der Montag ein typischer Ruhetag, auch für viele Geschäfte. Bei unserem Besuch an einem Montag hatte in der Altstadt kaum ein Laden geöffnet.
Bootstour zum Cap Fréhel
Am Hafenausgang haben wir einen kleinen Stand entdeckt, an dem Bootstouren angeboten wurden, unter anderem vorbei am Cap Fréhel. Dort wollte ich eigentlich unbedingt hin, aber es lag in der falschen Richtung. Also die perfekte Gelegenheit, die Smaragdküste vom Wasser aus zu sehen. Überall ragten Felsen aus dem Meer, immer wieder tauchten Leuchttürme auf (ich liebe Leuchttürme!), und das smaragdgrüne Wasser zieht einen sofort in seinen Bann. Langsam bauten sich die schroffen, rötlich schimmernden Sandsteinklippen auf, und in der Ferne sahen wir das Fort La Latte. Ein sagenhafter Anblick!




Bootstour ab Saint-Malo
Compagnie Corsaire: Kreuzfahrt Cap Fréhel und Fort La Latte
Gare maritime de la Bourse, 35400 Saint-Malo
Rund zweieinhalb Stunden ohne Landgang, Abfahrt in Saint-Malo und Dinard. Erwachsene zahlen 37 €, Kinder von 3 bis 15 Jahren 24,40 €. Termine je nach Saison und Gezeiten.
Leben wie Gott in Frankreich
Am frühen Abend haben wir noch bei einem genialen Käseladen angehalten und uns für den Abend eingedeckt. Natürlich musste auch die legendäre Butter von Bordier mit. Mit einer Mischung aus Englisch und Französisch hat uns der nette Mitarbeiter eine tolle Auswahl zusammengestellt. Dabei fiel Torsten der Morbier auf, und ihm kam die Idee für eins seiner liebsten französischen Gerichte: Morbiflette. Das stammt zwar nicht aus der Bretagne, aber egal. Dazu eine Käseplatte, Pastete, unser selbstgebackenes Brot und ein feiner Wein. So lebt man wie Gott in Frankreich!



Tag 5: Dinan, Galettes und Calvados
Schon der letzte Tag! Torsten hat uns mal wieder mit einem tollen Frühstück verwöhnt, und weil das Wetter schlechter werden sollte, sind wir eine Stunde ins Landesinnere gefahren. Dort, an der Rance, liegt das malerische Dinan.



Die mittelalterliche Stadt ist voller Steinhäuser und prächtiger Fachwerkhäuser und so pittoresk, dass es fast unwirklich scheint, dass hier überhaupt Menschen wohnen. Am kleinen Hafen am Fluss konnten wir das Wohnmobil auf einem Parkplatz für Camper abstellen. Dann ging es hinauf in die Altstadt, zur Basilika und durch viele kleine Läden.
Galette complète
In einem Laden, in dem wir ein paar Kleinigkeiten für die Küche gekauft haben, wurden wir so herzlich umsorgt, dass wir nach der besten Crêperie gefragt haben. Die beiden Besitzer haben uns direkt einen Tisch in ihrem Lieblingsladen reserviert. Punkt 12:30 Uhr saßen wir dort, ich mit einer Galette mit Schinken, Käse und Ei, Torsten mit Wurst, Kartoffeln und Zwiebeln. Dazu Cidre, ganz klassisch aus der Tasse. Das Mittagessen war wirklich toll!


Calvados direkt vom Hof
Mittags wollten wir Richtung Deutschland aufbrechen, aber Torsten hatte noch einen Plan: Er wollte unbedingt einen guten Calvados mitnehmen. Die typische Region dafür ist die Normandie, und durch die mussten wir ja sowieso. Also habe ich nach Hofläden auf dem Weg gesucht und etwas gefunden. Mit einem fast 3,5 Tonnen schweren Wohnmobil über superenge Straßen mitten im Nirgendwo zu fahren, war dann allerdings recht abenteuerlich. Irgendwann war ich nicht mehr sicher, ob das Navi uns einfach ärgern wollte.



Ein paar Meter weiter stand dann ein Haus zwischen unzähligen Apfelbäumen, und eine grinsende Dame kam uns entgegen. Madame Jaouen bewirtschaftet mit ihrer Familie eine Apfelfarm mit rund 9.600 Bäumen. Stolz führte sie uns in den alten Stall, in dem heute der Verkostungsraum ist, und später kam ihr Sohn dazu, der den Betrieb nach und nach übernimmt. Wir haben uns durch Cidre, Calvados und Pommeau probiert, den wir vorher gar nicht kannten, und sind in einen kleinen Kaufrausch verfallen. Bei jedem Schluck denken wir heute an diesen Moment.

Als wir mitten in der Normandie, zwischen den Apfelbäumen, mit Madame Jaouen und ihrem Sohn Calvados getrunken haben.
Natürlich ist aus dem Calvados auch ein Rezept entstanden: Unser Apfelkuchen mit Calvados schmeckt nach genau diesem Nachmittag.

Danach sind wir selig weitergefahren, allerdings nicht nach Hause, sondern nach Trier, denn meine Mama hatte am nächsten Tag Geburtstag.
Kulinarische Highlights der Bretagne
- Austern in Cancale: direkt vom Stand am Hafen, frischer geht es nicht. Dazu ein Glas Cidre oder Weißwein.
- Galettes und Crêpes: herzhafte Galettes aus Buchweizen zum Mittag, süße Crêpes am Nachmittag.
- Gesalzene Butter: die Bretagne ist das Land der Salzbutter, probiert unbedingt die von Bordier.
- Bretonisches Gebäck: zum Nachbacken empfehlen wir unseren Gâteau Breton mit Salzkaramell und den Far Breton mit Pflaumen.
- Cidre und Calvados: am besten direkt vom Hof. Für zuhause passt unser Apfelgelee mit Cidre.









Unser Fazit zur Wohnmobil-Tour
Die Tage sind wie im Flug vergangen, und beim nächsten Mal würden wir eher zwei Wochen einplanen. Der Stauraum war unfassbar, auf allen Campingplätzen gab es Waschmaschinen, und das Fahren war laut Torsten total angenehm. Für lange Strecken ist so ein Wohnmobil definitiv gemütlicher als ein Auto, ihr könnt jederzeit anhalten, etwas essen, verschnaufen oder auf die Toilette.
Am meisten hat uns die Freiheit begeistert. Wir hatten nichts gebucht, und in Frankreich war die Dichte an Campingplätzen und Stellplätzen perfekt. Alle waren sauber und die Leute immer freundlich. Und die Küche war für uns das große Highlight: endlich bedenkenlos auf Märkten einkaufen, kochen und backen, und am Ende auch noch Butter, Käse und Co. mit nach Hause nehmen. Mit dem Flieger geht das so nicht.
Unser Wohnmobil: Etrusco T 7400 SB

- Bett: richtig bequeme Matratzen, wir haben super geschlafen
- Küche: Soft-Close-Schränke und Schubladen, großer Kühlschrank mit Gefrierfach, dreiflammiger Gasherd und Backofen
- Platz ohne Ende: Heckgarage mit Zurrösen und Antirutschmatten, unsere Fahrräder passten problemlos rein
Die Bretagne hat uns mit ihrer Schönheit, ihrer Gastfreundschaft und ihrer Küche tief beeindruckt. Habt ihr Fragen oder eigene Tipps für eine Wohnmobil-Reise? Schreibt sie uns in die Kommentare, wir freuen uns auf den Austausch!
Eure Jungs
Häufige Fragen zur Wohnmobil-Tour in der Bretagne
Wann ist die beste Zeit für eine Wohnmobil-Tour in die Bretagne?
Von Mai bis September ist das Wetter am angenehmsten. Im Mai, Juni und September ist es deutlich ruhiger als im Hochsommer, dafür kann es etwas regnerischer sein. Viele Campingplätze öffnen im Frühjahr und schließen im Oktober.
Darf man in Frankreich mit dem Wohnmobil frei stehen?
Frei stehen ist nicht überall erlaubt, gerade an der Küste verbieten viele Gemeinden das Übernachten außerhalb ausgewiesener Plätze. Es gibt aber sehr viele Stellplätze (Aires de camping-car), oft günstig und mit Ver- und Entsorgung. Damit waren wir wunderbar aufgehoben.
Wo parkt man mit dem Wohnmobil am Mont-Saint-Michel?
Wohnmobile stehen auf dem offiziellen Parkplatz P8 am Festland. 2026 kostet das je nach Saison 18 bis 30 € pro 24 Stunden. Zum Mont fährt der kostenlose Shuttle Le Passeur, zu Fuß sind es knapp drei Kilometer.
Wo isst man in Cancale die besten Austern?
Am Austernmarkt am Ende des Hafens unter dem Leuchtturm. Er hat das ganze Jahr täglich geöffnet, ihr kauft direkt bei den Züchtern und esst die Austern gleich auf der Kaimauer.
Wie lange sollte man für die Smaragdküste einplanen?
Wir waren fünf Tage unterwegs und würden heute eher ein bis zwei Wochen einplanen. Allein Saint-Malo, Dinard, Cancale und Dinan sind jeweils einen eigenen Tag wert.
Welche App hilft bei der Stellplatzsuche?
2019 haben wir die App CAMPY genutzt. Sehr verbreitet ist auch park4night. Filtert nach automatisierten Stellplätzen, wenn ihr spät ankommt.
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Diese Reise ist 2019 in Kooperation mit Etrusco entstanden, die uns das Wohnmobil zur Verfügung gestellt haben. Unsere Meinung bleibt davon unberührt.
Autor

Sascha
Fotograf, Zocker & Süßigkeiten-FanSascha sorgt für Bilder, Videos und eine gute Portion Kreativität auf dem Blog. Wenn er nicht fotografiert, findet man ihn beim Zocken oder beim Sport, um sich seine Liebe zu Süßem zu verdienen.






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