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Foodguide

Roskilde und Fjordlandet | Dänemark eine halbe Stunde hinter Kopenhagen

Roskilde und Fjordlandet liegen nur rund 30 Kilometer von Kopenhagen entfernt. Wikingerschiffe, UNESCO-Dom, Bio-Brauerei und das beste Eis der Region, unsere Tipps aus fünf Tagen am Roskilde Fjord.

von Sascha aktualisiert am
Roskilde und Fjordlandet | Dänemark eine halbe Stunde hinter Kopenhagen

Roskilde liegt nur rund eine halbe Stunde von Kopenhagen entfernt, und genau da fangen für die meisten Dänemark-Reisen an. Man sieht die kleine Meerjungfrau, isst ein Smørrebrød in Nyhavn und fährt weiter. Dabei beginnt eine halbe Zugstunde westlich eine Region, die alles hat, was wir an Dänemark lieben. Fjord, Wikinger, Flødeboller, Bio-Höfe und Menschen, die ihr Handwerk richtig ernst nehmen.

Noch mehr Dänemark gefällig?

Dieser Beitrag ist Teil unseres großen Dänemark-Reiseführers. Dort findet ihr all unsere Regionen, Ferienhaus-Tipps und Rezepte gebündelt an einem Ort.

Die Region heißt Fjordlandet und liegt rund um den Roskilde Fjord, zwischen Roskilde, Lejre, Skibby und Jægerspris. Fünf Tage waren wir dort mit Maja von moey’s kitchen unterwegs, eingeladen von VisitFjordlandet, und haben gemerkt, wie schnell man hier von einer Schokoladenfabrik in eine Wikingerhalle und von dort auf einen Bio-Hof kommt.

Was uns am meisten überrascht und gefreut hat, sind die kurzen Wege. Von der Bio-Brauerei auf dem Feld bis zum UNESCO-Dom fahrt ihr etwa zwanzig Minuten, und die Milch von Svanholm ist nach einer Viertelstunde bei Hansens Is in der Eisproduktion. In diesem Beitrag nehmen wir euch mit zu allen Stationen, von den Roskilde Sehenswürdigkeiten bis zu den kleinen Produzenten im Umland, mit Adressen, Einordnung und unserer Einschätzung, was sich wirklich lohnt.

Warum sich Fjordlandet rund um Roskilde lohnt

Der Roskilde Fjord ist flach, ruhig und an vielen Stellen so schmal, dass man das andere Ufer sieht. Drumherum liegen Felder, kleine Dörfer und eine Stadt, die einmal Dänemarks Hauptstadt war.

Genau diese Mischung macht aber den Reiz aus. Ihr könnt morgens entspannt durch eine Königshalle aus der Wikingerzeit laufen, mittags sehr lecker bei einer Hofbrauerei essen und abends am Fjord den Tag ausklingen lassen. Für uns als Foodblogger war das ein kleines Geschenk, weil hier fast jeder Produzent seine Geschichte selbst erzählt.

Und ja, Roskilde kennen viele nur vom Roskilde Festival, einem riesigen Musikfestival. Das ist schade, denn die Stadt hat neben dem Dom und den Wikingerschiffen eine sehr entspannte Altstadt mit kurzen Wegen und einem Hafen, an dem man gut eine Stunde sitzen kann, ohne etwas zu verpassen.

Fjordlandet auf einen Blick

  • Region: Fjordlandet, rund um den Roskilde Fjord auf Seeland
  • Entfernung zu Kopenhagen: etwa 30 Kilometer, mit dem Zug rund 25 Minuten
  • Ideale Dauer: drei bis vier Tage, als Tagesausflug ebenfalls machbar
  • Beste Reisezeit: Mai bis September, wir waren Mitte September unterwegs
  • Unterwegs am besten mit: Auto, weil Lejre, Skibby und Jægerspris sonst mühsam werden

Ankommen am Roskilde Fjord

Unsere Homebase für vier Nächte war das wunderschöne und erst kürzlich neu eröffnete Hotel Søfryd in Jyllinge, direkt am Wasser. Das ist logistisch perfekt gewählt, weil von hier aus alle Stationen der Region in maximal 35 Minuten zu erreichen sind. Roskilde liegt rund zwanzig Minuten entfernt, Lejre gut eine halbe Stunde, Skibby und Jægerspris ebenfalls.

Angekommen sind wir am späten Nachmittag, und der erste Weg führte nicht ins Zimmer, sondern ans Wasser. Der Fjord liegt hier so still da, dass man den Unterschied zu Dänemarks Nordwestküste sofort spürt. Kein Rauschen, keine Brandung, nur Schilf und ein paar Boote und diese grandiose Ruhe. Ganz ehrlich … das entschleunigt in Sekunden. Aus den meisten Zimmern habt ihr einen wunderbaren Fjordblick und vor allem beweist Dänemark mal wieder sein Händchen für die perfekte Mischung von hyggelig und Design! Das Badehotel hat einen traditionellen Charme und bietet alles, was man für einen schönen Aufenthalt braucht.

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Dazu gehört auch das Hotelrestaurant, in dem es zum Beispiel auch das kleine feine Frühstück gibt. Am ersten Abend gab es dort für uns aber erst mal ein Drei-Gänge-Menü, und damit war der Ton für die nächsten Tage gesetzt. Regional, hochwertig, ohne Show und doch so wunderschön! Angefangen bei den feinen Nordic-Cuisine-Vorspeisen bis hin zum wohl besten Schnitzel seit langer Zeit! Dazu kam eine dänische Neuentdeckung, der Gâteau Marcel, ein wirklich unwiderstehlicher Schokoladenkuchen. Victor Thorsteinsson, der Küchenchef, serviert Fine Dining genau so, wie wir es lieben. Unsere klare Empfehlung also, hier mindestens einmal essen zu gehen … und ganz viel von dem fantastischen Brot zu futtern!

Gut zu wissen

Hotel Søfryd

Søfrydvej 8
4040 Jyllinge

Direkt am Roskilde Fjord, zentral zwischen Roskilde, Lejre und Hornsherred


Kulinarisch unterwegs in Fjordlandet

Das hier ist der Teil, für den wir eigentlich gekommen sind. Fjordlandet hat eine Dichte an kleinen Produzenten, die uns ehrlich überrascht hat. Schokolade, Bier, Milch, Eis und Gemüse, und fast alles innerhalb eines Radius von dreißig Kilometern.

Frellsen Chocolate Factory in Roskilde

Wir starten unseren ersten richtigen Tag in Fjordlandet also völlig vernünftig. In einer Schokoladenfabrik! Darauf haben wir drei uns schon seit Wochen gefreut.

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Frellsen ist ein dänisches Familienunternehmen mit Wurzeln bis 1897, und das merkt man an jeder Ecke. Hier werden Flødeboller, Pralinen und Kaffee unter einem Dach produziert, was in dieser Größe wirklich selten ist. Wir wollen schon seit Jahren unsere geliebten Flødeboller, quasi dänische Schaumküsse, selbst machen und endlich ist es so weit. Wir haben einen Flødeboller-Kurs inkl. kleiner Führung gebucht! Bei der Führung geht ihr in einem Glastunnel (also ohne Schutzbekleidung) durch die laufende Produktion, seht, wie aufgespritzt und überzogen wird, und bekommt nebenbei die Firmengeschichte erzählt.

Der beste Teil kommt am Ende. Ihr stellt Flødeboller selbst her, diesen dänischen Klassiker aus Baiser auf Waffelboden oder Marzipanboden mit Schokoladenmantel. Das sieht einfach aus und ist es nach ein wenig Übung auch. Mitnehmen oder direkt essen, beides erlaubt.

Gut zu wissen

Frellsen Chocolate Factory

Industrivej 14
4000 Roskilde

Schokoladenfabrik mit Führungen und Flødeboller-Kursen, vorab buchen

Sct. Hans Have, Roskildes versteckter Garten

Sct. Hans Have ist einer dieser Orte, an denen man eher nicht zufällig landet. Der Garten liegt auf dem historischen Gelände des Sct.-Hans-Hospitals, mitten im Grünen und nur wenige Minuten vom Fjord entfernt und ist einen Besuch mehr als wert!

Heute ist das eine Mischung aus Gemüsegarten, Café und sozialer Initiative. Es wird angebaut, geerntet und direkt weiterverarbeitet, und wer hier arbeitet, tut das in einem Rahmen, der Menschen wieder in einen Arbeitsalltag bringt. Maria-Louise hat uns durch die Beete und Gewächshäuser geführt und erklärt, was gerade Saison hat und warum die Gärten hier zum Verweilen einladen sollen!

Zum Mittagessen gibt es, was der Garten hergibt. Für uns war das der ruhigste Programmpunkt des Tages und gleichzeitig der, über den wir hinterher am längsten gesprochen haben. Das Ganze sieht so wunderschön aus und die Geschichte dahinter ist einfach das i-Tüpfelchen für einen besonderen Ort wie diesen! Absoluter Pluspunkt sind die Leckereien aus dem Café. Die waren so gut, dass sich schon allein dafür ein Trip hierhin lohnt.

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Gut zu wissen

Sct. Hans Have

Urtevænget 14
4000 Roskilde

Garten, Café und soziale Initiative, geführte Besuche auf Anfrage

Herslev Bryghus, Bier aus der eigenen Landschaft

Herslev Bryghus liegt zwischen Feldern, ein paar Minuten vom Roskilde Fjord entfernt, und ist genau das, was wir uns unter einer Hofbrauerei vorstellen. Das Getreide wächst teilweise direkt vor der Tür, gebraut wird biologisch, und gegessen wird da, wo produziert wird.

Bei der Führung wird schnell klar, dass hier niemand nur ein Produkt verkauft. Hier ist ein Produkt aus Leidenschaft entstanden und ganz natürlich gewachsen. Für uns war das der Moment, in dem Fjordlandet als Food-Region richtig Sinn ergab. Wie so oft in Dänemark, wird hier Regionalität echt gelebt und mit sinnvollen Zukäufen ergänzt. Unser Bier-Highlight war ganz klar das Rhabarber-Radler.

Der Lunch davor ist wirklich fantastisch und üppig, und wer mag, probiert sich währenddessen durch die vielen Biersorten. Viele Gerichte haben einen Bezug zum Bier oder es findet sich sogar als Zutat wieder. Wer fährt, kommt aber auch nicht zu kurz, denn Herslev Bryghus hat ausgesprochen viele alkoholfreie und alkoholarme Biere.

Gut zu wissen

Herslev Bryghus

Kattingevej 16
4000 Roskilde

Bio-Hofbrauerei mit Restaurant, Führung und Lunch nach Voranmeldung

Svanholm, Leben und Landwirtschaft als Gemeinschaft

Svanholm ist eine der größten und ältesten Gemeinschaften Dänemarks. Rund hundert Erwachsene und Kinder leben hier zusammen, organisieren ihren Alltag und große Teile der Wirtschaft gemeinschaftlich und betreiben dazu einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb mit Milch, Gemüse und weiteren Produkten. Für unser Empfinden ehrlicherweise ein wildes Konzept, aber auch ein unfassbar spannendes und faszinierendes!

Der Rundgang über den Hof erklärt beides, das Zusammenleben und die Landwirtschaft. Uns hat vor allem interessiert, wie selbstverständlich hier beides zusammengedacht wird. Spätestens am Wochenende sitzen alle gemeinsam am Tisch. Wer etwas braucht, findet alles in der riesigen gemeinschaftlich organisierten Küche. Es gibt viele Wohnungen, die je nach Personenzahl zugewiesen werden.

Später gibt es in dem ehrenamtlich geführten Hof-Café und Laden Mittagessen. Es kommt aus eigenen Bio-Produkten, dazu ein Glas frische Rohmilch direkt vom Hof, die überraschend lecker war. Merkt euch diese Milch, sie taucht gleich noch einmal auf.

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Gut zu wissen

Svanholm Gods

Svanholm Gods 4A
4050 Skibby

Gemeinschaft und Bio-Landwirtschaft, Führungen nach Absprache

Hansens Is, wo die Milch von Svanholm zu Eis wird

Ihr erinnert euch an die Milch? Hier finden wir sie wieder, bei einem weiteren Highlight unserer Reise, Hansens Is.

Hansens Is ist ein familiengeführter Eisproduzent mit Wurzeln bis 1922, und die Biomilch kommt eben direkt von Svanholm. Diese kurze Strecke heißt in Dänemark Mælkevejen, wörtlich Milchstraße, und in diesem Fall ist das sehr wörtlich gemeint. Hansens Is kennen wir schon von unseren vielen Besuchen in Dänemark aus dem Supermarkt und vor allem Maja und ich sind GROSSE Fans. Alleine das grandiose Verpackungsdesign macht schon Lust zu schlecken!

Eine Produktionsbesichtigung gibt es heute nicht, dafür Eis in einer Bandbreite, die das Probieren schnell ambitioniert werden lässt. Wir haben uns durchgearbeitet, aus rein journalistischen Gründen natürlich!

Wir haben etliche Eissorten und das hauseigene Softeis getestet, Flødeboller probiert und durften sogar die Schokolade von Friis-Holm probieren, die Hansens für sein Eis verwendet! Unser Fazit? Alles ist so unfassbar gut! Naschen und Dänemark sind für uns eh ein „Match made in Heaven“. Und als ob es nicht schon genug Leckereien gab, war da auch noch dieses unfassbar tolle Merch. Design kann man bei Hansens Is ohne Frage. Also lasst euch einen Besuch dort nicht entgehen!

Gut zu wissen

Hansens Is

Landerslevvej 5
3630 Jægerspris

Eisproduzent mit Verkauf vor Ort, Besuchszeiten vorab prüfen

Abendessen in Roskilde, Raadhuskælderen und Pipers Hus

Zwei Abende haben wir in Roskilde gegessen, und unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein.

Raadhuskælderen liegt direkt am Dom, im alten Rathauskeller, und ist genau die Art von Ort, an der man nach einem dicht getakteten Tag landen möchte. Dicke Mauern, warmes Licht, trubelige Atmosphäre, kurze Karte. Auf dem Teller landete bei uns ein fantastisches Tatar, ein Gericht, das wir in Dänemark einfach lieben. Dazu gab es wunderbar zarte Kartoffeln mit Erbsen in einer leichten Sauce. Wenn ihr den Dom ohnehin besucht, liegt das Restaurant wortwörtlich nebenan.

Gut zu wissen

Raadhuskælderen

Fondens Bro 3
4000 Roskilde

Direkt am Dom im historischen Zentrum, Reservierung empfohlen

Pipers Hus steht mitten im schönen Bypark und fühlt sich dadurch an wie ein Abendessen im Grünen, obwohl ihr mitten in der Stadt seid. Für uns war das der ruhigere der beiden Abende, mit einem kurzen Spaziergang durch den Park davor. Das Ganze hat mehr Wohnzimmeratmosphäre im besten Sinne. Los ging es mit richtig guten alkoholfreien Aperitifs, und dann gab es, was sollen wir sagen, schon wieder Tatar. Dazu der Tagesfisch, denn Fisch kann man in Dänemark generell richtig gut essen, und Torsten hatte ein ausgezeichnetes Steak.

Gut zu wissen

Pipers Hus

Frederiksborgvej 21
4000 Roskilde

Restaurant mitten im Bypark von Roskilde, Reservierung empfohlen


Roskilde Sehenswürdigkeiten. Wikinger, Könige und ein UNESCO-Dom

Fjordlandet ist eine der historisch dichtesten Ecken Dänemarks. Roskilde war Hauptstadt, der Fjord war Verkehrsweg und Verteidigungslinie, und in Lejre liegt eine der ältesten Königslandschaften des Landes. Diese vier Stationen haben uns dabei besonders beeindruckt und können wir euch sehr empfehlen.

Wikingerschiffsmuseum Roskilde

Das Vikingeskibsmuseet zeigt die fünf originalen Skuldelev-Schiffe. Die wurden vor rund tausend Jahren absichtlich im Roskilde Fjord versenkt, um eine Sperre gegen Angreifer zu bilden, und jahrhundertelang lagen sie dort im Schlick.

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Was man heute sieht, sind Fragmente in Stahlgerüsten, und trotzdem funktioniert dieser Raum sofort. Man steht vor dem Holz und begreift, wie groß diese Schiffe waren und wie weit die Menschen damit gekommen sind. Diese Vorstellung fasziniert uns immer wieder und das nicht erst seit der Hit-Serie Vikings. Draußen am Wasser liegen die Rekonstruktionen, an denen weiter gebaut und gesegelt wird. Hier wird experimentelle Archäologie großgeschrieben, und so wird immer wieder ausprobiert, wie Schiffbau in der Wikingerzeit funktioniert hat. Man testet, passt an und sammelt so immer mehr Wissen. Das heißt, ihr könnt hier Schiffbauern beim Konstruieren zuschauen, Fragen ohne Ende stellen und auch selbst mit einem Boot rausfahren!

Wenn ihr in Roskilde nur eine Sache macht, dann diese. Plant aber mindestens zwei Stunden bis zu einem halben Tag ein.

Gut zu wissen

Vikingeskibsmuseet

Vindeboder 12
4000 Roskilde

Wikingerschiffsmuseum am Hafen, Führungen buchbar

Roskilde Domkirke, 800 Jahre auf einmal

Die Roskilde Domkirke ist UNESCO-Welterbe und die Grabkirche der dänischen Monarchie. Rund vierzig Könige und Königinnen liegen hier, und weil über Jahrhunderte weitergebaut wurde, steht ihr in einem Gebäude, das über 800 Jahre Architekturgeschichte in einem Raum erzählt.

Das klingt erst mal sehr trocken, aber ist es überhaupt nicht. Jede Grabkapelle hat ihren eigenen Stil, und man läuft von der Backsteingotik in den Barock und weiter in die Moderne, ohne das Gebäude zu verlassen. Unser Guide Henrik hat das deutschsprachig erklärt, und ohne diese Erklärung hätten wir die Hälfte nicht gesehen. Hatte ein wenig was von Game of Thrones und wir finden solche royalen Stammbäume und Verstrickungen immer mega spannend!

Der Weg dorthin lohnt sich übrigens auch. Vom Hafen führt ein Spaziergang durch den Bypark ins Zentrum, etwa zwanzig Minuten, mit den Domtürmen als Orientierungspunkt.

Gut zu wissen

Roskilde Domkirke

Domkirkepladsen 3
4000 Roskilde

UNESCO-Welterbe, deutschsprachige Führungen auf Anfrage

Sagnlandet Lejre, Wikingerhalle und Den Vilde Vej

Sagnlandet Lejre ist ein Freilicht- und Forschungszentrum für experimentelle Archäologie. Das heißt übersetzt, hier wird nicht nur ausgestellt, sondern ausprobiert. Wie baut man mit den Werkzeugen von damals, wie hält so ein Dach, wie riecht eine Halle, in der Feuer brennt.

Das Highlight ist die rekonstruierte Wikinger-Königshalle. Man geht hinein, die Augen brauchen einen Moment, und dann steht man in einem Raum aus Holz, Rauch und Feuerschein. Grundlage dafür sind Funde aus Lejre selbst, einem früheren Zentrum dänischer Königsgeschichte. Unser Guide Kenneth zeigte uns mehr als eindrucksvoll mit wie viel Leidenschaft und wie wissbegierig hier alle gemeinsam arbeiten. Also seht das Ganze nicht „nur“ als übliches Freilichtmuseum, sondern als ein Stück gelebte Geschichte.

Direkt im Museum liegt Den Vilde Vej, ein 330 Meter langer erhöhter Naturweg durch die Landschaft. Der ist für Kinder gebaut und macht Erwachsenen mindestens genauso viel Spaß. Generell würden wir sagen, dass das Sagnlandet wirklich alles für Groß und Klein bietet. Man kann hier sogar waschecht als Wikinger auf Zeit leben!

Gut zu wissen

Sagnlandet Lejre

Slangealleen 2
4320 Lejre

Freilicht- und Forschungszentrum, saisonale Öffnungszeiten vorab prüfen

Jægerspris Slot und der Schlosspark

Jægerspris Slot ist eine historische königliche Residenz und eng mit König Frederik VII. und Gräfin Danner verbunden, die wir schon im Roskilde Dom kennen lernen durften. Die beiden haben nämlich hier gelebt, und die Führung erzählt entsprechend weniger über Repräsentation als über zwei faszinierende Menschen, deren Verbindung am Hof alles andere als selbstverständlich war. Gräfin Danner war progressiv und vor allem eins. Bürgerlich.

Ein König und eine Frau aus einfachen Verhältnissen. Was nach Märchen klingt, sorgte im damaligen Dänemark für ordentlich Gesprächsstoff. Auf Schloss Jægerspris fanden Frederik VII. und Gräfin Danner ab 1854 einen Rückzugsort fernab der missbilligenden Blicke am Hof. Besonders spannend finden wir aber, was danach kam. Die Gräfin nutzte ihr Erbe, um Waisenkindern und bedürftigen Frauen zu helfen. Hinter den Schlossmauern steckt also weit mehr als eine königliche Liebesgeschichte. Und genau das macht den Besuch so interessant.

Rund um das Schloss liegt auch noch ein romantischer Park mit alten Eichen und Denkmälern. Also perfekt für ein paar ruhige Stunden abseits des Stadttrubels.

Gut zu wissen

Jægerspris Slot

Slotsgården 20
3630 Jægerspris

Schloss und Park, deutschsprachige Führungen möglich


Natur am Roskilde Fjord

Ganz ehrlich, bei dem vollen Programm waren wir kaum am Wasser. Die große Ausnahme war unser Hotel in Jyllinge, und genau da war es wunderschön und herrlich ruhig.

Abends am Fjord in Jyllinge

Direkt am Hotel Søfryd liegt der Fjord ganz still da. Ein paar Boote, Schilf am Ufer und abends ein Himmel, der sich langsam rosa färbt. Wenn ihr dort übernachtet, nehmt euch unbedingt einen Abend Zeit für den Steg und schaut einfach aufs Wasser.

Byparken in Roskilde

Der Bypark verbindet den Hafen mit der Altstadt. Grüner Stadtpark, Fjordblick, und zwischen den Bäumen tauchen irgendwann die Domtürme auf. Als Weg vom Wikingerschiffsmuseum zum Dom ist das die schönste Variante und dauert kaum länger.


Praktische Tipps für eure Reise nach Fjordlandet

Anreise nach Roskilde

Mit dem Auto kommt ihr von Deutschland entweder mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby oder über Jütland und die Brücke über den Großen Belt. Wer fliegt, landet in Kopenhagen und fährt in rund 25 Minuten mit dem Zug nach Roskilde. Für die umliegende Region selbst empfehlen wir trotzdem ein Auto, weil Lejre, Skibby und Jægerspris mit Bus und Bahn doch mehr Zeit kosten. Wer lieber in einem eigenen Haus wohnt statt im Hotel, findet in unserem Ferienhaus Dänemark Guide alles zu Regionen, Buchung und Ausstattung.

Wie viele Tage einplanen

Für Roskilde allein reicht ein voller Tag. Wenn ihr die Produzenten, Lejre und Hornsherred mitnehmen wollt, plant drei bis vier Tage ein. Wir waren fünf Tage da und hatten trotzdem das Gefühl, dass noch so viel zum Entdecken übrig bleibt.

Was ihr vorher buchen solltet

Die schönsten Stationen in Fjordlandet sind kleine Betriebe, und die meisten empfangen Gäste nur nach Absprache. Frellsen, Sct. Hans Have, Herslev Bryghus und Svanholm solltet ihr vorher anfragen. Für Dom und Wikingerschiffsmuseum reicht spontanes Erscheinen, eine Führung lohnt sich aber definitiv, sonst hat man nur die halbe Geschichte.

Unsere sechs Lieblingsstationen in Fjordlandet

Sagnlandet Lejre, das Wikingerschiffsmuseum, der Flødeboller-Kurs bei Frellsen, Herslev Bryghus, Sct. Hans Have und Hansens Is. Wenn ihr nur zwei Tage habt, würden wir genau diese sechs nehmen.


FAQ, häufige Fragen zu Roskilde und Fjordlandet

Wo liegt Fjordlandet in Dänemark?

Fjordlandet liegt auf Seeland rund um den Roskilde Fjord, etwa 30 Kilometer westlich von Kopenhagen. Zur Region gehören unter anderem Roskilde, Lejre, Skibby und Jægerspris auf der Halbinsel Hornsherred.

Wie kommt man von Kopenhagen nach Roskilde?

Mit dem Zug dauert die Fahrt vom Kopenhagener Hauptbahnhof nach Roskilde rund 25 Minuten, es fahren mehrere Verbindungen pro Stunde. Mit dem Auto seid ihr je nach Verkehr etwa eine halbe Stunde unterwegs. Für die Umgebung von Roskilde ist ein Auto deutlich praktischer.

Lohnt sich Roskilde als Tagesausflug von Kopenhagen?

Ja. Für Dom, Wikingerschiffsmuseum, Hafen und Altstadt reicht ein Tag gut aus. Wer zusätzlich Sagnlandet Lejre, die Produzenten oder Jægerspris sehen möchte, sollte drei bis vier Tage einplanen.

Was muss man in Roskilde gesehen haben?

Die drei Klassiker sind die Roskilde Domkirke als UNESCO-Welterbe, das Wikingerschiffsmuseum mit den fünf originalen Skuldelev-Schiffen und der Hafen am Fjord. Wer mehr Zeit hat, ergänzt Sagnlandet Lejre und einen Spaziergang durch den Bypark.

Wann ist die beste Reisezeit für Fjordlandet?

Mai bis September. Wir waren Mitte September unterwegs und fanden das ideal, weil die Sommerferien vorbei waren, das Licht schon weicher wurde und die meisten Betriebe noch normal geöffnet hatten. Im Winter haben viele kleinere Stationen eingeschränkte Zeiten.

Welche Food-Highlights gibt es in der Region?

Die Schokoladen- und Flødebolle-Produktion bei Frellsen in Roskilde, das Bio-Bier von Herslev Bryghus, die Bio-Landwirtschaft auf Svanholm, das Eis von Hansens Is aus genau dieser Milch und der Gemüsegarten von Sct. Hans Have.

Kann man in Dänemark überall mit Karte zahlen?

Ja. Karte funktioniert praktisch überall, Bargeld braucht ihr in der Regel nicht. Gezahlt wird in dänischen Kronen, nicht in Euro.

Braucht man ein Auto in Fjordlandet?

Für Roskilde selbst nicht, die Stadt ist gut zu Fuß und mit dem Zug erreichbar. Für Lejre, Herslev, Svanholm, Skibby und Jægerspris empfehlen wir klar ein Auto, sonst verliert ihr viel Zeit.


Unser Fazit zu Fjordlandet

Fjordlandet hat uns gezeigt, wie viel direkt vor den Toren von Kopenhagen liegt und wie wenig davon auf den so üblichen To-do-Listen auftaucht. Fünf Tage, in denen wir Flødeboller selbst gemacht, in einer Wikingerhalle am Feuer gestanden und Eis aus Svanholm-Milch probiert haben, ohne je lange im Auto zu sitzen.

Am meisten geblieben sind uns aber die Menschen. In der Fabrik, im Garten, im Sudhaus und im Hofladen standen überall Leute, die genau erklären können, warum sie etwas so und nicht anders machen. Das ist es, was eine Region für uns erst so richtig interessant macht, nicht die Anzahl der Sehenswürdigkeiten. Ich bin ja generell mehr der introvertierte Mensch, aber wenn ich eins schätzen gelernt habe in den vielen Jahren, in denen wir nach Dänemark reisen, dann ist es die Offenheit und Freundlichkeit der Dänen. Also sprecht mit den Menschen und eure Reise wird so viel wertvoller!

Und wenn ihr die Reise noch einmal aus einer anderen Perspektive erleben wollt, lest unbedingt Majas Reisebericht Fjordlandet rund um Roskilde. Wikingerschiffe und Flødeboller. Sie erzählt hautnah von unserer gemeinsamen Reise und davon, was wir drei dort alles erlebt haben.

Wer danach noch mehr dänische Foodregionen sehen will, dem legen wir den Limfjord und das Küstenland Kystlandet ans Herz. Wenn ihr also das nächste Mal nach Kopenhagen fahrt, nehmt euch danach unbedingt noch ein paar Tage für Fjordlandet.

Eure Jungs

Mehr zur Region Fjordlandet

Alle Öffnungszeiten, Karten und aktuelle Veranstaltungen findet ihr bei VisitFjordlandet.

Danke an VisitFjordlandet und Visit Denmark, die uns zu dieser Reise eingeladen haben. Unsere Eindrücke und Einschätzungen sind wie immer unsere eigenen.



Autor

Portrait von Sascha Wett. Food Fotograf und Autor bei Die Jungs kochen und backen.

Sascha

Fotograf, Zocker & Süßigkeiten-Fan

Sascha sorgt für Bilder, Videos und eine gute Portion Kreativität auf dem Blog. Wenn er nicht fotografiert, findet man ihn beim Zocken oder beim Sport, um sich seine Liebe zu Süßem zu verdienen.



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