Gulasch im Schnellkochtopf ist eines der Fleischgerichte, die ich seit Kindheitstagen am allerliebsten esse. Früher wurde bei Oma Lore Gulasch regelmäßig unter der Woche gekocht. Alle zwei Wochen stand ein Gulasch auf dem Tisch. Das konnte in der einen Woche vom Rind sein, in der anderen vom Schwein. Und je nachdem, was der Metzger im Angebot hatte, gab es das Gulasch auch gerne mal halb und halb.
Mit dem Schnellkochtopf braucht ihr dafür keine zwei Stunden mehr. Zwiebeln und Fleisch kräftig anbraten, Deckel drauf, und nach 15 Minuten unter Druck ist das Schweinegulasch zart. Hier zeigen wir euch Oma Lores Rezept, die Garzeiten für Schwein, Rind und halb und halb, wie die Soße trotzdem dunkel wird und was ihr macht, wenn das Fleisch doch noch nicht weich ist. Noch mehr Rezepte, die unter der Woche schnell gehen, findet ihr in unserer Sammlung für die schnelle Küche.
Inhaltsverzeichnis
Wie lange muss Gulasch in den Schnellkochtopf?
Schweinegulasch braucht im Schnellkochtopf etwa 15 Minuten, Rindergulasch etwa 25 bis 30 Minuten und Gulasch halb und halb etwa 20 bis 25 Minuten. Die Zeit zählt immer ab dem Moment, in dem der Topf unter vollem Druck steht, also ab dem Zeitpunkt, an dem das Ventil die zweite Stufe anzeigt oder zu zischen beginnt. Das Anbraten davor und der Druckaufbau kommen noch dazu, deshalb rechnen wir für das Schweinegulasch insgesamt mit rund 30 Minuten.
Rindfleisch hat mehr Bindegewebe als Schwein und braucht deshalb länger, bis das Kollagen weich wird. Nach der Garzeit lasst ihr den Druck am besten langsam von selbst ab. Schnelles Ablassen unter kaltem Wasser kann das Fleisch zäher machen, weil die Fasern sich durch den Temperatursturz zusammenziehen. Ist das Fleisch beim Öffnen noch nicht ganz weich, schließt ihr den Deckel einfach wieder und hängt fünf Minuten dran.



Schnellkochtopf, was macht man darin?
Anders als Oma Lore hatten meine Muddi und auch Saschas Mama in den 80ern regelmäßig den Schnellkochtopf im Einsatz. Ich muss wirklich mal nachfragen, was meine Muddi außer Gulasch noch alles darin gekocht hat. Ich erinnere mich, dass sie oft die Kartoffeln darin gekocht hat, dann war das Mittagessen super schnell fertig. Und auch einen Braten hat sie darin in Windeseile gar gezogen.
Weil ich unter der Woche immer wieder zum Mittagessen bei meiner Muddi eingeladen bin, fasziniert es mich bis heute, wenn sie erzählt, dass sie das Gulasch erst kurz vor 12 Uhr in den Topf gegeben hat und ich es um 12:25 Uhr schon auf dem Teller habe. Klar, Zwiebeln und Fleisch müssen vorher angebraten werden, bevor der Deckel unter Druck geschlossen wird. Aber das Garen selbst ist dann ein Kinderspiel.
Gehört Paprika ins Gulasch?
Unser Gulasch haben wir so zubereitet, wie Oma Lore es gemacht hat, und dazu gehören gar nicht so viele Zutaten. Sie hatte allerdings zwei Varianten, eine mit Paprika und eine ohne. Das Wichtigste bei beiden ist, Zwiebeln und Fleisch richtig scharf anzubraten und immer wieder mit etwas Wasser abzulöschen, damit die Soße so richtig braun wird. Beim Schreiben habe ich außerdem viel darüber gelesen, wie Gulasch in Deutschland gekocht wird und wie es ursprünglich in Ungarn als Nationalgericht auf den Tisch kam.
Viele Rezepte im Netz nennen sich „ungarisch“ oder „original ungarisch“, weil Paprikaschoten darin stecken. Klar, Paprika ist in Ungarn ein super wichtiges Gemüse. Ins Gulasch kommt dort aber in der Regel nur Paprikapaste oder Paprikapulver, und damit könnt ihr die Schärfe wunderbar variieren. Bei uns gibt es noch einen weiteren Grund, warum keine Paprikaschoten ins Gulasch kommen. Sascha. Er verträgt Paprika einfach nicht. Deshalb esse ich Paprika eigentlich nur, wenn wir bei Freunden eingeladen sind oder mein Schwiegervater seinen legendären Paprikasalat macht. Da schlage ich dann richtig zu.


Rindergulasch im Schnellkochtopf. So passt ihr das Rezept an
Ihr könnt das Rezept eins zu eins mit Rindfleisch kochen. Nehmt Gulasch aus der Rinderschulter, der Wade oder dem falschen Filet, also durchwachsene Stücke mit etwas Fett und Bindegewebe. Sie werden im Schnellkochtopf zart und bleiben saftig, mageres Fleisch aus der Keule wird dagegen schnell trocken. Alles andere bleibt gleich, nur die Garzeit steigt auf 25 bis 30 Minuten ab vollem Druck. Bei halb und halb, also Schwein und Rind gemischt, richtet ihr euch nach dem Rind und rechnet mit 20 bis 25 Minuten. Das Schweinefleisch nimmt die zusätzlichen Minuten nicht übel.
Tipps für ein richtig gutes Gulasch
Bratet das Fleisch in Etappen an. Kommt zu viel auf einmal in den Topf, sinkt die Temperatur, das Fleisch zieht Wasser und kocht, statt zu braten. Die Röstaromen fehlen dann in der Soße. Zwei bis drei Portionen bei hoher Hitze, und zwischendurch bei Bedarf etwas Butterschmalz nachgeben.
Löscht mehrmals ab, so wie Oma Lore. Zwiebeln und Fleisch kräftig anbraten und immer wieder einen Schuss Wasser oder Brühe angießen, bis die Flüssigkeit verdampft ist und sich wieder ein brauner Ansatz bildet. Dadurch wird die Soße dunkel, obwohl sie später nur 15 Minuten im geschlossenen Topf ist.
Geräuchertes Paprikapulver ist ein Tipp von Leser Michael. Ein Teelöffel Pimentón de la Vera gibt dem Gulasch eine rauchige Note, die zu Schweinefleisch besonders gut passt. Und wenn etwas übrig bleibt, macht es wie Benita. Sie hat die doppelte Menge gekocht und den Rest mit etwas Brühe zur Gulaschsuppe gemacht.

Was kann beim Gulasch im Schnellkochtopf schiefgehen?
Das Fleisch ist zäh. Entweder war die Garzeit zu kurz, der Druck wurde zu schnell abgelassen, oder es war das falsche Fleisch. Bleibt bei Schulter oder Nacken, lasst den Druck von allein abfallen und gebt dem Gulasch bei Bedarf noch fünf Minuten unter Druck. Zäh heißt im Schnellkochtopf fast immer zu wenig Zeit, nicht zu viel.
Das Fleisch ist trocken und faserig. Dann war es zu mager oder zu klein geschnitten. Gulaschwürfel sollten etwa 3 bis 4 cm groß sein, dann bleiben sie im Schnellkochtopf saftig. Filet oder mageres Schnitzelfleisch eignen sich nicht, egal wie kurz die Garzeit ist.
Die Soße ist zu dünn. Im Schnellkochtopf verdampft fast nichts, deshalb bleibt die ganze Flüssigkeit im Topf. Lasst das Gulasch nach dem Öffnen ohne Deckel ein paar Minuten offen köcheln, oder bindet es mit etwas Speisestärke, die ihr in kaltem Wasser anrührt. Der Schmand am Ende macht die Soße außerdem cremiger.
Die Soße ist hell und schmeckt flach. Dann fehlen die Röstaromen vom Anbraten. Das Fleisch muss in Etappen richtig dunkel werden, das Tomatenmark kurz mitrösten, und das mehrmalige Ablöschen mit Wasser sorgt für die Farbe. Diese zehn Minuten vor dem Schließen des Deckels sind die wichtigsten des ganzen Rezepts.
Es ist angebrannt. Das passiert, wenn der Bodensatz vom Anbraten nicht mit Flüssigkeit gelöst wurde oder zu wenig Flüssigkeit im Topf war. Kratzt vor dem Schließen alles mit einem Holzlöffel vom Boden, und bleibt bei dem Liter Brühe aus dem Rezept. Der Schnellkochtopf braucht diese Mindestmenge, um Druck aufzubauen.
Der Topf baut keinen Druck auf. Meistens sitzt der Deckel nicht richtig, die Dichtung ist alt oder das Ventil verklebt. Prüft die Gummidichtung, setzt den Deckel nach Anleitung eures Topfs auf und wartet, bis das Ventil die volle Stufe anzeigt, bevor ihr die Hitze reduziert. Erst dann läuft die Garzeit.
Der Schmand flockt. Dann kam er in die kochende Soße. Nehmt den Topf vom Herd, lasst das Gulasch kurz stehen und rührt den Schmand erst dann unter. Danach nicht mehr aufkochen.
Was passt zum Gulasch?
Bei Oma Lore gab es meistens Salzkartoffeln oder Nudeln dazu, bei uns heute oft Reis, weil er genau in der Garzeit des Gulaschs fertig wird. Genauso gut passen Spätzle, Kartoffelpüree oder einfach ein Stück Brot für die Soße. Und ein Klecks Schmand extra auf dem Teller schadet nie.
Aufbewahren, einfrieren und aufwärmen
Gulasch hält sich im Kühlschrank drei Tage und schmeckt am zweiten Tag oft noch besser, weil es durchzieht. Zum Aufwärmen erhitzt ihr es langsam im Topf, bei Bedarf mit einem Schluck Brühe. Einfrieren klappt wunderbar, am besten portionsweise und ohne den Schmand, den rührt ihr erst nach dem Erwärmen unter. So habt ihr auch allein oder zu zweit immer eine Portion parat.

Zutaten
- 1,8 kg Schweinefleisch, z.B. Schulter
- 400 g Zwiebeln
- 3 Karotten
- 2-3 EL Butterschmalz
- 2 EL Tomatenmark
- 3 Knoblauchzehen
- 1 L Gemüsebrühe
- 5 Pfefferkörner, schwarz
- 2 EL Senf
- 1-2 TL Salz
- 2 TL Paprikapulver, scharf o. edelsüß
- 100 g Schmand
Zubereitung
- Schneidet das Schweinefleisch in kleine Stücke, solltet ihr es am Stück gekauft haben. Schält danach die Zwiebeln und Karotten und schneidet sie in kleine Würfel.
- Erhitzt nun das Butterschmalz in eurem Schnellkochtopf auf eine hohe Hitze. Bratet nun das Fleisch in 2-3 Etappen scharf an (bei Bedarf noch etwas Butterschmalz nachgeben). Danach nehmt das Fleisch aus dem Topf und bratet die Zwiebeln mit den Karotten an. Presst die Knoblauchzehen ebenfalls in den Schnellkochtopf und gebt auch das Tomatenmark mit dazu. Bratet das Gemüse für ca. 5 Minuten scharf an.
- Gebt das Fleisch zurück in den Topf und gießt alles mit der Gemüsebrühe auf. Jetzt kommen alle übrigen Zutaten außer dem Schmand in den Topf. Schließt den Deckel nach Anleitung eures Schnellkochtopfs und gart das Gulasch 15 Minuten ab vollem Druck. Wenn ihr Reis oder Nudeln dazu serviert, ist jetzt der perfekte Moment, sie aufzusetzen. Lasst den Druck langsam ab, öffnet den Deckel und rührt kurz vor dem Servieren den Schmand unter. Fertig ist unser fixes Schweinegulasch!
Nährwerte
Tipps
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Rinderrouladen wie bei Oma

“Reste” Gulasch

Wildschweingulasch
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Sauerbratengulasch vom Eifelrind

Rindergulasch
Hier zum Rezept
Häufige Fragen zu Gulasch im Schnellkochtopf
Wie lange muss Gulasch in den Schnellkochtopf?
Schweinegulasch etwa 15 Minuten, Rindergulasch etwa 25 bis 30 Minuten, halb und halb etwa 20 bis 25 Minuten. Die Zeit zählt ab dem Moment, in dem der Topf unter vollem Druck steht.
Warum wird Gulasch im Schnellkochtopf so zart?
Durch den Druck steigt die Temperatur im Topf auf über 110 °C. Das Kollagen im Fleisch wird dadurch viel schneller weich als beim normalen Schmoren, und Flüssigkeit und Aromen bleiben im Topf.
Welches Fleisch eignet sich am besten?
Durchwachsenes Fleisch mit etwas Fett. Vom Schwein Schulter oder Nacken, vom Rind Schulter, Wade oder falsches Filet. Mageres Fleisch wird trocken.
Kann ich auch Rindergulasch im Schnellkochtopf machen?
Ja, mit den gleichen Zutaten. Rechnet nur mit etwa 25 bis 30 Minuten ab vollem Druck.
Muss ich das Fleisch vorher anbraten?
Ja, unbedingt. Das Anbraten in Etappen und das mehrmalige Ablöschen sorgen für Röstaromen und die dunkle Soße. Im geschlossenen Topf entsteht beides nicht mehr.
Kann ich Gulasch einfrieren oder aufwärmen?
Ja. Einfrieren am besten portionsweise und ohne Schmand, aufwärmen langsam im Topf mit einem Schluck Brühe. Oft schmeckt es am nächsten Tag noch besser.
Was ist der Unterschied zum normalen Topf?
Im Schnellkochtopf verkürzt sich die Garzeit um rund zwei Drittel. Schweinegulasch, das im normalen Topf gut 90 Minuten schmoren muss, ist hier nach 15 Minuten unter Druck zart. Geschmack und Konsistenz leiden nicht.
Jetzt seid ihr dran!
In unserem Rezept steckt keine Paprikapaste, sondern nur eine feine Note Paprikapulver, aber da könnt ihr natürlich herumbasteln. Seid ihr eher Team Paprika oder Team Saftgulasch mit dunkler Soße? Schreibt es uns in die Kommentare, bewertet das Rezept, wenn ihr es nachgekocht habt, und zeigt uns euer Gulasch auf Instagram mit @diejungskochenundbacken.
Eure Jungs
Kennt ihr schon unsere Agentur-Website?
Dann schaut doch mal hier vorbei: Oma Lore – Die Kreativagentur
Autor

Torsten
Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des StudiosTorsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht. Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.






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