Rinderroulade mit Soße, Kartoffelknödel und Rotkohl auf dem Teller

Rinderrouladen wie bei Oma | Oma Lores Sonntagsklassiker

WhatsApp Newsletter abonnieren

Im Oktober denken wir jedes Jahr ganz besonders an Oma Lore, und ihre Rinderrouladen gehören dann einfach dazu. Unter der Woche gab es sie bei ihr nie, nur sonntags oder an Feiertagen. Wenn ich von der Sonntagsschule nach Hause kam, zog der Duft schon durchs ganze Haus, und ich wusste sofort Bescheid: Heute gibt es Rouladen mit fluffigen Kartoffelknödeln und reichlich Soße. Denn ohne Soße wären Oma Lores Rouladen einfach nicht dasselbe.

Das Schöne ist, dass Rinderrouladen gar nicht so aufwendig sind, wie viele denken. Die Vorbereitung dauert eine Dreiviertelstunde, den Rest erledigt der Topf fast von allein. Wir zeigen euch, wie die Rouladen butterweich werden, wie ihr sie am besten zusammenhaltet und warum sich eine große Portion zum Einfrieren lohnt.

So werden Rinderrouladen butterweich

  • Gutes Fleisch: Kauft Rouladen aus der Oberschale beim Metzger eures Vertrauens, wir gehen dafür zu Werner’s. Die Qualität muss einfach stimmen.
  • Die richtige Dicke: etwa 0,5 cm. So lassen sie sich gut rollen und bleiben beim Schmoren saftig. Euer Metzger schneidet sie euch gleich passend.
  • Die Füllung: scharfer Senf auf die ganze Scheibe, zwei dünne Scheiben Speck, Zwiebeln in Ringen statt Würfeln und dünne Gewürzgurkenscheiben für die süßsaure Note, die beim Schmoren ins Fleisch zieht.
  • Kräftig anbraten: Erst die Rouladen rundherum dunkel anbraten, dann das Gemüse. Zwei- bis dreimal mit Rotwein ablöschen, ohne umzurühren. Die Flüssigkeit löst den Bodensatz von allein, und genau daraus wird die Soße.

Seid ihr Team Zahnstocher, Metallring oder Faden?

Es gibt ja mindestens drei Varianten, wie Rouladen nach dem Rollen so befestigt werden, dass sie beim Anbraten und beim Schmoren nicht auseinanderfallen oder sich öffnen. Oma Lores Rinderrouladen wurden tatsächlich immer mit Zahnstochern zusammengehalten. Das ist auf jeden Fall eine absolut machbare und nicht unübliche Geschichte. Aber nachdem ich früher irgendwann einmal einen abgebrochenen Zahnstocher in meinem Gaumen stecken hatte, war ich von dieser Methode geheilt. Deshalb bekommen unsere Rouladen von Oma Lore keine Holzstäbchen zu sehen.

Die zweite Methode, die meine Muddi meistens verwendet hat, sind kleine Metallringe, die ihr um die Rouladen legen könnt, damit sie zusammenhalten. Die sind, soweit ich mich erinnere, auch auf die Größe beziehungsweise die Dicke der Roulade anpassbar, so dass man immer den richtigen Durchmesser hat. Auch die habe ich früher hin und wieder benutzt, aber damit haben die Rouladen immer so einen kleinen Bereich in der Mitte, der nicht richtig angebraten ist und beim Öffnen der Ringe sieht man dann einen hellen Streifen um die Roulade. Das gefällt mir optisch einfach nicht. Daher haben wir wohl auch davon keine mehr bei uns in der Küche.

Unsere absolute Lieblingsvariante ist definitiv das Küchengarn. Damit könnt ihr Oma Lores Rinderrouladen, genau wie bei einem großen Rollbraten, in ein kleines Gitter verpacken und sie halten einfach perfekt. Am Ende schneidet ihr den Faden einfach nur durch und ihr befreit eure Roulade und könnt sie genießen. Wenn ihr das noch nie gemacht habt, kann ich mir vorstellen, dass ihr glaubt, dass das eine schwierige Herausforderung ist. Aber da kann ich euch beruhigen. Verschließt die erste Roulade, dann die zweite und dann seid ihr schon richtige Profis. Das geht super schnell und ihr werdet es nie wieder anders machen wollen. Damit ihr euch anschauen könnt, wie easy das geht, haben wir unten im Rezept gleich ein kleines Video mit angeheftet, wo ihr euch das genau anschauen könnt.

Was passt zu Rinderrouladen?

Bei Oma Lore gab es immer Kartoffelknödel, und daran halten wir uns bis heute. Sascha nimmt übrigens lieber Semmelknödel. Dazu passen Rotkohl, Rosenkohl oder grüne Bohnen im Speckmantel. Wer es schneller mag, nimmt Salzkartoffeln oder Kartoffelpüree. Die Hauptsache ist, dass genug Soße auf dem Teller landet.

Vorkochen und einfrieren

Rouladen schmoren rund 90 Minuten, da lohnt sich eine größere Menge. Wir kochen meistens gleich mehr, wenn es beim Metzger ein gutes Angebot gibt. Die Rouladen friert ihr mit ordentlich Soße ein, am besten vakuumiert, und sie halten sich etwa drei Monate. Dann nur noch Knödel dazu kochen, fertig. So sind Rouladen auch für Singlehaushalte perfekt. Übrigens schmecken sie am nächsten Tag sogar noch besser, weil sie in der Soße durchziehen.

Im Backofen schmoren

Statt auf dem Herd könnt ihr die Rouladen nach dem Ablöschen auch im geschlossenen Bräter im Backofen schmoren, bei 160 °C Ober-/Unterhitze für etwa 2 Stunden. So verteilt sich die Hitze besonders gleichmäßig, und ihr habt den Herd frei für die Beilagen.

Woher kommt die Rinderroulade?

Tatsächlich ist die Tradition der Rinderroulade im Allgemeinen gar nicht so alt, wie man sich das denken könnte. Sie wurde vermutlich im 18. oder 19. Jahrhundert erst populär, als die Preise für Fleisch auch für die breite Bevölkerung bezahlbar wurden. Die genaue Herkunft lässt sich auch nicht ganz genau bestimmen, aber sie wird vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz gekocht. Was klar ist, dass sie, wie Oma Lores Rinderroulade meist an Sonn- oder Feiertagen zubereitet wurde und damit schon immer etwas Besonderes auf dem Tisch war.

So heißt die Rinderroulade in anderen Ländern, und auch die Füllung unterscheidet sich:

  • Frankreich: In Frankreich kennt man sie als “Paupiette“. Sie kann mit Rind, Geflügel, Kalb oder Schwein zubereitet werden. Die Füllung besteht meist aus einer Farce von Gemüse, Pilzen und Speck. Klingt super und müssen wir ausprobieren …
  • Italien: Wer kennt sie nicht, die leckeren “Involtini” aus Italien. Dort werden sie meist aus Kalbs- oder Schweinefleisch gemacht. Gefüllt werden sie oft mit Käse, Schinken oder Gemüse. Auch wir haben schon ein Rezept* für Involtini hier … allerdings aus Geflügel.
  • Polen: Dort werden sie “Zrazy” genannt. Hier ist, wie in Deutschland, dünnes Rindfleisch die Grundlage. Auch die Füllung ist denen von Oma Lore ähnlich. Außer, dass auch Pilze mit hinein kommen.
  • Ungarn: auch wenn die ungarische “Marharolád“, was Rinderroulade heißt nicht viel anders zubereitet, als Oma Lores Rinderroulade, aber was darf in Ungarn nie fehlen? Paprika natürlich. Damit und mit Knoblauch wird es gewürzt und verleiht dem Gericht gleich eine ganz andere Note. (gefällt mir …)

Und jetzt verratet mir: Team Zahnstocher, Metallring oder Faden? Und was gibt es bei euch zu Rouladen dazu? Schreibt es uns in die Kommentare!

Eure Jungs

Ihr sucht noch andere leckere Schmorgerichte?

Gerade in der herbstlichen und winterlichen Zeit sind Schmorgerichte für uns immer eine perfekte Art, das Mittagessen lecker zu gestalten. Und auch wenn man glaubt, dass so etwas immer viel Arbeit kostet … das ist nicht ganz richtig. Eigentlich braucht ihr nur ein wenig Zeit, die ihr aber gar nicht komplett am Herd verbringt. Das Schmoren geht fast ganz von alleine. Daher haben wir hier ein paar schöne Schmorrezepte für euch, die ihr vielleicht auch einmal ausprobieren wollt:

  • Tomaten-Hähnchen | Eines unserer meist nachgekochten Schmorgerichte der letzten beiden Jahre. Warum? Weil es einfach soooo lecker ist. Das müsst ihr ausprobieren, da es sich einfach von den meisten geschmorten Rezepten absetzt.
  • Oma Lores Sauerbraten | Ebenfalls ein Klassiker, der auch am Sonntag oder zu Feiertagen auf Oma Lores Tisch kam. Daher haben wir unsere Fotos auch in Oma Lores Küche gemacht.
  • Flache Rinderrippe | So simpel es sich anhört, so simpel ist unser Rezept auch. Mit leckerstem Röstgemüse und ein wenig Sauce einfach ein Traum
  • Wildschweinbraten | Der funktioniert nicht nur, wenn ihr einen Jäger in der Familie habt. Das Fleisch bekommt ihr auch beim Wildmetzger oder auch im guten Online-Fleischhandel. Gerade im Herbst ist Wild eine perfekte Wahl. Nachhaltiger geht nicht.
  • Geschmortes Lamm “mediterrane Art” | Ob ihrs glaubt oder nicht. Dies ist das herzhafte Rezept, das in den letzten 3 Monaten eines jeden Jahres am häufigsten aufgerufen und nachgekocht wird. Seid ihr auch dabei?
Rezept für Oma Lores Rinderrouladen. Die Vorbereitung ist easy gemacht, das Schmoren geht fast von alleine. Unser absolutes Wohlfühlgericht.

Oma Lores Rinderrouladen (wie bei Oma)

5 aus 6 Bewertungen
Drucken
Vorbereitung 45 Minuten
Zubereitung 1 Stunde 30 Minuten
Gesamt 2 Stunden 15 Minuten
Rezept für Oma Lores Rinderrouladen. Die Vorbereitung ist easy gemacht und das Schmoren geht fast von alleine. Unser absolutes Wohlfühlgericht.
Portionen 6 Portionen

Zutaten

Die Rouladen
  • 6 Rinderrouladen
  • 6 TL scharfer Senf
  • 12 Scheiben durchwachsener Speck, dünn geschnitten
  • 2 Zwiebeln, in dünne Ringe geschnitten
  • 6 Gewürzgurken, in dünne Streifen geschnitten
  • Salz und Pfeffer
Die Sauce
  • 2 Zwiebeln, gewürfelt
  • 4 Karotten, gewürfelt
  • 1/4 Sellerieknolle, gewürfelt
  • 300 ml trockener Rotwein
  • 800 ml Rinderfond
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2 Pimentkörner
  • 2 Wacholderbeeren
  • 6 Pfefferkörner
  • 1 EL Butterschmalz, zum Anbraten

Zubehör

  • 1 Bräter oder großer Schmortopf mit Deckel
  • Küchengarn
  • 1 Sieb

Zubereitung

Rouladen vorbereiten
  1. Trocknet zunächst die Rouladen von beiden Seiten mit Küchenkrepp und legt sie nebeneinander auf ein Brett. Salzt und pfeffert sie von der Innenseite und bestreicht sie mit jeweils 1 TL Senf.
  2. Nun belegt 2/3 der Roulade mit je 2 Scheiben Speck und einigen Scheiben der Zwiebel und der Gewürzgurken. Rollt sie dann von der belegten Seite her auf. Wickelt sie nun mit Küchengarn, damit sie nicht auseinanderfallen.
Anbraten
  1. Erhitzt nun das Fett in einem Topf und gebt die Rouladen hinein. Bratet sie scharf von jeder Seite an. Legt die Rouladen zur Seite und gebt die Gemüsewürfel in den heißen Topf. Lasst es ebenfalls gut anrösten. Gießt erst mit ein wenig Rotwein auf, wenn das Gemüse schon fest am Boden klebt. Nicht umrühren! Die Flüssigkeit löst den Bodenansatz von ganz alleine. Wiederholt das noch 2-3 Mal, so dass eine richtig dunkle Saucengrundlage da ist.
Schmoren
  1. Legt nun die Rouladen wieder auf das Gemüse und löscht es mit dem restlichen Rotwein und dem Rinderfond ab. Jetzt kommen die Gewürze dazu. Bringt alles einmal zum Kochen. Danach reduziert ihr die Temperatur so weit, dass die Rouladen für 90 Minuten bei geschlossenem Deckel leicht köcheln.
Die Soße
  1. Danach nehmt ihr die Rouladen aus dem Topf, gießt die Sauce durch ein Sieb und drückt alles ein wenig aus, damit auch jeder Rest an Geschmack in die Sauce kommt. Wenn ihr möchtet, dickt ihr die Sauce noch an. Ob mit Butter montiert oder mit Speisestärke. Ganz wie ihr möchtet.
  2. Damit sie heiß bleiben, gebt ihr die Rouladen dann wieder in die Sauce, bis sie auf den Tisch kommen.

Habt ihr das Rezept ausprobiert?

Lasst uns wissen, wie es war!

Wie lange müssen Rinderrouladen schmoren?

Etwa 90 Minuten bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze. Sie sind fertig, wenn sich eine Gabel ganz leicht hineinstechen lässt.

Welches Fleisch eignet sich für Rouladen?

Am besten Rinderrouladen aus der Oberschale, etwa 0,5 cm dick geschnitten.

Wie bekomme ich eine dunkle Soße?

Röstet das Gemüse kräftig an und löscht mehrmals mit Rotwein ab, ohne zu rühren. Zum Andicken etwas kalte Butter einrühren oder mit Speisestärke binden.

Kann ich Rouladen am Vortag zubereiten?

Ja, sogar besser. Über Nacht ziehen sie in der Soße richtig durch.

Kann man Rinderrouladen einfrieren?

Ja, mit Soße etwa drei Monate. Am besten vakuumiert oder in gut verschlossenen Dosen.


Autor

Porträt von Torsten Wett, ein Teil von Die Jungs kochend backen.

Torsten

Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des Studios

Torsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht.  Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.


Kennt ihr schon unsere Agentur-Website?
Dann schaut doch mal hier vorbei: Oma Lore – Die Kreativagentur

Ihr sucht ein bestimmtes Rezept? Im Register von A bis Z findet ihr alle unsere Rezepte, sortiert nach Gericht, Zutat und Anlass.