Im Spätsommer und Herbst gab es bei uns zu Hause immer etwas ganz Besonderes. Oma Lores Gemüsesuppe, die bei uns nie anders hieß als „Quer durch den Garten“. Sie war ein echtes Highlight in ihrer Küche, vor allem, weil die Zutaten direkt aus ihrem Garten kamen. Möhren, Erbsen, Bohnen, Blumenkohl, Kohlrabi und Sellerie landeten regelmäßig im Topf, und Kartoffeln durften nie fehlen. Dieses Rezept haben wir von ihr übernommen und ein wenig neu inszeniert, es gehört für uns fest zu den Klassikern aus Oma Lores Küche.
Oma Lores Gemüsesuppe steht für uns für Gemütlichkeit und Tradition, und gerade jetzt im Herbst ist sie die perfekte Mahlzeit. Hier zeigen wir euch, was in die Suppe gehört, warum sie bei Oma nie zweimal gleich geschmeckt hat, wie ihr sie ohne Speck kocht und woran es liegt, wenn das Gemüse mal zerkocht oder die Suppe fad schmeckt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Suppe quer durch den Garten?
Eine Suppe quer durch den Garten ist eine klare Gemüsesuppe, in die alles kommt, was der Garten gerade hergibt. Es gibt dafür kein festes Rezept, sondern eine Grundidee. Festes Wurzelgemüse wie Karotten, Sellerie und Kartoffeln als Basis, dazu je nach Saison Bohnen, Erbsen, Blumenkohl, Kohlrabi oder Porree, gekocht in Wasser mit Salz, oft mit einer Scheibe Speck für den Geschmack. Gewürzt wird sparsam mit Majoran, Pfeffer und frischer Petersilie, damit das Gemüse im Vordergrund bleibt.
Oma Lore hat diese Suppe tatsächlich nie gleich gekocht. Sie ging morgens in den Garten und holte alle Gemüsesorten herein, die gerade reif waren und geerntet werden mussten. Immer dabei waren Karotten, Sellerie und Porree. Kartoffeln durften nie fehlen, und Bohnen oder Erbsen gab sie sehr oft dazu. Blumenkohl und Rosenkohl habe ich darin am meisten geliebt, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Kindern, die Rosenkohl ja nicht so gerne mochten.
Warum wir Oma Lores Suppe jeden Oktober kochen
Oma Lores Geburtstag liegt Anfang Oktober, und weil sie für uns beide so eine wichtige Rolle gespielt hat, auch was so viele Rezepte hier auf unserem Blog betrifft, lassen wir jedes Jahr im Oktober einige ihrer Rezepte wieder aufleben. Ihren Geburtstag haben wir zum Anlass genommen, mit meinen Eltern gemeinsam an sie zu denken und in ein Restaurant zu gehen, in das uns Oma Lore früher immer eingeladen hatte, wenn es etwas zu feiern gab.
Genügend Gemüse hätte es in Oma Lores Garten, der heute der Garten meiner Muddi ist. Aber wir wollten euch zeigen, dass es auch anders geht und ihr keinen eigenen Garten braucht. Wir sind dafür wie jeden Samstag auf unseren klitzekleinen Wochenmarkt gegangen und haben uns die Zutaten besorgt. Die beiden lieben Marktfrauen Heike und Inge fragen immer, was wir heute mit ihrem Obst und Gemüse anstellen, und so gibt es jedes Mal einen kleinen Schnack am Stand, den Sascha mir meistens gerne überlässt.
Mit Speck oder vegan. So bekommt ihr den Geschmack in die Suppe
Oma Lore stammt aus einer Zeit, in der Fleisch zum Mittagessen einfach Pflicht war, und so bin ich in ihrer Küche aufgewachsen. Auch heute esse ich gerne hin und wieder Fleisch, wir kaufen allerdings weitaus nachhaltiger ein als früher, und freuen uns über einen so guten Metzger direkt im Veedel. Für die Gemüsesuppe, die an sich ja schon vegan klingt, hat Oma Lore immer eine oder zwei Scheiben geräucherten, durchwachsenen Speck mit in den Topf gegeben. Der Speck gibt Salz, Rauch und ein bisschen Fett ab, und genau das macht aus Gemüsewasser eine Suppe. Wir haben ihr Original genauso zubereitet.
Wenn ihr ganz darauf verzichten wollt, ist das easy, und ihr braucht keinen veganen Speckersatz. Den leicht rauchigen Geschmack bekommt ihr auf drei Wegen. Entweder ihr gebt ein paar Tropfen Flüssigrauch in die fertige Suppe. Oder ihr ersetzt einen Teil des Salzes durch Rauchsalz, sparsam dosiert und am Ende abgeschmeckt, so macht es Leserin Claudia. Oder ihr nehmt eine Prise Pimentón de la Vera, das geräucherte Paprikapulver aus Spanien, das es mild und scharf gibt. Es färbt die klare Suppe ein wenig, das sollte aber niemanden stören. Wer eine herzhafte Note mag, lässt wie Daniel ein Stück Räuchertofu mitziehen oder schmeckt am Ende mit ein paar Tropfen Sojasauce ab.
Mehr Würze braucht die Suppe nicht. Weil das Gemüse nach dem Kochen schon so viel Geschmack hat, kommen bei uns nur Majoran, Salz und Pfeffer dazu. Etwas frische Petersilie obendrauf rundet die Gemüsesuppe ab und gibt Sascha ein wenig Grün, damit sie fotogen genug ist. Wer mag, gibt wie Anna zum Schluss noch fein geschnittenen Porree dazu, das bringt Frische.

Was kann bei der Gemüsesuppe schiefgehen?
Das Gemüse ist zerkocht. Dann war alles gleichzeitig im Topf und zu lange. Karotten, Kartoffeln und Sellerie brauchen die vollen 30 Minuten, Blumenkohl und Bohnen etwa 20, Porree nur 15 bis 20. Deshalb kommt der Porree im Rezept erst nach den ersten zehn Minuten dazu. Wenn ihr es ganz genau nehmt, gebt ihr auch die Blumenkohlröschen fünf Minuten später hinein als die Kartoffeln. Und schneidet alles in gleich große, mundgerechte Stücke, dann wird es gleichmäßig gar.
Die Suppe schmeckt fad. Meistens war es zu viel Wasser oder zu wenig Salz. Gießt nur so viel Wasser an, dass das Gemüse gerade bedeckt ist, nicht mehr. Und salzt in zwei Schritten, einmal am Anfang und einmal am Ende, denn das Gemüse zieht beim Kochen Salz. Fehlt trotzdem Tiefe, hilft die zweite Scheibe Speck, ein Löffel Gemüsebrühe oder die Prise Pimentón.
Die Suppe ist zu dünn. Kartoffeln binden die Suppe ein wenig, wenn ihr sie etwas kleiner schneidet oder am Ende ein paar Würfel mit der Gabel an der Topfwand zerdrückt. So wird aus der klaren Suppe ein sämiger Eintopf, ganz ohne Mehl. Leser Dirk kennt die Suppe von zu Hause sogar mit Mehl gebunden und Butter veredelt, das geht natürlich auch.
Der Blumenkohl riecht streng. Das passiert, wenn er zu lange kocht. Gebt ihn etwas später dazu und lasst die Suppe nur leise köcheln, nicht sprudeln. Ein kleiner Blumenkohl in Röschen reicht völlig, bei einem großen Kopf nehmt ihr nur die Hälfte.
Der Speck dominiert. Zwei Scheiben à 0,5 cm sind für den Geschmack gedacht, nicht als Einlage. Bratet sie nur kurz an, nehmt sie mit in den Topf und schneidet am Ende das magere Fleisch klein. Den Fettrand lasst ihr weg, dann bleibt die Suppe leicht.
Die Suppe kocht über. Ein voller Topf mit Blumenkohl und Kartoffeln schäumt gern. Passt auf, dass die Temperatur nach dem Aufkochen deutlich runtergeht und der Deckel einen Spalt offen bleibt, wenn der Topf randvoll ist.
Ist Gemüsesuppe gesund?
Gemüsesuppe ist eine leichte Mahlzeit mit wenig Fett und vielen Ballaststoffen. Eine Portion von Oma Lores Suppe hat nach unserer Berechnung rund 150 kcal, etwa 6 Gramm Ballaststoffe und nur 5 Gramm Fett, der Speck ist dabei schon eingerechnet. Dazu kommen die Vitamine und Mineralstoffe aus sechs Gemüsesorten, Beta-Carotin aus den Karotten, Vitamin C und K aus Blumenkohl und Bohnen, Kalium aus den Kartoffeln. Heilversprechen machen wir keine. Aber ein Teller davon ist eine ehrliche, sättigende Mahlzeit, die mit sehr wenig auskommt, und mehr muss eine gute Suppe nicht sein.
Was passt zur Gemüsesuppe?
Bei Oma Lore war die Suppe das ganze Mittagessen, mit einer Scheibe Brot dazu. Wer es herzhafter mag, legt wie Dirks Familie Buletten, Bratwurst oder ein Schnitzel daneben. Und wenn vom Vortag noch gekochte Hähnchenbrust übrig ist, macht ihr daraus am besten gleich unser Hühnerfrikassee, Oma Lore hätte es genauso gemacht.
Aufbewahren, einfrieren und aufwärmen
Im Kühlschrank hält sich die Suppe gut zwei bis drei Tage, am besten in einem luftdicht verschlossenen Glas. Zum Aufwärmen reicht es, sie kurz aufzukochen. Einfrieren klappt wunderbar, teilt die Suppe dafür in Portionen auf und lasst sie vorher komplett abkühlen. Das Gemüse wird nach dem Auftauen etwas weicher, der Geschmack bleibt. Marcus hat uns genau das gefragt, und ja, auch nach dem Einfrieren schmeckt sie wie frisch.

Zutaten
- 3 Karotten, in mundgerechte Stücke geschnitten
- 6 kleine Kartoffeln, in mundgerechte Stücke geschnitten
- 1/4 Sellerieknolle, in mundgerechte Stücke geschnitten
- 1 Handvoll grüne Bohnen, in mundgerechte Stücke geschnitten
- 1 kleiner Blumenkohl, in Röschen zerkleinert
- 1/2 Stange Porree, in Scheiben geschnitten
- 2 Scheiben geräucherter durchwachsener Speck, ca. 0,5 cm dick
- Wasser
- 1 1/2 TL Salz
- 1/2 TL Majoran, getrocknet oder frisch
- 1/4 TL weißer Pfeffer
- 1 Handvoll Petersilie, grob gehackt
Zubereitung
- Bereitet alle Zutaten wie oben beschrieben vor und stellt sie bereit. Bratet dann die Speckscheiben kurz von beiden Seiten im Topf an und gebt, bis auf die Porreescheiben, das Gemüse dazu.
- Gießt dann mit so viel Wasser auf, dass alles komplett bedeckt ist, gebt das Salz hinzu und bringt es zum Kochen. Reduziert nun die Temperatur und gebt den Deckel auf den Topf und lasst die Gemüsesuppe 10 Minuten köcheln.
- Gebt dann die Porreescheiben dazu und kocht weiter für ca. 20 Minuten. Schaut, ob die festesten Gemüsesorten gar sind und würzt dann mit Majoran und Pfeffer, schmeckt dann aber mit Salz & Pfeffer noch einmal ab.
- Zum Schluss schneidet ihr das dunkle Fleisch vom Speck in kleine Stücke, gebt sie wieder in die Suppe und richtet mit etwas frischer Petersilie an.
Habt ihr das Rezept ausprobiert?
Lasst uns wissen, wie es war!Gebt dem Rezept eure Sterne. Ein Klick reicht, ein Kommentar ist freiwillig.
❤️ Schmeckt nach Zuhause? Alle Klassiker aus Oma Lores Küche findest du hier gesammelt.
Noch mehr Suppen und Eintöpfe von uns
Wir haben schon einige Suppen und Eintöpfe gekocht und hier auf dem Blog vorgestellt. Damit sie nicht verloren gehen, zeigen wir sie euch hier noch einmal. Für die kalten Monate ist Oma Lores Hühnersuppe die perfekte Medizin, wenn es im Hals kratzt. Wild war bei uns immer ein Thema, weil mein Vater Jäger ist, daher das Wildsüppchen mit Kaspressknödeln. Und die Minestrone war direkt beim ersten Mal so, wie wir sie aus dem Urlaub kennen.
Oma Lores Hühnersuppe

Linsensuppe nach Oma Lore

Bami Goreng Suppe – Fix auf dem Tisch in unter 30 Minuten
Hier zum Rezept
Minestrone

Wildsüppchen
Hier zum Rezept
Rauchige Broccoli-Cremesuppe

Häufige Fragen zur Gemüsesuppe
Wie lange ist die Gemüsesuppe haltbar?
Im Kühlschrank zwei bis drei Tage in einem luftdichten Glas. Zum Aufwärmen kurz aufkochen.
Kann ich die Gemüsesuppe einfrieren?
Ja, portionsweise und bis zu drei Monate. Vorher komplett abkühlen lassen, nach dem Auftauen einmal aufkochen.
Welches Gemüse passt am besten?
Als Basis Karotten, Sellerie und Porree, dazu Kartoffeln fürs Volumen. Dann alles, was Saison hat, also Bohnen, Erbsen, Blumenkohl, Kohlrabi, Rosenkohl, auch Weißkohl. Genau das macht die Suppe so flexibel.
Wie mache ich die Gemüsesuppe vegan?
Lasst den Speck weg und nehmt Rauchsalz, ein paar Tropfen Flüssigrauch oder eine Prise Pimentón de la Vera für die rauchige Note. Räuchertofu oder etwas Sojasauce bringen eine herzhafte Tiefe.
Kann ich die Suppe im Schnellkochtopf kochen?
Ja. Im Schnellkochtopf ist sie in etwa 10 Minuten ab vollem Druck fertig. Schneidet das Gemüse dafür nicht zu klein, damit es nicht zerfällt.
Ist Gemüsesuppe gesund?
Sie ist eine leichte Mahlzeit mit rund 150 kcal je Portion, wenig Fett und vielen Ballaststoffen. Je bunter das Gemüse, desto vielfältiger die Vitamine und Mineralstoffe.
Jetzt seid ihr dran!
Jetzt hoffen wir, dass ihr Oma Lores Gemüsesuppe sofort nachkochen wollt. Außer dem Schnippeln habt ihr ja kaum Arbeit, das Köcheln geht von ganz alleine. Wir sind gespannt, was bei euch in die Suppe kommt. Schreibt es uns in die Kommentare, bewertet das Rezept und zeigt uns eure Suppe auf Instagram mit @diejungskochenundbacken. Viel Spaß beim Einkaufen, beim Schnippeln und beim Genießen.
Eure Jungs
Kennt ihr schon unsere Agentur-Website?
Dann schaut doch mal hier vorbei: Oma Lore – Die Kreativagentur
Autor

Torsten
Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des StudiosTorsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht. Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.






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