🇩🇰 Lust auf Dänemark?
Dieses Rezept ist ein kleines Stück Dänemark für zuhause. Noch mehr davon, plus unsere liebsten Regionen und Ferienhaus-Tipps, findet ihr in unserem großen Dänemark-Reiseführer.
Als wir diese dänischen Zimtschnecken zum ersten Mal gebacken haben, saßen wir in einem alten Farmhaus in Dänemark, und das ganze Haus hat nach Zimt geduftet. Ich konnte kaum die Finger vom Ofen lassen und habe alle zwei Minuten nachgeschaut, ob sie nicht doch schon fertig sind. Normalerweise ist Sascha der Ungeduldige von uns beiden, aber bei süßen Schnecken kann ich mich auch nicht zurückhalten.
Kanelsnegle, so heißen Zimtschnecken auf Dänisch, sind fluffig, saftig und haben richtig viel Zimtbutter zwischen den Schichten. Hier bekommt ihr unser Rezept, die Tricks, damit eure Schnecken genauso weich werden wie in einer dänischen Bäckerei, und die Antworten darauf, warum Zimtschnecken manchmal hart werden oder die Füllung ausläuft.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Kanelsnegle? Dänische Zimtschnecken kurz erklärt
Kanelsnegle sind dänische Zimtschnecken aus weichem Hefeteig, der mit einer dicken Schicht aus Butter, Zucker und Zimt bestrichen, aufgerollt, in Scheiben geschnitten und kurz und heiß gebacken wird. Zum Schluss kommt ein Zuckerguss oder eine Schokoladenglasur darüber. Im Unterschied zu den schwedischen Kanelbullar, die als Knoten geformt und mit Hagelzucker bestreut werden, sind Kanelsnegle flache Spiralen mit deutlich mehr Füllung, und sie sind weicher, fast schon saftig.
Wer schon mal in einer dänischen Bäckerei stand, weiß, was ich meine. Zimt ist da überall, in Schnecken, Plundern und Kringeln. Warum die Dänen das Gewürz so lieben, haben wir bis heute nicht ganz herausgefunden. Mit der Tradition, unverheiratete Männer an ihrem 25. Geburtstag mit Zimt zu bestäuben, hat es wohl eher nichts zu tun. Habt ihr eine Idee? Übrigens feiern die Schweden am 4. Oktober den Kanelbullens dag, den Tag der Zimtschnecke. Wir finden, das ist ein ziemlich guter Anlass, direkt ein Blech zu backen.
Das Rezept aus unserem ersten Dänemark-Urlaub
Das Rezept stammt aus einem dänischen Backbuch, das wir auf unserer allerersten Reise nach Hvide Sande gekauft haben, der „Meyers Bageskole“. Eigentlich wollten wir direkt nach dem Urlaub daraus backen, aber wie das so ist, kam immer etwas dazwischen. Richtig losgelegt haben wir erst Jahre später, passenderweise wieder in Dänemark. Neben Zimtschnecken stecken in dem Buch viele süße und herzhafte Gebäcke, tolle Brote und eine Menge Warenkunde. Wir sind große Fans. Die Mengen haben wir seitdem so oft gebacken, dass wir uns auf jedes Gramm verlassen können, gerade bei der Füllung ist das Verhältnis von Butter zu Zucker der Punkt, an dem wir am genauesten hinschauen.



So werden eure Zimtschnecken fluffig und weich
Hart dürfen Zimtschnecken für mich nie sein. Das Erste ist deshalb der Teig. Nehmt nicht zu viel Mehl, der Teig darf nach dem Kneten leicht klebrig sein. Das ist kein Fehler, sondern genau der Grund, warum die Schnecken später weich werden. Bemehlt die Arbeitsfläche beim Ausrollen nur ganz dünn, sonst arbeitet ihr unbemerkt wieder Mehl ein.
Das Zweite ist die Kühlung. Kalt lässt sich die Rolle viel sauberer schneiden, und die Füllung läuft beim Schneiden nicht heraus. Mindestens 2 Stunden, gerne auch über Nacht. Die Zimtbutter wird dabei fest und bleibt beim Backen in den Schichten, statt auf das Blech zu laufen.
Das Dritte ist die Backzeit. Kurz und heiß, bei 200 °C Umluft reichen etwa 10 Minuten. Sobald die Schnecken goldbraun sind, müssen sie raus, sonst werden sie trocken. Lieber eine Minute zu früh als zu spät, sie garen auf dem heißen Blech noch nach.
Und schließlich der Guss. Den Zuckerguss gebt ihr auf die noch lauwarmen Schnecken. So zieht er leicht ein, und die Schnecken bleiben saftig. Am besten schmecken sie mir übrigens noch lauwarm vom Blech. Ich höre schon die Mamas rufen, dass warmes Hefegebäck Bauchschmerzen macht. Mir ist das noch nie passiert.



Was kann bei Zimtschnecken schiefgehen?
Der Teig geht nicht auf. Meistens war die Milch zu warm und hat die Hefe geschädigt, oder die Hefe war alt. Im Rezept nehmen wir bewusst kalte Milch, weil der Teig durch das lange Kneten in der Maschine ohnehin warm wird. Frische Hefe sollte sich noch gut bröseln lassen und nicht schmierig sein. Und gebt dem Teig die volle Stunde bei Raumtemperatur, im beleuchteten Backofen geht er besonders gleichmäßig.
Die Schnecken sind hart. Fast immer zu lange gebacken oder zu viel Mehl im Teig. Zehn Minuten bei 200 °C Umluft reichen, und der Teig darf klebrig sein. Hart werden sie auch, wenn sie unbedeckt auf dem Blech auskühlen und am nächsten Tag offen liegen. Direkt nach dem Abkühlen in eine Dose, dann bleiben sie weich.
Die Füllung läuft beim Backen aus. Dann war die Rolle beim Schneiden zu warm oder die Schnecken lagen zu eng. Kühlt die Rolle mindestens 2 Stunden, schneidet sie mit einem scharfen Messer ohne Druck und setzt die Schnecken mit Abstand auf zwei Bleche. Etwas Zimtbutter auf dem Backpapier ist normal, eine Pfütze nicht.
Die Schnecken gehen beim Backen auf und verlieren die Form. Dann war die Rolle nicht fest genug gerollt oder der Rand nicht angedrückt. Rollt von der kurzen Seite her straff auf, lasst oben 5 cm frei, bestreicht den Rand mit Wasser und drückt ihn fest. Die 30 Minuten Ruhezeit nach dem Schneiden sind wichtig, aber nicht länger, sonst werden die Spiralen zu locker.
Der Boden ist dunkel, die Mitte noch teigig. Zu viel Hitze von unten, meist bei Ober- und Unterhitze oder auf der untersten Schiene. Backt mit Umluft auf der mittleren Schiene, dann werden beide Bleche gleichzeitig gleichmäßig braun. Ohne Umluft backt ihr die Bleche nacheinander bei 220 °C Ober- und Unterhitze auf der mittleren Schiene.
Der Guss ist durchsichtig oder sackt ein. Der Puderzucker braucht nur zwei bis drei Esslöffel Wasser, er soll dickflüssig vom Löffel fallen. Zu dünn angerührt verschwindet er in der warmen Schnecke. Rührt lieber dicker an und gebt tropfenweise Wasser dazu.
Leserin Catharina hat uns geschrieben, dass ihr erster Versuch misslungen war und der zweite perfekt. Das ist bei Hefeteig ganz normal. Beim zweiten Mal kennt ihr euren Ofen, euer Mehl und das Gefühl für den klebrigen Teig, und dann klappt es.
Zimtschnecken vorbereiten. Für das Wochenende oder den Advent
Die gefüllte Rolle kann über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen nur noch schneiden, 30 Minuten gehen lassen und backen. Perfekt fürs Wochenendfrühstück, und genau deshalb backen wir sie im Advent so oft. Die Rolle am Abend vorbereiten, morgens duftet das ganze Haus nach Zimt, und ihr steht keine Stunde in der Küche. Wer mehr Gäste hat, macht gleich zwei Rollen, die zweite hält sich im Kühlschrank bis zum nächsten Tag.
Aufbewahren, aufbacken und einfrieren
In einer luftdichten Dose bleiben die Schnecken ein bis zwei Tage schön weich. Zum Aufbacken reichen ein paar Minuten in der Heißluftfritteuse, dann schmecken sie wie frisch, und ihr müsst nicht den Backofen vorheizen. Einfrieren klappt am besten gebacken und ohne Zuckerguss. So habt ihr auch allein oder zu zweit immer eine Schnecke parat. Auftauen lassen, kurz aufbacken, frisch glasieren.

Varianten
Mit Kardamom. Eine Prise gemahlener Kardamom im Teig macht die Schnecken noch skandinavischer, so wie in Schweden üblich. Mit Schokolade. Statt Zuckerguss geschmolzene Schokolade darüberziehen, das ist in dänischen Bäckereien die zweite klassische Variante. Mit braunem Zucker. Für die Füllung einen Teil des Zuckers durch braunen Zucker ersetzen, das gibt eine leichte Karamellnote.

Zutaten
- 200 ml kalte Vollmilch
- 35 g frische Hefe
- 1 Ei
- 500 g Weizenmehl Type 550
- 35 g Zucker
- 8 g Salz
- 75 g weiche Butter
- 200 g Butter
- 200 g Zucker
- 20 g Zimt, gemahlen
- 1 Ei, zum Bestreichen
- 150 g Puderzucker
- 2-3 EL Wasser
Zubereitung
- Gebt die Milch in eine Schüssel und bröselt die Hefe hinein und rührt, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Schlagt dann das Ei unter die Hefemilch und gebt die restlichen Zutaten dazu.
- Knetet mit der Maschine alles zu einem glatten Teig. Er darf ruhig leicht klebrig sein. Das kann ca. 8 Minuten dauern. Lasst den Teig, mit einem sauberen Tuch abgedeckt für 10 Minuten bei Raumtemperatur ruhen.
- Jetzt knetet ihr erneut für 4-5 Minuten. Lasst nun den Teig für 1 Stunde ebenfalls bei Raumtemperatur (oder im beleuchteten Backofen) abgedeckt gehen.
- Kurz bevor der Teig ausreichend gegangen ist, vermischt ihr in einer Schüssel alle Zutaten gründlich miteinander.
- Bemehlt eure Arbeitsfläche dann leicht und rollt den Teig auf ca. 50×20 cm aus. Die kurze Seite sollte zu euch schauen.
- Verstreicht von unten nach oben den Teig mit der Füllung. Lasst am oberen kurzen Rand aber ca. 5 cm frei und streicht ein wenig Wasser darauf, damit die Schnecken perfekt zusammen kleben.
- Rollt nun den Teig von der kurzen Seite her nach oben zu einer dicken Rolle zusammen, verpackt die Rolle in Backpapier und stellt sie für 2 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank.
- Schneidet dann die Rolle mit einem scharfen Messer in 10 Schnecken und setzt sie auf 2 mit Backpapier ausgelegte Backbleche. Lasst die Schnecken nochmals für 30 Minuten ruhen und heizt währenddessen euren Backofen auf 200 °C Umluft vor. Bestreicht die Schnecken mit dem aufgeschlagenen Ei und backt beide Bleche nun für ca. 10 Minuten. Lasst die Schnecken auskühlen und verziert sie, wie ihr möchtet mit Schokolade oder Zuckerguss. Wir haben für den Zuckerguss Puderzucker mit Wasser dickflüssig angerührt und darüber verteilt.
Habt ihr das Rezept ausprobiert?
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Häufige Fragen zu dänischen Zimtschnecken
Warum werden meine Zimtschnecken hart?
Meist sind sie zu lange gebacken oder es ist zu viel Mehl im Teig. Bei 200 °C Umluft reichen etwa 10 Minuten, und der Teig darf ruhig leicht klebrig sein. Nach dem Abkühlen sofort in eine Dose.
Kann ich Zimtschnecken am Vortag vorbereiten?
Ja. Die gefüllte Rolle kann über Nacht in den Kühlschrank und wird am nächsten Morgen geschnitten, 30 Minuten gehen gelassen und gebacken.
Kann man Zimtschnecken einfrieren?
Ja, am besten gebacken und ohne Zuckerguss. Zum Servieren auftauen lassen, kurz aufbacken und frisch glasieren.
Was heißt Zimtschnecke auf Dänisch?
Kanelsnegl, in der Mehrzahl Kanelsnegle. Die schwedischen Zimtknoten heißen Kanelbullar.
Kann ich Trockenhefe statt frischer Hefe nehmen?
Ja. Statt 35 g frischer Hefe nehmt ihr etwa 12 g Trockenhefe und mischt sie direkt unter das Mehl.
Kann ich den Teig ohne Küchenmaschine kneten?
Ja, von Hand dauert es nur länger. Knetet etwa 12 bis 15 Minuten, bis der Teig glatt ist und sich vom Rand löst. Er bleibt leicht klebrig, gebt trotzdem kein Mehl dazu.
Jetzt seid ihr dran!
Wenn ihr die Zimtschnecken nachbackt, erzählt uns in den Kommentaren, wie sie euch gelungen sind, und bewertet das Rezept. Und zeigt uns eure Kanelsnegle auf Instagram mit @diejungskochenundbacken, wir sehen uns jedes Blech an.
Eure Jungs
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Autor

Torsten
Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des StudiosTorsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht. Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.






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