Appeltaart ist hier ein saftiger Apfelkuchen aus der Springform, in dessen Teig neben Mehl und Butter auch Apfelsaft und zerbröselte Kekse kommen. Der Teig ist in nicht einmal 15 Minuten angerührt, ganz ohne Küchenmaschine, und danach braucht der Kuchen nur noch 45 Minuten im Ofen.
Angefangen hat die Sache mit Äpfeln im August. Wir haben die ersten aus dem Garten von Muddis Freundin Brigitte bekommen, und ehrlich gesagt war uns gar nicht bewusst, dass bei uns schon so früh Äpfel reif werden. Für uns ist das Obst, das im Herbst geerntet wird. Lange lagerfähig, klar, aber reif eben erst im Herbst. Brigitte hat allerdings eine riesige Menge Augustäpfel im Garten, und die müssen schnell verarbeitet werden. Und einen Apfelkuchen bekommt man ja immer noch schnell gebacken.
Inhaltsverzeichnis
Appeltaart aus Köln, in Holland gegessen
Eigentlich müssen frisch geerntete Augustäpfel recht schnell verarbeitet werden. Wir haben trotzdem ein paar Tage gewartet, damit wir einen richtigen Grund hatten, unsere Appeltaart zu backen.
Wir waren nämlich am Wochenende in Holland zu Gast bei unseren Freunden Maja von Moey’s Kitchen und ihrem Mann Mika. Und zwar tatsächlich nur dafür, um einmal richtig auszuspannen. Ohne Rezepte im Gepäck und fast ohne Mails zu checken oder anderen Arbeitskram. So etwas machen wir viel zu selten, und wir sind jedes Mal so was von happy, wenn es dann eben doch mal so perfekt funktioniert wie an diesem Wochenende.
Damit wir am Samstagnachmittag im süßen Wochenendhäuschen auch einen leckeren Kuchen hatten und ihn nicht erst dort backen mussten, haben wir am Freitag vorgelegt. Mit dabei waren außerdem Maike, Levi und Martin, und am Samstagabend hat Martin von Baconbakery uns mit der leckersten Pizza aus dem Pizzaofen verwöhnt. Ein rundum entspanntes Wochenende mit vielen Leckereien, fest und flüssig natürlich.
Unser Podcast
Bei diesem Besuch ist unser Podcast MHD entstanden
Dieses Wochenende hat übrigens noch etwas hinterlassen. Bei genau diesem Besuch ist MHD entstanden, der gemeinsame Podcast von Maja und mir. MHD steht für den Podcast von eurer Millennial-Therapie Couch. Alle Folgen könnt ihr auf der Podcast-Seite anhören, und auf Instagram erfahrt ihr, was als Nächstes ansteht.
Was an dieser Appeltaart holländisch ist
Ehrlich gesagt haben wir uns das selbst gefragt, als wir zum ersten Mal Rezepte gesehen haben, die als holländische Appeltaart angeteasert waren.
Eine klassische niederländische appeltaart ist ein hoher, gedeckter Kuchen mit festem Mürbeteig, der an der Seite hochgezogen wird, und mit einer dicken Füllung aus Apfelstücken, Zimt und oft Rosinen. Unserer ist etwas anderes. Er ist ein flacher, sehr saftiger Rührkuchen, den wir aus holländischen Rezepten übernommen und mit ein paar eigenen Änderungen gebacken haben.
Gemeinsam haben beide zwei Dinge, die uns sofort aufgefallen sind. In den Teig kommt Apfelsaft statt Milch, und es kommen zerbröselte Kekse hinein. Genau das macht diesen Kuchen aus. Gelesen, verliebt, gebacken, fotografiert, und schon waren wir mit der Appeltaart auf dem Weg nach Holland.


Kekse im Kuchenteig. Warum das funktioniert
Keksbrösel kennen wir natürlich als Boden, etwa bei unserem New York Cheesecake in der No-Bake-Variante. Zerbröselt in einem ganz normalen Kuchenteig hatten wir das vorher noch nie gesehen und auch noch nie gegessen. Entsprechend gespannt waren wir.
Die 100 Gramm Keksreste ersetzen einen Teil des Mehls und bringen gleich drei Dinge mit, die Mehl nicht kann. Sie enthalten bereits Fett und Zucker, dadurch bleibt der Kuchen länger saftig. Sie bringen Röstaromen mit, die im Teig nach Karamell schmecken. Und sie sorgen für eine leicht sandige, dichte Krume, die diesen Kuchen von jedem normalen Rührkuchen unterscheidet.
Am besten funktionieren Butterkekse, Spekulatius oder Löffelbiskuits. Also alles, was ihr nach Weihnachten oder nach einem Tortenprojekt sowieso angebrochen herumstehen habt. Schokoladenkekse würden wir nicht nehmen, die übertönen den Apfel. Zerbröselt werden sie grob, nicht zu Mehl, ein paar größere Stücke dürfen ruhig drin bleiben.
Und weil nur 100 Gramm Puderzucker in den ganzen Kuchen kommen, ist er nicht zu süß. Das ist mir persönlich bei Kuchen ohnehin das Liebste.
Warum der Teig so flüssig ist und warum das richtig so ist
Das ist der Moment, in dem die meisten unsicher werden. Ihr rührt alles zusammen und habt am Ende einen Teig, der eher an Pfannkuchenteig erinnert als an Rührteig. 250 Milliliter Apfelsaft auf 200 Gramm Mehl sind sehr viel Flüssigkeit.
Das ist so gewollt. Genau dieser dünne Teig macht den Kuchen fudgy und saftig, und er trägt gleichzeitig die 800 Gramm Apfelscheiben, die obenauf kommen. Die untersten Scheiben sinken beim Backen ein wenig ein, und genau dort wird der Kuchen am saftigsten.

Unsere Leserin Margot hat uns geschrieben, dass sie Mehl nachgegeben und 15 Minuten länger gebacken hat. Auch das funktioniert, der Kuchen wird dann fester und klassischer. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, weil wir dem Rezept beim ersten Backen erst einmal vertrauen wollten, so wie es im Original steht. Hätte es nicht geklappt, hätten wir es genauso gemacht wie sie.
Wenn ihr unsicher seid, backt ihn beim ersten Mal so, wie er im Rezept steht. Prüft nach 45 Minuten mit einem Holzstäbchen und gebt notfalls fünf bis zehn Minuten dazu. Jeder Ofen backt anders, und ein Kuchen mit so viel Flüssigkeit reagiert darauf besonders deutlich.
In 15 Minuten fertig für den Ofen
Der Ablauf ist so einfach, dass man ihn sich nach einmal Backen merkt. Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel, alle flüssigen dazu, gründlich verrühren, in die Form geben, mit Apfelscheiben belegen, Mandeln darüber, ab in den Ofen.



Ihr braucht dafür keine Küchenmaschine und müsst hinterher auch keine saubermachen. Ein Schneebesen und eine Schüssel reichen. Nicht mal 15 Minuten dauert das, und in den 45 Minuten Backzeit müsst ihr euch um gar nichts mehr kümmern. Viel einfacher bekommt ihr einen Apfelkuchen kaum auf den Tisch, und deshalb liegt dieses Rezept bei uns auch in der schnellen Küche.
Ein Tipp aus dem Original, der wirklich etwas bringt. Rührt einen Teil der Äpfel als kleine Würfel mit unter den Teig, statt alles obenauf zu legen. Dann wird der Kuchen innen noch einmal saftiger. Macht das aber gern so, wie ihr Lust dazu habt.


Was bei der Appeltaart schiefgehen kann
Der Teig ist viel zu flüssig, das kann nicht stimmen. Doch, das stimmt. Siehe oben. Gebt nur dann Mehl dazu, wenn ihr einen festeren, klassischen Kuchen möchtet, und rechnet dann mit rund 15 Minuten mehr Backzeit.
Die Mitte ist nach 45 Minuten noch feucht. Bei so viel Flüssigkeit im Teig ist das der häufigste Fall. Macht die Stäbchenprobe in der Mitte, nicht am Rand. Backt notfalls nach und deckt den Kuchen mit Backpapier ab, falls die Mandeln obenauf zu dunkel werden.
Es sind zu viele Äpfel für die Oberfläche. Auch das hat Margot angemerkt, und sie hat recht, 800 Gramm sind eine Menge. Wir verbacken sie trotzdem komplett und legen die Scheiben dicht an dicht in zwei Lagen. Wer das nicht möchte, nimmt einen Teil davon als Würfel in den Teig oder reduziert auf 600 Gramm.
Der Kuchen klebt am Boden fest. Legt die Springform mit Backpapier aus und streicht nur den Rand mit Butter aus. Bei diesem feuchten Teig ist Backpapier keine Option, sondern Pflicht.
Er schmeckt fad. Dann fehlt Gewürz. Im Original ist keines vorgesehen, und wir haben ihn genau so gebacken. Ein Teelöffel Zimt und etwas Vanille tun ihm aber gut, das hat uns Margot geschrieben und wir sind da ganz bei ihr. Wir sind sowieso immer Team Zimt.



Zutaten
- 200 g Weizenmehl, Type 405
- 8 g Backpulver
- 100 g Keksreste, zerbröselt
- 100 g Puderzucker
- 250 ml Apfelsaft
- 4 Eier
- 150 g Butter, geschmolzen
- 800 g Apfelscheiben
- 1 Handvoll Mandeln, gehackt, gehobelt oder gerieben
Zubehör
- 1 Springform 24 cm Durchmesser
- 1 Schneebesen
Zubereitung
- Heizt euren Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor, legt eure Springform mit Backpapier aus und streicht den Rand mit Butter aus.
- Verrührt in einer Schüssel alle trockenen Zutaten miteinander und rührt dann die übrigen, bis auf die Apfelspalten und die Mandeln, zu einem glatten Teig darunter.
- Gebt den Teig in die Form, streicht die Oberfläche glatt, verteilt gleichmäßig die Apfelspalten darauf, streut die Mandeln darüber und backt den Kuchen für 45 Minuten gar und lasst ihn danach auskühlen.
Tipps
Habt ihr das Rezept ausprobiert?
Lasst uns wissen, wie es war!Noch mehr Apfelkuchen aus unserer Küche
Wenn ihr beim Apfelkuchen bleiben wollt, haben wir noch einiges da. Oma Lores gedeckter Apfelkuchen mit doppeltem Mürbeteig ist der große Klassiker, der Apfelkuchen mit Hefeteig und Streusel der Blechkuchen für viele Gäste. Wer es noch schneller mag, backt den Invisible Apple Cake mit vielen Äpfeln und wenig Teig. Und in unserer Sammlung mit 31 Apfelrezepten steht alles an einem Ort, vom Kompott bis zur Torte.
Gedeckter Apfelkuchen nach Oma Lore

Oma Lores Apfel Streuselkuchen

Eierkuchen mit Apfel. Der Invisible Apple Cake

Saftiger Apfelkuchen ohne Butter mit wenig Zucker

Häufige Fragen zur Appeltaart
Was ist eine Appeltaart?
In den Niederlanden ist die appeltaart ein hoher, gedeckter Apfelkuchen mit Mürbeteig und einer dicken Füllung aus Apfelstücken und Zimt. Unser Rezept ist eine holländisch inspirierte Variante daraus, ein flacher, sehr saftiger Rührkuchen mit Apfelsaft und Keksbröseln im Teig und Apfelscheiben obenauf.
Welche Kekse kann ich nehmen?
Butterkekse, Spekulatius oder Löffelbiskuits funktionieren am besten. Nehmt, was ihr angebrochen herumstehen habt, genau dafür ist das Rezept gemacht. Schokoladenkekse würden wir weglassen, die übertönen den Apfel. Zerbröselt sie grob, ein paar größere Stücke dürfen bleiben.
Mein Teig ist sehr flüssig, habe ich etwas falsch gemacht?
Nein. Der Teig gehört flüssig, 250 Milliliter Apfelsaft auf 200 Gramm Mehl sind viel Flüssigkeit und genau das macht den Kuchen fudgy. Wenn ihr einen festeren Kuchen möchtet, gebt zwei bis drei Esslöffel Mehl dazu und rechnet mit rund 15 Minuten mehr Backzeit.
Kann ich Zimt in den Teig geben?
Unbedingt, wenn ihr mögt. Wir haben den Kuchen beim ersten Mal bewusst ohne Gewürz gebacken, weil wir wissen wollten, wie das Rezept im Original schmeckt. Ein Teelöffel Zimt und etwas Vanille tun ihm gut, das hat uns auch eine Leserin geschrieben.
Kann ich eine andere Form nehmen?
Das Rezept ist auf eine 24er Springform gerechnet. In einer 26er wird der Kuchen flacher und ist rund fünf Minuten früher fertig. Kleiner als 24 würden wir nicht gehen, sonst läuft die Masse über.
Wie lange hält sich die Appeltaart?
Abgedeckt bei Zimmertemperatur zwei bis drei Tage, dabei wird sie eher saftiger als trockener. Im Kühlschrank hält sie sich vier Tage, sollte dann aber rechtzeitig herausgeholt werden. Einfrieren funktioniert stückweise.
Jetzt seid ihr dran!
So, jetzt seid ihr dran! Rührt die Appeltaart in einer Schüssel zusammen, wundert euch nicht über den flüssigen Teig und stellt sie nach dem Auskühlen auf den Tisch. Wenn sie euch schmeckt, freuen wir uns riesig über eure Sternchen unter dem Rezept und über einen Kommentar. Der ganze Abschnitt über den flüssigen Teig steht nur deshalb in diesem Beitrag, weil uns eine Leserin davon geschrieben hat. Fotografiert ihr euer Stück, markiert uns gern auf Instagram unter @diejungskochenundbacken.
Eet smakelijk und eure Jungs
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Autor

Torsten
Brotbäcker, Rezepttüftler und Herz des StudiosTorsten ist der Ruhepol in der Küche, der alte Familienrezepte weiterträgt und ihnen eine moderne Note verleiht. Er liebt gutes Essen, einen guten Whisky und das Gefühl, wenn Familie und Freunde gemeinsam am Tisch sitzen.









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